Stand: 24.02.2017 12:33 Uhr

Muss es wirklich Schampus sein?

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Laut Statistik trinkt jeder Bundesbürger ab 16 Jahren rund 4,5 Liter Schaumwein pro Jahr.

Sie schäumen alle und sie perlen alle. Am Jahresende ist Hochsaison für spritzige Getränke jeder Art: Sekt und Champagner, Cava und Prosecco. So unterschiedlich wie die Namen sind auch die Preise. Beim Discounter kostet eine Flasche Prosecco weniger als zwei Euro. Für einen edlen Champagner aus dem Fachhandel ist durchaus das Fünfzigfache fällig. Was unterscheidet die sprudelnden Edel-Getränke, deren Basis immer Weintrauben sind?

Ein Glas gefüllt mit Sekt

Massenware Sekt: Was steckt drin?

Markt -

Ein Qualitätsmerkmal von Sekt ist, dass er nur natürliche Kohlensäure enthalten soll. Sonst handelt es sich nicht um Schaumwein. Halten sich die Hersteller daran?

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Der Günstige: Prosecco

Für weniger Geld kann man mit einem perlenden alkoholischen Getränk nicht anstoßen. Prosecco stammt aus Italien, ursprünglich aus der Region Venetien im Nordosten des Landes. Ausgangsprodukt sind Weine der Rebsorte Glera. Prosecco enthält wenig Kohlensäure, perlt also nicht so intensiv wie andere Schaumweine. Für die einfachsten Prosecchi wird Weißwein mit Kohlensäure versetzt. Bessere Produkte gären in Tanks oder sogar in Flaschen. Gute Qualitäten kosten ab etwa sieben Euro pro 0,75-Liter-Flasche.

Die Mittelklasse: Sekt

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Wer auf Qualität Wert legt, sollte zu Sekt aus "traditioneller Flaschengärung" greifen.

Der in Deutschland beliebteste Sprudelwein heißt Sekt. Basis sind sogenannte Grundweine, denen Hefezellen und Zucker zugesetzt werden. Dann gären sie mindestens sechs Monate und produzieren dabei Kohlensäure. Meist werden verschiedene Grundweine, die nicht aus einer bestimmten Region stammen müssen, zu einer Cuvée gemischt. So erzielen Winzer den immer gleichen Geschmack einer Sektsorte. Für den Feinschliff setzen sie nach der Gärung in Wein aufgelösten Zucker oder Süßweine zu. Günstige Massenware, die zu Preisen von etwa drei bis sieben Euro pro Flasche in den Handel kommt, gärt in großen, druckfesten Tanks. Edle Sekte reifen neun Monate direkt in der Flasche und werden auf dem Etikett meist als "traditionelle Flaschengärung" gekennzeichnet. Die am häufigsten verwendete Rebsorte heißt Riesling. Der Alkoholgehalt von Sekt muss mindestens zehn Prozent betragen. Kohlensäure darf nicht zugefügt werden.

Der Edle: Champagner

So schmeckt's am besten

Sekt und Co. kommen trinkfertig in den Handel und sollten bald genossen werden. Die Flaschen noch lange zu lagern, schadet der Qualität. Bis zum Verzehr kühl, dunkel und stehend aufbewahren. Die ideale Trinktemperatur liegt bei sieben Grad. In schlanken, hohen Gläsern steigen die feinen Perlen schön auf.

Schon der Name klingt nach Luxus. Champagner gilt für viele als das edelste aller Getränke. Der Schaumwein darf sich nur Champagner nennen, wenn er aus der Region Champagne stammt, gut 100 Kilometer nordöstlich von Paris. Dort wachsen die Weine auf genau definierten Flächen von insgesamt knapp 35.000 Hektar. Die drei wichtigsten Rebsorten heißen Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir - also ein weißer und zwei rote Trauben. Seine Exklusivität und den Preis bewahrt sich Champagner auch mit strengen Regeln bei der Herstellung: Unter anderem wird die Menge der Trauben begrenzt und sie müssen von Hand geerntet werden. Die Produktion des Getränks gleicht der von Sekt. Allerdings reift Champagner immer mindestens 15 Monate in Flaschen. Inzwischen findet sich der feinperlige Franzose auch in den Regalen vieler Discounter, die ab zehn Euro pro Flasche kassieren. Für noble Marken ist das Zehnfache keine Seltenheit.

Die Alternativen: Cava und Co.

Während es für die einen schlicht eine Stilfrage ist, Champagner zu trinken, halten ihn andere für überbewertet. Sie vergnügen sich mit Alternativen, die je nach Herkunft Cava, Spumante oder Crémant heißen. So wird der spanische Cava ebenfalls nach der Méthode traditionelle hergestellt, also der traditionellen Methode aus der Champagne. Die Herkunft der Trauben ist zwar nicht begrenzt, doch werden mehr als 90 Prozent des Schaumweins im Anbaugebiet Penedès westlich von Barcelona hergestellt. Cava muss mindestens neun Monate reifen.

Trinken statt spritzen

So kommt der Schaumwein sicher ins Glas:
- Flasche gut kühlen und nicht schütteln
- Gläser bereitstellen
- Flasche leicht schräg vom Körper weg halten
- Drahtkorb auf dem Korken öffnen und abnehmen
- Korken gut festhalten und mit der anderen Hand die Flasche drehen
Tipp: Sitzt der Korken zu fest, Drahtkorb wieder aufsetzen, Tuch um Korken und Korb legen und dann fest zugreifen.

Ähnliches gilt für Crémant, einen französischen Champagner-Konkurrenten, der nicht aus der Region Champagne stammt und mindestens zwölf Prozent Alkohol enthält. Die italienische Variante nennt sich Spumante, bringt es auf mindestens elf Prozent Alkohol und darf mit zugefügter Kohlensäure verkauft werden. Cava und Kollegen liegen im Preis meist zwischen Sekt und einfachem Champagner, also bei etwa sieben bis 15 Euro pro Flasche.

Welcher ist der Richtige?

Einen Schaumwein zu finden, der dem eigenen Geschmack entspricht, ist nicht einfach. Experten unterscheiden allein bei Sekt sieben Geschmacksrichtungen von naturherb (brut nature) über das gängige trocken (dry) bis mild (doux), die sich am Zuckergehalt orientieren. Diese Bezeichnung findet sich meist auf dem Etikett. Im Fachgeschäft beraten Händler zusätzlich, wie das jeweilige Produkt einzustufen ist, etwa mit Blick auf einen frischen, fruchtigen Geschmack. Letztlich muss ein Probeschluck entscheiden, ob der Schaumwein die richtige Wahl für einen festlichen Anlass ist. Stiftung Warentest hat wiederholt Schaumweine geprüft und festgestellt, dass weder ein großer Name noch ein hoher Preis Garanten für Qualität sind.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 27.02.2017 | 20:15 Uhr

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