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Ein Hüftgelenk

Nach Gelenkersatz schnell wieder fit

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22.04.2014 | 20:15 Uhr

Wenn eine Arthrose weit fortgeschritten ist, kann ein künstliches Gelenk neue Beweglichkeit ohne Schmerzen ermöglichen. Außerdem: Vorsicht bei Wasser in den Beinen.mehr

 

Was hilft gegen Schnarchen?

Frau hält sich die Ohren zu, weil ihr Mann schnarcht © picture-alliance.com Detailansicht des Bildes Rund 60 bis 80 Prozent der Männer über 50 schnarchen und viele Frauen stehen ihnen in nichts nach. Schnarchen stellt so manche Partnerschaft auf die Probe. Rund 60 bis 80 Prozent der Männer über 50 schnarchen und viele Frauen stehen ihnen in nichts nach. Das sägende Geräusch entsteht im Nasen- oder Rachenraum, wenn im Schlaf erschlafftes Gewebe durch den Atem in tönende Schwingungen versetzt wird.

Schnarchen meist anatomisches Problem

In den meisten Fällen ist Schnarchen zwar ungefährlich, aber extrem laut und lästig. Das sogenannte soziale Schnarchen schadet zwar nicht der Gesundheit, belastet aber die Beziehung und die Leistungsfähigkeit der Partner im Alltag, da die Erholung in der Nacht schwer beeinträchtigt wird. Das Schnarchen entsteht meist durch ein anatomisches Problem: flatternde Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens, zum Teil auch des Zungengrundes und des Rachens beim Atmen. Kommt es auch zu nächtlichen Atemaussetzern, liegt meist ein Obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS) vor.

Gaumensegelplastik: Gaumensegel wird gerafft

Nicht selten raten Ärzte Schnarchern zu einer ambulanten Operation: Bei einer Gaumensegelplastik wird das schlaffe Gaumensegel gerafft und mit Hilfe einer speziellen Nahttechnik etwas gespannt. Dann wird die Schleimhaut des Zäpfchens an der Vorderseite gelöst und das Gaumensegelzäpfchen etwas nach oben genäht. Außerdem verdampft der Arzt mit einem Laser einen wenige Millimeter breiten Streifen an der Unterseite der untersten Nasenmuschel. Solche Operationen am Gaumensegel sind für viele Schnarcher eine große Hoffnung, doch häufig bleibt die erhoffte positive Wirkung aus: Viele Patienten leiden nach dem Eingriff mehr als vorher, haben starke Schmerzen und schnarchen weiter - nicht selten lauter als vorher.

Radiofrequenztherapie: Vernarbung der Schleimhaut

schnarchender Mann © picture alliance / Arco Images GmbH Detailansicht des Bildes Flatternde Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens lösen das Schnarchen aus. Eine andere Methode ist die Radiofrequenztherapie. Dabei erzeugt der Arzt mit Hilfe hochdosierter Radiowellen gezielt künstliche Vernarbungen unter der Schleimhaut, die das zu weiche Gewebe straffen und trägt außerdem überschüssiges Gewebe ab. Die gesunde Umgebung soll dabei besser geschont werden als mit dem Skalpell oder Laser.

Dennoch leiden viele Patienten auch nach diesem Eingriff unter Schmerzen und nicht immer ist sie von Erfolg gekrönt. Zudem ist es kein Zufall, dass die Gaumenregion viel weicher ist als die festeren Nasen - und unteren Atemwege. Erst dadurch werden das Schlucken und feine Nuancen beim Singen und Sprechen ermöglicht. Durch eine Operation kann es hier zu Beeinträchtigungen kommen.

Alternative zur OP: spezielle Schienen

Experten betonen daher, dass vor der Entscheidung für eine Operation unbedingt eine gründliche Untersuchung und eine sichere Diagnose stehen müssten. Nur selten sei ein operativer Eingriff wirklich die sinnvollste Strategie. Wer zum Beispiel aufgrund einer im Schlaf zurückfallenden Zunge schnarcht, kann sich vom Kieferchirurgen eine spezielle Schiene anpassen lassen, die den Unterkiefer nach vorne schiebt und so den Abstand zwischen Zunge und Gaumen vergrößert. Die Kosten von rund 900 bis 950 Euro werden von einigen Krankenkassen getragen.

Bei nicht krankhaftem Schnarchen hilft oft auch schon eine verstellbare Protrusionsschiene, die schon für rund 100 Euro erhältlich ist und selbst angepasst werden kann. Auch diese schiebt den Unterkiefer nach vorne und vergrößern so den Abstand zwischen Zunge und Gaumen.

Schlafmaske hindert viele Betroffene am Schlafen

Mann mit Atemmaske © NDR Detailansicht des Bildes Viele Schnarcher kommen mit der Schlafmaske nicht zurecht. Um den nächtlichen Sauerstoffmangel zu verhindern, gab es bisher nur die Therapie mit einer Atemmaske, die die Atemwege offenhält und permanent mit Druck Luft zuführt. Doch vielen Patienten gelingt es nicht, damit gut zu schlafen, viele brechen diese Therapie trotz aller Gefahren ab.

Zungenschrittmacher noch in der Testphase

Noch in der Testphase ist der sogenannte Zungenschrittmacher, ein kleines Gerät, das im Bereich des Schlüsselbeins unter die Haut gepflanzt wird. Es sendet kaum merkliche elektrische Impulse aus, um die Erschlaffung des Zungenmuskels zu verhindern. Wie groß Nutzen, Risiken und Kosten des Zungenschrittmachers wirklich sind, ist noch nicht endgültig geklärt.

Außerdem sollten mögliche Risikofaktoren, die das Schnarchen begünstigen, beachtet und gegebenenfalls abgestellt werden. Dazu gehören unter anderem Übergewicht, Alkohol und Beruhigungstabletten, die die Muskelspannung reduzieren.                                                                                             

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NDR Info | 30.01.2013 | 09:20 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/sinnesorgane/schnarchen100.html
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