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Unendliche Möglichkeiten für Museen im Netz

von Elise Landschek

Eine Gruppe bewegt sich auf dem "Horizon Field Hamburg" in den Deichtorhallen © NDR.de Fotograf: Marc-Oliver Rehrmann Detailansicht des Bildes Erst erkunden Besucher die Ausstellung "Horizon Field" - und verlängern sie dann ins Netz. "Faszinierend!" "Ein heiliger Ort!" "Wozu brauchen wir Kunst?" "Hab mir echt mehr versprochen" - Im Internet-Blog zur Ausstellung "Horizon Field" der Hamburger Deichtorhallen wird geschwärmt, philosophiert und gemeckert. Die Besucher können die schwebende Spiegelfläche aber nicht nur kommentieren, sondern auch Fotos von sich und der Installation veröffentlichen.

Eine typische Aktion der Deichtorhallen - hier gehört so ein interaktiver digitaler Auftritt fest zum Konzept. Matthias Schönebäumer kümmert sich darum. Museumsmacher müssten endlich ihren Elfenbeinturm verlassen und mit der Zeit gehen, meint er. "Fotostrecken, Videos: Der Blog bietet einfach einen viel näheren und persönlicheren Eindruck des Hauses als es die normalen Ankündigungen können."

App, Twitter, Google Plus: Aktiv auf allen Kanälen

Aber der Blog ist noch längst nicht alles. Zusätzlich hat Schönebäumer einen YouTube-Kanal mit Videos der Ausstellungen eingerichtet, einen Auftritt bei dem Google-Netzwerk Google Plus, einen Twitter-Account, eine App für Smartphones und natürlich eine Facebook-Seite. Und die hat inzwischen mehr als 7.000 Fans.

"Für die Ausstellung 'Gute Aussichten' hatten wir zwei Plakatmotive bei Facebook zur Abstimmung gestellt. Das Motiv mit den meisten Stimmen ist dann auch das Ausstellungsplakat geworden", berichtet Schönebäumer: "Das ist für die Besucher und das Publikum im Netz ganz entscheidend. Die wollen mitreden, mitentscheiden und sehen können, welche Prozesse hier ablaufen."

 

Ausstellungsmacher wollen die Besucher einbeziehen

Eine Reihe Bilder hängt dicht nebeneinander. © NDR Fotograf: Oliver Gressieker Detailansicht des Bildes Das Horst-Janssen-Museum wünscht sich auf Facebook Feedback zu seinen Ausstellungen Eine Ausstellung kuratieren, Plakate aufhängen, fertig: Das ist so was von letztes Jahrhundert. Heute können und sollen die Besucher mitmischen. Und nicht nur die großen Museen setzen auf mehr Volksnähe, auch die kleineren, regionalen Museen wollen den Trend nicht verpassen. Das Horst-Janssen-Museum in Oldenburg hat bei Facebook immerhin schon mehr als 600 Fans. Ganz junge aber auch ältere seien dabei - und nicht nur aus Niedersachsen, sondern aus ganz Deutschland, betont Sprecherin Annette Boegl.

Eine große Chance für das kleine Museum, meint sie: "Ich finde es wichtig, Feedback zu bekommen. Auf unserer Facebook-Seite sagen sie uns direkt, was ihnen gefallen hat, was sie sich wünschen würden und kommentieren unser Veranstaltungsangebot."

Außerdem können die Besucher an Verlosungen teilnehmen, aus ihren Profilbildern ein Horst-Janssen-Mosaik zusammenbasteln oder Ideen für einen Poetry-Slam beisteuern.

 

Kommen die Internet-Fans auch ins Museum?

Das Internet ist die perfekte Marketing-Plattform - darin sind sich die webaktiven Museumsmacher einig. Neuigkeiten lassen sich im Netz per Schneeballsystem in Windeseile verbreiten. Doch ob das am Ende auch wirklich mehr Besucher bringt? Das könne man schlecht nachprüfen, sagt Matthias Schönebäumer von den Deichtorhallen.

"Letzten Endes kommt es darauf an, dass man eine gute Ausstellung macht. Man kann  über Facebook und Twitter noch so viel klingeln, wenn sie keine interessante Ausstellung machen, dann nützt das alles nichts." Doch er ist auch überzeugt: wer als Ausstellungsmacher mithalten will, darf das Internet nicht ignorieren. Denn der Besucher von morgen, der ist bestimmt bei Facebook.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 24.07.2012 | 08:00 Uhr

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Künstlerische Grafik, auf der ein aufgeklappter Laptop zu sehen ist. © dpa picture alliance Fotograf: Henner Prefi
 

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