Neues vom Biotier
Bio ist immer gut, glauben viele Konsumenten. Doch ist dieses Label auch eine Garantie für ein glücklicheres Tierleben? Gibt es Kompromisse zwischen "bio" und "konventionell"? mehr
Seit Anfang 2012 ist die Haltung von Legehennen in konventionellen Käfigen, sogenannten Legebatterien, in der gesamten Europäischen Union verboten. Die Tiere dürfen nur noch in sogenannten ausgestalteten Käfigen, in "Kleingruppen" gehalten werden. Die Hühner haben nun etwas mehr Platz als früher (0,075 Quadratmeter gegenüber 0,055 Quadratmetern vor dem Verbot). Und die Käfige, in denen etwa 40 Tiere leben, müssen über Sitzstangen, Lege-Nester und Einstreu verfügen. Ab 2023 sollen in Deutschland auch diese Käfige untersagt werden. Kritiker halten sie für zu klein und setzen sich für die generelle Abschaffung der Käfighaltung ein. Bereits jetzt stammen in Deutschland rund zwei Drittel der Eier aus Bodenhaltung.
Viele Eierverkäufer preisen ihre Ware als "frische Landeier" oder "direkt vom Bauern" an. Doch das sind ungeschützte Begriffe. Woran erkenne ich ein gutes Ei wirklich?
Sind Eier in Gebäck, Nudeln, Mayonnaise oder Fertiggerichten enthalten, können Verbraucher deren Herkunft kaum nachvollziehen. Wenn es aber um das Frühstücksei geht, haben Kunden die Wahl. Und immer mehr Menschen kaufen auch tatsächlich Eier, die aus Freilandhaltung stammen, oder Bio-Eier. Wer auf Produkte verzichten möchte, die vermutlich mit Eiern von Hühnern aus Käfighaltung hergestellt wurden, muss auf Bio-Produkte zurückgreifen.
Unverarbeitete Eier müssen gekennzeichnet sein - es sei denn, sie werden vor Ort auf dem Erzeugerhof verkauft. Verbraucher können also entscheiden, welche Eier sie kaufen. Auf der Verpackung muss stehen, wie die Hühner gehalten werden und auf den Eiern selbst ist ein Code aufgedruckt. Er kann etwa so aussehen: 1-DE-0145231.
1. Haltungsform: Die erste Ziffer gibt an, wie die Legehenne gehalten wird, die das Ei gelegt hat.
| Code | Haltungsform |
|---|---|
| 0 = "Bio"-Eier | Legehennen dürfen nicht in Käfigen gehalten werden. Der Stall hat Sitzstangen und ist zu mindestens ein Drittel mit Stroh, Holzspänen oder Sand eingestreut. Im Stall dürfen höchstens sechs Tiere pro Quadratmeter scharren. Zusätzlich stehen jeder Henne mindestens vier Quadratmeter Auslauf zur Verfügung. Bio-Legehennen haben nicht mehr Auslauf als herkömmliche Freiland-Hennen, aber sie bekommen spezielles Futter, das zu 85 Prozent biologisch sein muss. |
| 1 = Freilandhaltung | Die Hennen haben zusätzlich zum Stall mit Sitzstangen, Nestern und Einstreu tagsüber Auslauf im Freien. Jedem Tier müssen mindestens vier Quadratmeter zur Verfügung stehen. |
| 2 = Bodenhaltung | Für neun Tiere muss mindestens ein Quadratmeter Bodenfläche zur Verfügung stehen. In Nestern, die auf mehreren Etagen angelegt sind, können die Hennen ihre Eier ablegen. Mindestens ein Drittel des Stalls ist eingestreut, damit die Tiere am Boden scharren können. |
| 3 = Käfighaltung | Seit 2012 dürfen in der gesamten EU Legehennen nur noch in sogenannten ausgestalteten Käfigen gehalten werden mit mindestens 0,075 Quadratmeter Käfigfläche pro Henne, einem Legenest, Einstreu und Sitzstangen. Die Käfige müssen eine Höhe von mindestens 50 Zentimetern aufweisen. |
2. Herkunftsland: An zweiter Stelle findet sich die Länderkennzeichnung, zum Beispiel "DE" für Deutschland, NL für die Niederlande oder IT für Italien. Auch dort gilt ja, wie erwähnt das Verbot von Legebatterien, doch 15 EU-Mitgliedsstaaten - unter anderem Frankreich, Polen, Belgien, Niederlande, Italien, Spanien und Portugal - ignorieren diese gesetzliche Vorgabe. Nach Angabe der EU-Kommission werden derzeit noch 47 Millionen Hennen in Legebatterien gehalten, die schätzungsweise pro Woche 220 Millionen illegale Eier erzeugen.
01 = Schleswig-Holstein
02 = Hamburg
03 = Niedersachsen
04 = Bremen
05 = NRW
06 = Hessen
07 = Rheinland-Pfalz
08 = Baden-Württemberg
09 = Bayern
10 = Saarland
11 = Berlin
12 = Brandenburg
13 = Mecklenburg-Vorp.
14 = Sachsen
15 = Sachsen-Anhalt
16 = Thüringen
3. Betrieb: Die Zahlenfolge am Ende steht für die Nummer des Legebetriebs, die ersten beiden im Fall von Eiern aus Deutschland für das Bundesland (03 etwa für Niedersachsen). Wer genau wissen möchte, woher das Ei kommt, kann die Nummer auf der Website "Was steht auf dem Ei?" eingeben und erhält dann Auskunft.
Eier werden zudem nach ihren Güteklassen unterschieden. Im Einzelhandel sind nur die Eier der Güteklasse A in den Größen M (mittel) und L (groß) erhältlich. B-Klasse-Eier werden in der Industrie verarbeitet.
In der Regel sind Eier etwa 28 Tage ab Legedatum haltbar. Für Gerichte, die mit rohen Eiern zubereitet werden, sollten nur ganz frische verwendet werden. Gut zwei Wochen alte Eier sollten vor dem Verzehr gekocht, gebraten oder im Kuchen gebacken werden.
Eier halten gut 28 Tage, sollten aber nach 14 Tagen nicht mehr roh verzehrt werden.
Ist das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht bekannt, helfen einfache Tests, um festzustellen, ob ein Ei noch frisch ist. Legt man es beispielsweise in eine Schüssel mit kaltem Wasser und es schwimmt oben, handelt es sich um ein altes Ei, denn dann hat sich die Luftkammer darin vergrößert. Sinkt es zu Boden, ist es noch frisch. Schüttelt man ein Ei und es gluckst im Innern, ist es alt, denn das Eiklar ist dünnflüssiger geworden. Das Eigelb eines frisch aufgeschlagenen Eis wölbt sich hoch, während das eines alten Eis abgeflacht ist.