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Grüner Star: Häufigste Ursache für Erblindung

Ein Augenarzt untersucht eine Patientin © picture-alliance/Berlin Picture Gate Fotograf: Uhlemann Thomas Detailansicht des Bildes Zu hoher Augeninnendruck kann ein Glaukom auslösen. Anfangs sind es nur Schatten am Rand, kleine Ausfälle - doch mit der Zeit schrumpft das Gesichtsfeld immer mehr, bis zur vollständigen Erblindung: Grüner Star (Glaukom) ist eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervs. Die zunehmenden Gesichtsfeldausfälle (Skotome) sind Zeichen des kontinuierlichen Verlustes von Nervenfasern. Als wichtigste Ursache gilt ein zu hoher Augeninnendruck.

Grüner Star: Rechtzeitige OP rettet Augenlicht

Visite - 25.03.2014 20:15 Uhr - Autor/in: Dr. Tilman Hassenstein

Rund 800.000 Menschen in Deutschland leiden am Grünen Star. Verursacht wird die Krankheit oftmals durch einen erhöhten Augeninnendruck, welcher den Sehnerv schädigt.

Kammerwasser staut sich im Auge

Ein Glaukom beginnt im vorderen Auge. Hier wird das Kammerwasser produziert, eine Art Nährlösung, die die Linse versorgt. Durch einen kleinen Kanal fließt das Kammerwasser nach außen, wo es vom Blutkreislauf aufgenommen wird. Ist dieser Abfluss gestört oder wird zu viel Flüssigkeit produziert, kommt es zum Stau und der Druck im Auge steigt. Das wiederum schädigt den empfindlichen Sehnerv, der die Bilder von der Netzhaut ins Gehirn leitet.

Aber auch bei normalem Druck kann ein Glaukom entstehen. 20 bis 30 Prozent der Glaukompatienten haben ein sogenanntes Normaldruckglaukom. Dann ist der Sehnerv geschwächt. So kann zum Beispiel ständig zu niedriger Blutdruck die Nervenfasern schädigen. Ohne baldige Behandlung droht dann die Erblindung.

Gehirn gleicht Ausfälle zunächst aus

Doch meist bemerken die Betroffenen lange nichts von der langsam fortschreitenden Erkrankung, da das Gehirn die Ausfälle im Gesichtsfeld eine gewisse Zeit kompensieren kann und die Schatten im Blickfeld erst nach langer Zeit plötzlich auftreten. Es kommt also darauf an, ein Glaukom früh zu erkennen, um den Verlust des Sehvermögens abzuwenden.

Video

Grüner Star: Interview

25.03.2014 | 20:15 Uhr
NDR Fernsehen: Visite

Gibt es spezielle Symptome, auf die man achten kann? Prof. Hans Hoerauf im Interview mit Moderatorin mit Vera Cordes.

Video starten (04:59 min)

Besonders gefährdet sind Kurzsichtige und Menschen mit familiärer Vorbelastung. Wer Eltern oder Geschwister hat, die an einem Glaukom leiden, sollte daher regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. Experten empfehlen den ersten Glaukom-Check mit Anfang 40.

So wird der Augeninnendruck gemessen

Zunächst macht der Augenarzt die Hornhaut mit Augentropfen unempfindlich, bevor ein Stempel sanft auf den elastischen Augapfel drückt und so den Druck im Augeninneren misst. Es gibt auch berührungslose Verfahren, die aber weniger genau sind. Zu hohe Druckwerte können auf ein Glaukom hinweisen. Bei der anschließenden Spiegelung des Augenhintergrundes betrachtet der Augenarzt den Sehnerv und untersucht ihn auf bereits vorhandene Schäden. Um seine Sicht auf den Sehnerv zu verbessern, muss der Augenarzt die Pupille eventuell mit Augentropfen weit stellen. Patienten dürfen dann für einige Stunden weder Auto noch Fahrrad fahren.

Wie wird behandelt?

Liegt tatsächlich ein Grüner Star vor, sollte die Behandlung sofort beginnen. Zwar lassen sich die Folgen eines Glaukoms nicht rückgängig machen, aber das Voranschreiten der Erkrankung kann mit Medikamenten oder in schweren Fällen auch durch Operationen aufgehalten werden. Ist der Augendruck erhöht, der Sehnerv aber noch nicht geschädigt, können Augentropfen den Druck normalisieren und so das Augenlicht erhalten. Um die Wirkung zu überprüfen, sollten Betroffene alle sechs Monate zur Kontrolluntersuchung gehen.

Reicht die Wirkung der Medikamente nicht aus, kann ein operativer Eingriff für Entlastung im Auge sorgen. Dabei führt der Augenarzt durch einen kleinen Schnitt ein winziges OP-Instrument ins Auge ein, mit dem er zunächst die natürlichen Abflusswege des Kammerwassers eröffnet. Dieser kleine Eingriff ist nur wenig belastend, hat aber auch nur eine Erfolgschance von 50 Prozent. Wirksamer sind aufwendigere Operationsverfahren, bei denen die Ärzte zum Beispiel mit einer Art Ventil einen zusätzlichen Abflussweg für das Kammerwasser schaffen.

Weitere Informationen
Prof. Carl Erb
 

"Mit Augentropfen bekommt man Glaukom meist in den Griff"

NDR Fernsehen: Visite

Wie oft sollte man zur Glaukom-Vorsorgeuntersuchung gehen und wann ist eine OP notwendig? Prof. Carl Erb hat User-Fragen beantwortet. Das Protokoll zum Nachlesen. mehr

Kolumne
Vera Cordes © NDR/Klaus Westermann Fotograf: Klaus Westermann
 

Grüner Star mit prominentem Vorbild

NDR Fernsehen: Visite

Der Kameramann Michael Ballhaus ist am Grünen Star erkrankt und hat darüber in den Medien berichtet. Plötzlich bekommt eine Krankheit ein Gesicht und rückt näher an uns heran. mehr

Interviewpartner

Im Studio:
Prof. Dr. Hans Hoerauf
Direktor
Klinik für Augenheilkunde
Universitätsmedizin Göttingen
Robert-Koch-Straße 40
37075 Göttingen
Internet: www.augenklinik-goettingen.de/

Dieses Thema im Programm:

Visite | 25.03.2014 | 20:15 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/sinnesorgane/gruenerstar100.html
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