Sendedatum: 22.07.2013 20:15 Uhr  | Archiv

Was tun gegen Zecken?

von Melanie Stinn

Die unscheinbaren, nur 2,5 Millimeter großen Spinnentiere sitzen auf Gräsern und Sträuchern und lassen sich von vorbeigehenden Wirten (Tiere und Menschen) abstreifen. Zecken ernähren sich von Blut und können dabei gefährliche Krankheiten übertragen. Auch bei uns in Norddeutschland sind immer mehr Zecken mit Bakterien infiziert, die die gefährliche Infektionskrankheit Borreliose auslösen können. An einigen Stellen in Norddeutschland ist jede dritte Zecke mit Borrelien durchseucht. Bleibt eine Zecke lange unentdeckt, können die spiralförmigen Bakterien in den Körper eindringen. Kommt es zu einer Infektion, können die Bakterien jedes Organ befallen, speziell das Nervensystem und die Gelenke. Die Folgen können Muskelschmerzen und Lähmungserscheinungen sein.

Vorbeugen durch Anti-Zeckenmittel?

In Drogerien und Apotheken findet man verschiedene Zeckenschutzmittel. Diese Mittel wirken mithilfe bestimmter Duftstoffe, die die Zecken abhalten sollen. Das Problem ist allerdings, dass die Mittel auch nach Herstellerangaben nur wenige Stunden wirken - "bis zu vier Stunden", heißt es auf vielen Verpackungen. "Nach meiner Einschätzung kann keines dieser Produkte länger als einige Stunden Schutz bieten, deshalb ist es wichtig, dass man ergänzende Schutzmaßnahmen ergreift", meint die Dermatologin Dr. Kristine Breuer. Das geben sogar die Hersteller zu. "Antibrumm" beispielsweise schreibt uns: "Keine Einzelmaßnahme gegen Zecken, Mücken et cetera kann einen hundertprozentigen Schutz garantieren."

Bild vergrößern
Die Dermatologin Kristine Breuer hält es für wichtig neben Anti-Zeckenmitteln noch andere Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Bestimmte Duftstoffe in den verschiedenen Präparaten sollen die Zecken davon abhalten überhaupt zuzubeißen. Am wirksamsten sind chemische Inhaltsstoffe, zum Beispiel Icaridin oder DEET. Aber auch hier heißt es alle paar Stunden nachsprühen. Angeboten werden auch alternative Produkte, die auf ätherische Öle wie etwa Zitronengrasöl setzen. Die Dermatologin Kristine Breuer hält von dieser Lösung nicht viel: "Ätherische Öle können Kontaktallergien hervorrufen, sie sind also auch nicht ganz unproblematisch, obwohl es natürliche Inhaltsstoffe sind. Von der Wirksamkeit muss man ganz klar sagen, sind sie gegenüber den synthetischen Produkten unterlegen. Es ist auf gar keinen Fall ein vollständiger Schutz von diesen Produkten zu erwarten."

Dieses Thema im Programm:

Markt | 22.07.2013 | 20:15 Uhr

NDR Logo
Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/zecken120.html