Stand: 11.10.2010 10:50 Uhr  | Archiv

Osteoporose - Welcher Sport tut gut?

Jede dritte Frau nach den Wechseljahren und jeder fünfte Mann über 50 leidet unter Knochenschwund. Bei den Betroffenen werden mehr Knochenzellen ab- als aufgebaut - das Gleichgewicht ist gestört. Dagegen hilft Sport, denn wer sich nicht bewegt, verliert fünf bis zehn Prozent Muskel- und Knochenmasse pro Jahr. Mit regelmäßigem Sport lässt sich dem Knochenschwund vorbeugen.

Paar beim Nordic Walking am Strand © Picture Alliance/Bildagentur Huber/Gräfenhain Fotograf: Bildagentur Huber/Gräfenhain

Knochensport: Osteoporose

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Gegen Osteoporose kann man neben der ärztlichen Therapie auch selbst aktiv werden - zum Beispiel mit Sport.

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Gezielte Osteoporose-Gymnastik funktioniert, aber welche andere Sportart tut den Knochen auch gut? Ballsport ist nicht ratsam, weil die Sturzgefahr zu groß ist. Gut geeignet sind alle Sportarten in aufrechter Körperhaltung. Durch die Schwerkraft wird ein Reiz auf die Knochen ausgeübt, der sie zum Knochenaufbau stimuliert. Das gilt zum Beispiel für Nordic Walking: Es ist ein besonders schonendes und sanftes Ganzkörpertraining, bei dem fast alle Muskeln aktiviert werden. Egal, ob Walking oder strammes Gehen, wichtig ist es, dreimal in der Woche mindestens 30 Minuten zu trainieren. Durch das Tragen eines Rucksacks kann der Reiz auf die Knochen noch erhöht werden. 

Auch geeignet ist NIA (Neuromuskuläre Integrative Aktion), ein Mix aus Tanz und Entspannung mit fernöstlichen und westlichen Bewegungselementen. Partner und Schuhe sind unnötig - getanzt wird barfuß. Man kann seinen Level selbst wählen, denn jede Bewegung kann in verschiedenen Schwierigkeitsgraden getanzt werden. NIA trainiert Ausdauer, Muskelkraft und Beweglichkeit. So werden Koordination und Gleichgewicht geschult, was hilft, Stürze zu vermeiden. 

Auch das Training auf einem Trampolin kann den Knochenabbau verhindern: Hüpfen gilt als gutes Herz-Kreislauftraining und fördert den Stoffwechsel. Bänder, Gelenke, Bandscheiben und Knochen werden dadurch besser mit Nährstoffen versorgt und gestärkt. Der ständige Wechsel zwischen An- und Entspannung trainiert Muskeln und Knochen, Gleichgewichtsinn und Koordination. Patienten fühlen sich durch regelmäßiges Hüpfen auf dem Trampolin belastbarer und können ihr Gleichgewicht besser halten. 

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Klaus-Michael Braumann
Ärztlicher Leiter Institut für Sport- und Bewegungsmedizin
Universität Hamburg
Robert-Koch-Straße 36
20249 Hamburg
Tel. (040) 471 93 00
Fax (040) 428 38 26 46 30 30
E-Mail: info@sportmedizin-hamburg.com

Autor des Fernsehbeitrags:
Susanne Kluge-Paustian

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/osteoporose136.html