Stand: 15.01.2016 09:50 Uhr

Steckrüben: Von der Notration zum Trendgemüse

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Der obere Teil der Rübe ist meist kräftiger gefärbt, das Innere hell bis gelblich.

Lange Zeit standen Steckrüben kaum auf deutschen Speiseplänen. Die Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit waren wohl noch zu präsent, als die Rüben im Winter notgedrungen zu den Hauptnahrungsmitteln gehörten. In den vergangenen Jahren hat sich die Einstellung zu Steckrüben jedoch gewandelt. Inzwischen findet sich das Gemüse in vielen Rezepten, Geschäften und Restaurants.

Ein typisches Wintergemüse

In den Handel kommen meist nur wenige Sorten wie die "Wilhelmsburger" mit orange-gelbem Fruchtfleisch. Da gelbliche Sorten intensiver schmecken, werden weiße Steckrüben überwiegend als Tierfutter angebaut. Das typische Wintergemüse hat von September bis in das Frühjahr Saison. Die bis zu 1,5 Kilogramm schweren, runden oder ovalen Knollen haben eine kräftige helle bis rötliche Schale, die vor der Zubereitung großzügig entfernt werden muss. Dann wird die Rübe meist in kleine Würfel oder Streifen geschnitten und gedünstet. Weit verbreitet sind Eintöpfe, häufig in Kombination mit Kartoffeln. Geraspelt kann das süßliche Fruchtfleisch auch als Rohkost serviert werden.

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Beim Kauf sollte man kleinere, pralle Knollen mit einer möglichst glatten Haut bevorzugen.

Vitaminreich und kalorienarm

Neben Kohlenhydraten - teils als Zucker - enthalten Steckrüben größere Mengen Vitamin C, Beta Carotin und Calcium. Zum größten Teil besteht die Knolle jedoch aus Wasser und gilt daher als kalorienarm. 100 Gramm enthalten rund 30 Kilokalorien und sind nahezu fettfrei. Zum Vergleich: Kartoffeln bringen es auf knapp 70 Kilokalorien. Der biologische Name der Steckrübe, "Brassica napus ssp. rapifera", weist auf eine Verwandtschaft mit Raps (Brassica napus) und der Gattung Kohl (Brassica) hin.

Anbau im Garten möglich

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Wenn die Haut schrumpelig wird, ist die Rübe nicht mehr frisch.

Steckrüben, die auch Kohl- oder Butterrüben genannt werden, gedeihen in unseren Breiten im Freiland. Wer sie im Garten anbauen möchte, zieht sie ab Mitte Mai vor und pflanzt sie nach rund sechs Wochen ins Freiland aus. Ab Mitte September sind die Rüben reif zur Ernte. Die Knollen können vielfach auch im Winter im Beet bleiben, denn sie widerstehen Frost bis etwa minus zehn Grad. Frühzeitig geerntet sind sie zwar etwas kleiner, dafür aber zarter und nicht holzig, wie sehr große Exemplare. In einem kühlen Keller halten sich Steckrüben viele Wochen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Tim Mälzer kocht! / 16.01.2016 / 17:35 Uhr