Interview

Snowden-Interview: Das Manuskript

Das Manuskript des Interviews von Hubert Seipel mit dem amerikanischen Whistleblower Edward Snowden.

Edward Snowden im Januar 2014 im Interview mit dem NDR. © NDR / Cine Centrum Detailansicht des Bildes Edward Snowden sagt, er schlafe gut, obwohl amerikanische Regierungsbeamte ihn tot sehen wollen, wie BuzzFeed berichtet. Frage: Herr Snowden, haben Sie in den letzten Nächten gut geschlafen? Ich habe gelesen, dass Sie um Polizeischutz gebeten haben. Gibt es irgendwelche Drohungen?

Es gibt deutliche Drohungen, aber ich schlafe sehr gut. Es gab einen Artikel in einem Online-Portal namens Buzz Feed, in dem Beamte des Pentagon und der NSA National Security Agency interviewt wurden. Man hat ihnen Anonymität zugesichert, damit sie sagen können, was sie wollen, und die haben dem Reporter erzählt, dass sie mich umbringen wollen. Diese Leute - und das sind Regierungsbeamte - haben gesagt, sie würden mir nur zu gern eine Kugel in den Kopf jagen oder mich vergiften, wenn ich aus dem Supermarkt zurückkomme, und zusehen, wie ich dann unter in der Dusche sterbe.

Aber zum Glück sind Sie noch am Leben.

Richtig, ich bin noch am Leben und ich habe keine schlaflosen Nächte, weil ich getan habe, was ich für nötig hielt. Es war das Richtige, und ich werde keine Angst haben.

Snowden exklusiv - Das Interview

- 26.01.2014 23:05 Uhr - Autor/in: Hubert Seipel

Durch seine Informationen wurde die NSA-Affäre ausgelöst. Jetzt geht Edward Snowden im Interview mit dem NDR auf die Folgen seiner Enthüllungen und seinen Werdegang ein.

 

Die größte Angst, die ich habe, was meine Enthüllungen angeht, sagten Sie damals, ist die, dass sich nichts ändert. Aber unterdessen gibt es eine lebhafte Diskussion über die Lage der NSA; nicht nur in Amerika, sondern auch in Deutschland und in Brasilien, und Präsident Obama war gezwungen, öffentlich zu rechtfertigen, was die NSA da ganz legal gemacht hat.

Als erste Reaktion auf die Enthüllungen hat sich  die Regierung als eine Art Wagenburg  um die National Security Agency aufgebaut. Anstatt sich hinter die Öffentlichkeit zu stellen und deren Rechte zu schützen, haben sich die Politiker vor den Sicherheitsapparat gestellt und dessen Rechte geschützt. Das war interessanter Weise allerdings nur die erste Reaktion, seither sind Zugeständnisse gemacht worden. Der Präsident hat erst gesagt: "Wir haben das richtige Maß eingehalten, es gab keinen Missbrauch", dann haben er und seine Beamten zugegeben, dass es durchaus Missbrauch gegeben hat. Es hat jedes Jahr unzählige Verstöße der National Security Agency und anderer Stellen und Behörden gegeben.

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Monitor zeigt Edward Snowden beim Interview mit dem NDR. Januar 2014. © Knut Sodemann
 
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