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Ein Hüftgelenk

Nach Gelenkersatz schnell wieder fit

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22.04.2014 | 20:15 Uhr

Wenn eine Arthrose weit fortgeschritten ist, kann ein künstliches Gelenk neue Beweglichkeit ohne Schmerzen ermöglichen. Außerdem: Vorsicht bei Wasser in den Beinen.mehr

 

Druckchemo gegen Bauchfellkrebs?

Treten bei einer Krebserkrankung Metastasen im Bauchfell auf, stellt das die Ärzte vor große Probleme. Vor allem bei Patienten mit Magen-, Darm- oder Eierstockkrebs tritt eine solche sogenannte Peritonealkarzinose häufig auf. Sie ist immer Ausdruck eines fortgeschrittenen Krebsleidens und mit einer deutlichen Reduzierung der Lebenserwartung verbunden.

Das Wachstum der Krebszellen im Bauchraum führt oft zu einer erheblichen Ansammlung von Bauchwasser, wodurch die Patienten in ihrer Lebensqualität extrem eingeschränkt werden. Zudem kommt es zu Funktionsstörungen anderer Bauchorgane, zum Beispiel durch Einengung des Darms von außen, zu einem Darmverschluss oder durch Behinderung des Harnabflusses zu einem Nierenstau.

Eine Peritonealkarzinose lässt sich in der Regel nicht operativ entfernen und auch mit herkömmlichen Chemotherapien ist sie kaum zu behandeln. Denn die über das Blutgefäßsystem verabreichten Zytostatika wirken vor allem in gut durchbluteten Organen. Da das Bauchfell vergleichsweise schlecht durchblutet ist, gelangen die Zytostatika dort nicht ausreichend hoch dosiert an die Krebszellen und können nichts ausrichten.

Eine spezielle Chemotherapie soll dieses Problem künftig lösen. Bei diesem als PIPAC (Pressurized IntraPeritoneal Aerosol Chemotherapie) bezeichneten Verfahren verwenden die Ärzte die gleichen Wirkstoffe wie bei einer herkömmlichen Chemotherapie, verabreichen sie aber auf eine völlig neue Weise und erzielen damit bisher vielversprechende Erfolge.

Medikament wird als Nebel in die Bauchhöhle geblasen

Die Behandlung erfolgt minimalinvasiv durch zwei winzige Schnitte in der Bauchdecke. Über eine Mikropumpe wird das Medikament als feiner Nebel (Aerosol) in die Bauchhöhle geblasen, wo es in das kranke Gewebe gedrückt wird. Auf diese Weise gelangen die Wirkstoffe besser an die Tumoren und können so die Krebszellen trotz erheblich geringer Dosierung vor Ort besser bekämpfen - und das bei weniger Nebenwirkungen als bei der herkömmlichen Therapie. Um die Veränderungen zu kontrollieren, entnehmen die Chirurgen bei jedem Eingriff Gewebeproben.

Bisherige Erfahrungen positiv

Noch sind viele Fragen offen: Welche Nebenwirkungen hat die neue Therapie, kann sie tatsächlich Leben verlängern? Bisher wurde die Druckchemotherapie nur als individueller Heilversuch bei wenigen Patienten eingesetzt, bei denen keine Hoffnung mehr auf Heilung bestand. Die bisherigen Erfahrungen mit der PIPAC-Therapie waren aber so positiv, dass nun eine wissenschaftliche Studie zeigen soll, ob die Methode als Standardtherapie für Bauchfellmetastasen und möglicherweise auch andere Krebsarten geeignet ist.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Marc Andre Reymond
Abteilungsleiter Spezielle Onkologische Chirurgie
Marienhospital Herne, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum
Hölkeskampring 40
44625 Herne
Tel. (02323) 49 90
Fax (02323) 49 93 92

Prof. Dr. Dirk Strumberg
Direktor
Medizinische Klinik III - Hämatologie/Onkologie
Marienhospital Herne
Hölkeskampring 40
44625 Herne
Tel. (02323) 49 90
Fax (02323) 49 93 92

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