Stand: 04.12.2015 11:07 Uhr  | Archiv

Weihnachtsstimmung aus dem Glas

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Glühwein & Co. sorgen nicht nur auf Weihnachtsmärkten für perfekte Winterstimmung.

Er duftet verführerisch, steigt erst in die Nase, später in den Kopf: Glühwein. Kein Weihnachtsmarkt kommt ohne den Anheizer aus, für den der Gesetzgeber mindestens sieben Prozent Alkohol fordert. Zur Grundausstattung gehören Rotwein und Zucker oder Süßstoff, Zimt und Gewürznelken, Anis, Orangen- und Zitronenschalen. Die spezielle Mischung macht den - hoffentlich guten - Geschmack. Doch Vorsicht: Wird Glühwein auf mehr als 78 Grad erhitzt, löst sich der Alkohol in Dampfwolken auf und das Aroma verändert sich merklich. Da hilft es auch kaum, die Mischung mit einem Schuss Rum oder ähnlich Hochprozentigem zu pushen.

Erst warm, dann kalt

Glühwein scheint bei Kälte den Körper schnell aufzuwärmen. Der Alkohol erweitert die Blutgefäße, sodass mehr Blut in die äußeren Körperregionen fließt und ein Gefühl von Wärme entstehen lässt. Allerdings kühlt das Blut dort stärker ab und senkt die Körpertemperatur.

Punsch kann jeder

Glühwein mutiert dann schon mal zu Punsch, denn der muss nicht den strengen Kriterien der Lebensmittelprüfer standhalten. Punsch steht allgemein für heiße Getränke mit Alkohol, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Fruchtsaft oder Tee, Wein oder Schnaps dürfen in beliebiger Mischung in den Becher. Mixt man Eierlikör mit Weißwein, Zucker und Zimt, entsteht Eierpunsch, der sich auf Weihnachtsmärkten wachsender Beliebtheit erfreut. Ursprünglich bezeichnet Punsch ein indisches Getränk aus Arrak - einem Branntwein aus Reis und Palmwein - Wasser, Zitrone, Zucker und Gewürzen.

Glühweins Bruder: Glögg

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Weihnachtliche Gewürze verwandeln Rotwein auch zu Hause in köstlichen Glühwein.

Eine Glühwein-Variante schwappt aus Skandinavien nach Deutschland: Glögg. Rotwein wird im hohen Norden mit Korn, Wodka oder Rum verstärkt und ähnlich wie Glühwein gewürzt. Mandelstifte und Rosinen als Einlage sorgen für den entscheidenden Unterschied. In Süddeutschland und im Alpenraum wird Glühwein gelegentlich auch aus Weißwein zubereitet und heißt dann Heißer Seehund.

Wenn der Zuckerhut brennt

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Die Zubereitung einer Feuerzangenbowle ist auch ein optisches Erlebnis.

Ebenfalls aus dem Süden stammt die Feuerzangenbowle, die aber auch auf norddeutschen Märkten angeboten wird. Der Rum dafür muss mindestens 54 Prozent Alkohol enthalten, denn er dient als Brennstoff zum Abfackeln eines Zuckerhutes. Die Mischung aus geschmolzenem, leicht karamellisiertem Zucker und Rum tropft in einen Kessel mit gewürztem Rotwein und verleiht der Bowle ihren typischen Geschmack.

Ein Renner auf Skihütten ist Jagertee. Das Original muss aus Österreich kommen und mindestens Tee und Rum enthalten. Böse Zungen behaupten, Jagertee sei ein wilder Mix aus alkoholischen Restbeständen aller Art.

Einfach norddeutsch

Schnörkellos kommt der norddeutsche Klassiker der Seefahrer daher, Grog. Zwei Drittel heißes Wasser, ein Drittel Rum, Zucker - fertig. Wer ihn "steif" mag, nimmt weniger Wasser.

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Kaffee mit Schuss: Auf einen Pharisäer gehört eine Sahnehaube.

Rum spielt auch beim Pharisäer eine entscheidende Rolle. Ein Pfarrer von der Halbinsel Nordstrand soll den Namen im 19. Jahrhundert geprägt haben. Das Rezept: starker, gesüßter Kaffee mit einem kräftigen Schuss Rum veredelt. Für den Kick sorgt eine dicke Sahnehaube, die beim Trinken auf dem Kaffee bleibt. Angeblich wollte eine Taufgesellschaft mit der Sahne den alkoholischen Geruch ihres Kaffees vor dem Geistlichen verbergen. Der kam den Gästen auf die Schliche und brüllte: "Ihr scheinheiliges Volk, ihr Pharisäer!" Heute gilt Pharisäer in Nordfriesland als Nationalgetränk.

Wird der Kaffee durch Kakao ersetzt, mutiert der Pharisäer zur Toten Tante. Sie ähnelt dem spanischen Lumumba, der allerdings als alkoholische Komponente Weinbrand enthält.

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY / 23.11.2016 / 05:10 Uhr

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