Sendedatum: 07.05.2012 20:15 Uhr  | Archiv

Pflegetipps für gesunde Zähne

von Melanie Stinn / Kristal Davidson
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Was ist besser: Zähneputzen per Handbetrieb oder elektrisch?

Zähneputzen alleine reicht schon lange nicht mehr - zumindest wenn man der Werbung glaubt. Das Angebot an Utensilien für die Pflege der Zähne nimmt ständig zu. Keine Stelle im Mund, für die es kein Instrument gäbe und keine Zahnpasta, die nicht mindestens vier unterschiedliche Wirkungsmechanismen hat.

Die Grundlagen

Fest steht: Für weiße und gesunde Zähne muss man etwas tun. Neben den elektrischen Zahnbürsten gibt es Dutzende herkömmliche Modelle zur Auswahl: mit Gelenk oder starr, mit runden Borsten, kurzen und langen, geraden oder schrägen. Wichtig ist vor allem ein kleiner Bürstenkopf, ein zu großer kommt nicht richtig an alle Rundungen der Zähne heran. Experten empfehlen zudem eher weiche, abgerundete Kunststoff-Borsten.

Inzwischen werden von Zahnärzten die elektrischen Zahnbürsten zum Putzen empfohlen. Sie haben den Vorteil, dass es schneller und bequemer geht. Besonders älteren Menschen, deren Geschicklichkeit bereits etwas nachgelassen hat, helfen die Geräte.

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Noch viel wichtiger als die Bürste an sich ist die Putzdauer: Die meisten Deutschen putzen gerade einmal anderthalb Minuten lang ihre Zähne. Das ist eindeutig zu kurz. Minimum sollten drei Minuten sein - so lang wie durchschnittlich die meisten Lieder im Radio dauern. Außerdem sollte man sich mindestens zwei Mal am Tag die Zähne mit der richtigen Technik putzen: von "Rot" nach "Weiß" zu putzen - also vom Zahnfleisch zum Zahn hin. Dabei werden die Rillen und Zwischenräume mit der Zahnbürste richtig gereinigt. Kinder sollten schon mit den ersten Zähnen an das Putzen gewöhnt werden.

Die Zahnpasta

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Für die Putzwirkung haben die farbigen Streifen in Zahnpasta keine Bedeutung.

Zahnpasta ist meistens weiß. Manche Sorten haben aber auch blaue, rote oder grüne Streifen. Tatsächlich ist die Farbe aber unerheblich. Wichtig ist, dass Fluorid in der Creme enthalten ist, denn das stärkt den Zahnschmelz. Aus der Sicht des von Markt befragten Zahnarztes Dr. Peter Ghaussy sind die Preisunterschiede der verschiedenen Zahncremes aber häufig nicht gerechtfertigt.

Für ein besonders strahlendes Hollywood-Lächeln benutzen immer mehr Menschen eine spezielle Weißmacher-Zahnpasta. Diese enthält weit mehr Abrasivstoffe, eine Art Scheuerpulver, als herkömmliche Cremes, um die dunklen Beläge von Kaffee, Tee oder Zigarettenrauch abzuschmirgeln. Sie greifen aber auch den Zahnschmelz an. Deshalb sollten diese Zahnweißpasten nur alle paar Tage und keinesfalls täglich angewendet werden.

Hilfsmittel für die Zahnzwischenräume

Auch die Zwischenräume müssen gereinigt werden, denn sie machen immerhin 40 Prozent der Zahnoberfläche aus. Hier empfiehlt Dr. Ghaussy kleine Interdentalbürsten, da deren Reinigungswirkung sehr gut ist. Bei der Suche nach der richtigen Größe hilft der Zahnarzt, denn meist sind für Ober- und Unterkiefer jeweils unterschiedliche Bürsten nötig.

Menschen, die sehr eng stehende Zähne haben und mit dem Bürstchen nicht dazwischen kommen, rät er zur Zahnseide. Auch hier ist alles nur eine Frage der richtigen Technik: Vor dem eigentlichen Zähneputzen etwa einen halben Meter Schnur ein paar Mal um die beiden Zeigefinger wickeln und dann jeweils an beiden Zahnkanten entlang auf und ab bewegen. Für jeden Zwischenraum einen frischen Schnurabschnitt verwenden.

Zusatzpflege: Fluorid-Gels und Zahnreinigung

Ein Fluorid-Gel aus der Apotheke, einmal pro Woche mit der Bürste aufgetragen, kann die Zähne zusätzlich stärken. Allerdings wirkt es nur, wenn die Zähne vor der Anwendung ordentlich geputzt wurden. Zusätzlich sollte jeder Mensch ein bis zwei Mal im Jahr zu einer professionellen Zahnreinigung gehen. Sie kostet beim Zahnarzt zwischen 50 und 180 Euro. Das ist langfristig gut angelegtes Geld, denn Zähne sind wichtig für die Lebensqualität.

Viel wichtiger als die Produkte ist allerdings die eigene Disziplin und die Technik, mit der man die Zähne putzt. Denn gesunde und weiße Zähne sind nicht ohne Fleiß zu haben. Da hilft auch das verlockendste Werbeversprechen nichts.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 07.05.2012 | 20:15 Uhr

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