Sendedatum: 10.02.2009 20:15 Uhr  | Archiv

Durchblutungsstörungen: Einfache Untersuchung schützt vor Herzinfarkt

In Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen unter Arterienverkalkungen, auch Arteriosklerose oder Atherosklerose genannt. Die meisten ahnen lange nichts davon, völlig unbemerkt lagern sich im ganzen Körper Kalk und Fett an den Gefäßwänden ab und bilden gefährliche Engen in den Schlagadern. Vor allem Rauchen, hohe Blutfettwerte und Bluthochdruck erhöhen dieses Gesundheitsrisiko.

Blutdruck © NDR

Gefährliche Durchblutungsstörungen in den Beinen

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Laut einer Studie leiden 20 Prozent der 65-Jährigen an Durchblutungsstörungen an den Beinen, doch kaum einer weiß etwas davon. Deshalb fordern Mediziner ein bundesweites Screening.

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Sind auch die Beinarterien von dieser heimtückischen Erkrankung befallen, spricht man von der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) oder auch Schaufensterkrankheit. Immer wieder müssen die Betroffenen wegen der mangelnden Durchblutung beim Gehen Pausen machen, bis der stechende Schmerz in den Waden nachlässt.

Bundesweites pAVK-Screening gefordert

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass auch bei beschwerdefreien Patienten mit einer pAVK immer Kalkablagerungen in Herz- und Kopfgefäßen zu finden sind und dass Betroffene ein noch höheres Risiko für einen lebensgefährlichen Herzinfarkt oder Schlaganfall haben als Übergewichtige oder Diabetiker. Daher fordern Mediziner ein bundesweites pAVK-Screening, denn die periphere arterielle Verschlusskrankheit lässt sich ganz einfach nachweisen: Bei der regelmäßigen Blutdruckkontrolle wird nicht nur am Arm, sondern zusätzlich auch an den Fußgelenken gemessen. Teilt man dann den am Bein ermittelten Wert durch den am Arm gemessenen Blutdruck, erhält man den sogenannten Knöchel-Arm-Index. Liegt dieser unter 0,9, leidet der Patient unter einer pAVK. Mit gezielt eingesetzten Medikamenten und einer gesunden Lebensweise kann dann dem Fortschreiten der Arteriosklerose entgegengewirkt werden. So bleiben nicht nur die Beingefäße geschmeidig, auch das Risiko für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt wird deutlich reduziert.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Dr. Hermann Reichenspurner
Direktor der Klinik und Poliklinik für Herz- und Gefäßchirurgie
Universitäres Herzzentrum; Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Prof. Dr. Sigrid Nikol
Chefärztin der Klinischen und Interventionellen Angiologie
Asklepios Klinik St. Georg
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg

Manfred Hirschochs
Facharzt für Allgemeinmedizin 
Trommelbrink 2a
31139 Hildesheim (OT Sorsum)

Autor des Fernsehbeitrags:
Volker Arend

Dieses Thema im Programm:

Visite | 10.02.2009 | 20:15 Uhr

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