Stand: 13.10.2017 15:50 Uhr

Mit der Spinnrute auf Hecht

von Oliver Klebb, NDR.de
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Kapitaler Brocken und Adrenalin-Rausch für den Angler: Mit dem Boot lassen sich auch schwer zugängliche Uferzonen beangeln.

Riesige messerscharfe Zähne in einem großen Maul, ein torpedoförmiger Körper und eine kräftige Heckflosse: Hechte sind die perfekten Jäger und ideal an ihre Lebensweise angepasst. Obwohl der aus Asien stammende Zander den "Esox" - wie er mit seinem lateinischen Namen heißt - als häufigsten Raubfisch in unseren heimischen Gewässern vielerorts abgelöst hat, übt der Hecht auf viele Angler nach wie vor eine große Faszination aus. Er vereinigt Kraft, Aggressivität und Schnelligkeit und liefert spannende Drills, die Mensch und Material einiges abverlangen.

Ein Angler hält einen großen Fisch vor sich

Tolle Hechte im Tollensesee

Rute raus, der Spaß beginnt! -

Der Tollensesee in Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt für Hecht und Barsch. Mit einer speziellen Technik, dem Schleppangeln, versuchen Heinz Galling und Horst Hennings ihr Glück.

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"Meister Esox" - Die perfekte Fressmaschine

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Hechte sind Lauerjäger, die ihrer Beute von einem Unterstand aus nachstellen. Sie folgen Futterfisch-Schwärmen aber auch ins Freiwasser.

Hechte sind Revierfische, sie suchen sich meist einen festen Unterstand oder ein Versteck, in dem sie auf ihre Beutefische lauern. Sie folgen aber auch Futterfisch-Schwärmen ins Freiwasser. Im Frühjahr nach der Laichzeit sind bevorzugte Standorte der Rand von Schilfgürteln oder Totholz in Ufernähe von Flüssen, Seen und Küstenregionen wie die Bodden auf Rügen. In den warmen Sommermonaten hält sich der Räuber lieber im tieferen Wasser auf, das kühler ist. In dieser Zeit kommen Hechte nur zum Jagen in die Flachwasserbereiche.

Ist Beute ausgemacht, schießt der Räuber mit seinem stromlinienförmigen, grüngescheckten Körper pfeilschnell hervor und packt zu. Dank der langen Hundszähne gibt es für die Futterfische selten ein Entkommen. Meistens dreht der Hecht die Beute im Maul noch einmal um, sodass der Fisch mit dem Kopf voran verschlungen wird. Deshalb sollte der Anschlag bei einem Biss schnell aber mit Gefühl erfolgen. Während der Hecht laicht, ist er vielerorts durch eine Schonzeit geschützt, auch das Mindestmaß für gefangene Exemplare variiert je nach Bundesland.

Mindestmaße und Schonzeiten für Hecht
LandSchonzeitMindestmaß
Schleswig-Holstein15. Februar bis 30. April45 Zentimeter
Hamburg1. Januar bis 15. Mai50 Zentimeter
Niedersachsen1. Februar bis 15. April (Binnengewässer)45 Zentimeter
Mecklenburg-Vorpommern1. März bis 30. April (Küste)45 Zentimeter, 50 Zentimeter (Küste)

Die Ausrüstung: Rute und Rolle

Zum Kunstköderangeln auf Hecht ist eine Spinnrute mit einem Wurfgewicht bis 80 Gramm erforderlich. Wer gerne mit Gummifischen angeln möchte, sollte ein Modell mit einer brettharten Aktion wählen, so lässt sich der Köder beim Jiggen am besten führen, denn der Bodenkontakt muss im Blank spürbar sein. Als Rolle ist ein 3000er-Modell gefüllt mit geflochtener Schnur, etwa in der Stärke 0,15 Millimeter, ausreichend.

Gerätetipps zum Spinnen auf Hecht

Safety first: Niemals ohne Stahlvorfach!

Wichtig: Beim waidgerechten Fischen auf Hecht sollten Sie immer ein Stahlvorfach benutzen, damit der Fisch die Montage mit seinen scharfen Zähnen nicht durchtrennt und mit verhaktem Köder im Maul qualvoll zu Grunde gehen muss. Da Hechte die Köder vielfach sehr tief schlucken, sollte das Stahlvorfach mindestens 50 Zentimeter lang sein. Die fertigen Stahlvorfächer sind häufig viel zu kurz, deshalb ist die Eigenherstellung ratsam. Für wenig Geld sind dafür Quetschhülsen, eine Quetschhülsenzange und Stahlvorfach als Meterware im Angelgeschäft erhältlich. Das Stahlvorfach wird über einen Karabiner-Wirbel mit der Hauptschnur verbunden. In einen Karabiner-Wirbel am Ende des Stahlvorfachs hängen Sie die Kunstköder ein.

Vorsicht ist unbedingt beim Landen und Abhaken gefangener Hechte geboten: Wegen der akuten Verletzungsgefahr sollte beim Entfernen des Hakens eine Lösezange und gegebenenfalls eine Schonrachensperre benutzt werden, um den Hechtkiefer zu blockieren. Auch von einer Handlandung beispielsweise im Boot ist unbedingt abzusehen: Benutzen Sie einen Kescher oder einen Fischgreifer!

Dieses Thema im Programm:

Rute raus, der Spaß beginnt! | 14.10.2017 | 17:35 Uhr

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