Welcher Fisch darf noch auf den Teller?

Der Einkaufsratgeber Fisch der Umweltorganisation Greenpeace © dpa - Bildfunk Fotograf: Markus Scholz Detailansicht des Bildes Das kleine Faltblatt passt beim Einkaufen in die Jackentasche. Makrele oder Lachs, Karpfen oder Dorade. Welche Fischarten können umweltbewusste Verbraucher noch mit gutem Gewissen essen? Antworten gibt der aktuelle Einkaufsratgeber, den die Umweltorganisation Greenpeace am Donnerstag in Hamburg vorgestellt hat. Das kleine Faltblatt listet rund 100 Arten auf - von Aal bis Zander - und unterteilt sie in die Kategorien "noch empfehlenswert" oder "nicht empfehlenswert". Danach dürfen etwa Karpfen und Afrikanische Welse verzehrt werden. Auf Makrelen sollten Verbraucher lieber verzichten. Greenpeace differenziert auch, ob die Fische in Freiheit oder Aquakultur aufgewachsen sind. Dorade, Schellfisch und Lachs werden daher mit Einschränkungen empfohlen, wenn sie aus nachhaltiger Wildfischerei oder Fischfarmen stammen. Neu auf der Liste der bewerteten Sorten sind unter anderem Barramundi, Goldmakrele, Argentinische und Peruanische Sardelle, Roter Schnapper und Jakobsmuscheln.

Greenpeace fordert mehr Informationen für Kunden

"Engagierte Verbraucher können mit ihrem Fischeinkauf dem Handel und der Politik ein klares Signal senden", sagte Iris Menn, Meeresbiologin von Greenpeace. Seit fast fünf Jahren könnten sich Island, Norwegen, die Färöer und die EU nicht auf gemeinsame Regeln zum Fang von Makrelen im Nordostatlantik einigen. Der Druck der Kunden sei daher notwendig. Obwohl der Handel seit einigen Jahren besser über die Herkunft und Verarbeitung der Fische informiere, seien noch "längst nicht alle Fischprodukte ausreichend deklariert und bieten eine transparente Rückverfolgbarkeit", so Menn.

Der Bundesverband der Fischindustrie kritisierte den Ratgeber. Der aktuelle Zustand wesentlicher Fischbestände werde "verzerrt dargestellt". Die vielen negativen Bewertungen seien "Ausdruck ideologischer Prägungen, aber nicht wissenschaftsbasierter Fakten".

Auch WWF gibt Tipps zum Fischkauf

Auch die Umweltstiftung WWF empfiehlt, beim Kauf auf Art und Herkunft der Fische zu achten und bietet ebenfalls einen Einkaufsratgeber an. Der WWF bewertet darin handelsübliche Fischarten und Meeresfrüchte nach ökologischen Kriterien wie Bestandsentwicklung und Fangmethoden, kommt aber bei einigen Arten zu anderen Ergebnissen als Greenpeace.

Nachhaltig gefangenen Fisch oder Bio-Ware wählen

Saibling und Zander © picture-alliance/stockfoof/FoodPhotography Eising Detailansicht des Bildes Fisch aus Bio-Zucht ist laut WWF eine gute Wahl. Wer Fisch bewusst genießen möchte, sollte laut WWF nachhaltig gefangene, zertifizierte Ware oder auf Produkte aus Bio-Zucht bevorzugen. Bei Fischen und Meeresfrüchten aus Bio-Zucht rät der WWF zu Produkten mit dem Bioland- oder Naturland-Label. Für Wildfang empfiehlt der WWF das Siegel des "Marine Stewardship Council", kurz MSC. Die unabhängige, nichtstaatliche Organisation stand jedoch in der Kritik, weil MSC laut einer Studie nicht verlässlich sein soll.

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Links

Einkaufsführer der Umweltorganisation Greenpeace

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Aktuelle Checkliste des WWF zum Fischeinkauf

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Infos zu Erzeugung, Einkauf und Kennzeichnung vom Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (aid).

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