Sendedatum: 17.09.2012 20:15 Uhr

Dörrobst selbst herstellen

von Thilo Eckoldt

Trocknen gehört zu den ältesten Methoden, Lebensmittel haltbar zu machen: Ob Obst, Gemüse, Pilze, Kräuter, Fisch oder Fleisch - wenn man es richtig macht, hat man einen langlebigen Vorrat, der ohne großen Aufwand gelagert werden kann. Obst lässt sich am einfachsten selbst trocken und unter anderem zu kleinen Naschereien oder Früchtebrot verarbeiten. Dörrobst ist auch eine leckere Zutat in Müsli oder Studentenfutter. Am besten eignen sich Äpfel, Birnen, Aprikosen, Pflaumen. Auch für Pilzesammler ist das Trocknen eine ideale Methode zur Haltbarmachung. Trockenpilze sind sehr geschmacksintensiv - eine Freude für jeden Koch!

Früchte vorbereiten

Bevor man sich ans Trocknen macht, sollten die Früchte geschält und die Kerngehäuse entfernt werden. Äpfel und Birnen in Scheiben schneiden - je dünner, desto schneller trocknen sie. Helles Obst kann gegen Verfärbungen in verdünnten Zitronensaft getaucht werden. Pilze vor dem Trocknen nicht waschen.

Mikrowelle, Dörrapparat oder Backofen?

Wir haben mehrere (haushaltsgeeignete) Methoden ausprobiert: Die älteste ist das Trocknen an der Luft. Eine Möglichkeit: Die Scheiben der Früchte werden auf eine Schnur gefädelt und zum Trocknen aufgehängt. Alternative: Ein Tuch auf einen Backofenrost legen und darauf die Obstscheiben verteilen. Der Kontakt zwischen Früchten und Metall sollte vermieden werden. Die Umgebungsluft sollte trocken und warm sein, direkte Sonneneinstrahlung aber vermeiden, da sonst Vitamine verloren gehen. Geeignet ist etwa ein nicht isolierter Dachboden oder auch ein Heizungskeller. Wer im Freien trocknet, muss hohe Luftfeuchtigkeit vermeiden, da das Obst sonst zu schimmeln beginnt. Der Trockenprozess kann mehrere Tage dauern.

Deutlich schneller geht das Trocknen im Backofen: Die Trockenzeit für Apfelringe beträgt etwa vier bis fünf Stunden bei 60 bis 70 Grad. Pilze werden bei 50 Grad getrocknet. Wichtig: Die Backofentür muss ein wenig offen stehen, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Ein Kochlöffel oder ein Korken helfen dabei. Rost mit Backpapier belegen. Alternativ kann man die Scheiben auf Holzspieße von passender Länge stecken und diese in die Schienen im Backofen hängen.

Ein elektrischer Dörrapparat lohnt sich für alle, die häufiger trocknen wollen. Modelle, die etwas mehr Komfort bieten, und etwa über Zeitschaltuhr und Temperaturvorwahl verfügen, können bis zu 120 Euro kosten. Dafür kann man das Obst auch in mehreren Lagen stapeln und muss den Trockenvorgang auch nicht ständig beaufsichtigen. Er dauert zwischen sechs und zehn Stunden.

Wir haben das Obst auch in der Mikrowelle getrocknet: Es geht schnell und verbraucht nicht viel Energie. Die Früchte zunächst zwei Minuten lang mit Maximalleistung erhitzen, dann die Tür öffnen, um die Feuchtigkeit abziehen zu lassen. Die Mikrowelle danach auf niedrigster Stufe fünf bis 20 Minuten weiterlaufen lassen.

Welche Methode bringt das beste Resultat?

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Die Mikrowelle ist bei unserem Versuch glatt durchgefallen: Zwar waren die Pilze halbwegs trocken, doch die Äpfel waren eher durchgegart und von weicher Konsistenz. Hinzu kommt: In der Mikrowelle ist nur für sehr wenig Obst Platz.

Die Lufttrocknung ist nur geeignet, wenn auch der entsprechende Ort (trocken und warm) vorhanden ist. Außerdem zieht sich - je nach Temperatur - der Trocknungsvorgang über mehrere Tage hin.

Der Backofen funktioniert als Trockengerät wunderbar. Da die Tür immer einen Spalt geöffnet sein muss, ist diese Methode natürlich ein echter Energiefresser. Wer aber nur wenige Mal im Jahr Obst trocknen will, ist damit gut bedient.

Das Trockengerät hat uns dagegen restlos überzeugt: Man kann große Mengen damit trocknen. Durch die eingebaute Zeitschaltuhr und die Temperaturvorwahl muss man sich um nichts kümmern.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 17.09.2012 | 20:15 Uhr

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