Sendedatum: 26.07.2010 20:15 Uhr  | Archiv

Barrierefrei Wohnen: Vorsorgen statt nachrüsten

von Kolja Robra

Seit diesem Frühjahr bietet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) neben einem Darlehen auch einen Zuschuss für altersgerechte Umbaumaßnahmen an: Programm 455 "Altersgerecht Umbauen". Wer mindestens 6.000 Euro in seine Wohnung oder sein Haus investiert, bekommt fünf Prozent der Kosten erstattet. Der Höchstbetrag liegt bei 2.500 Euro Zuschuss bei einer Investitionssumme von 50.000 Euro.

Mit dem Programm 155 "Wohnraum Modernisieren - Altersgerecht Umbauen"  finanziert die KfW Wohnraumanpassungen über zinsgünstige Kredite. Die Konditionen: 1,31 Prozent effektiver Jahreszins mit bis zu 30 Jahren Laufzeit sind hier möglich. Die Fördermöglichkeiten, also Zuschuss und Darlehen, können kombiniert werden.

Finanzierung über die Förderbanken der Länder

Zinsgünstige Darlehen sind auch über die Förderbanken der Länder zu bekommen. Besonders großzügig zeigt sich die Wohnungsbaukreditanstalt, die Förderbank der Stadt Hamburg. Sie bietet zusätzlich einen Baukostenzuschuss von bis zu 15.000 Euro für bestimmte Einzelmaßnahmen.

In den meisten Fällen trägt der Wohnungs- oder Hauseigentümer die Kosten für den Umbau. Mieter dürfen von ihrem Vermieter nicht an einem Badumbau gehindert werden, doch kann der Vermieter darauf bestehen, dass der Umbau bei einem Auszug wieder rückgängig gemacht wird. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, mit dem Vermieter über eine Umbaubeteiligung zu verhandeln, empfiehlt der Wohnberater Volker Grosinski vom Verein Barrierefrei Leben. Schließlich wird der Bedarf an barrierefreien Wohnungen in einer älter werdenden Gesellschaft steigen. Einige Vermieter und Eigentümer sehen daher heute schon die Vorteile von barrierefreien Wohnungen. 

Finanzierung über die Pflegekasse

Die Pflegekasse bezuschusst Maßnahmen bei pflegebedürftigen Menschen mit maximal 2.557 Euro. Hier reicht ein formloser Antrag bei der zuständigen Pflegekasse. Voraussetzung dafür ist die Anerkennung einer Pflegestufe und, wie bei der KfW oder der WK Hamburg, muss dieser aber vor dem Baubeginn gestellt und genehmigt werden.

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Markt | 26.07.2010 | 20:15 Uhr

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