Polyneuropathie: Welche Therapien helfen?
Welche Therapien helfen, wenn die Nerven irritiert oder geschädigt sind. Wie groß ist die Aussicht auf Besserung? Außerdem: Bandscheibenvorfall - wann ist eine OP sinnvoll?mehr
Heftige Bauchkrämpfe, Brech- oder Durchfall-Attacken: So geht es derzeit vielen Menschen in Norddeutschland. Häufigste Ursache der schweren Magen-Darm-Probleme sind Bakterien wie Salmonellen, Kolibakterien (E. coli) oder Viren. Im Winter sind Noro-Viren für rund die Hälfte der Magen-Darm-Infekte verantwortlich. Sie haben leichtes Spiel, wenn die Menschen angeschlagen sind - zum Beispiel wenn eine Erkältung ihr Immunsystem schwächt. Noro-Viren sind nicht nur sehr schnell übertragbar, sie gelten auch als überaus aggressiv.
Bauchkrämpfe, starke Durchfälle, Übelkeit: Das sind Symptome der Magen-Darm-Grippe, die derzeit gehäuft auftritt. Ursache der Erkrankung sind meist Noro-Viren.
In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Noro-Virus-Infektion in Deutschland deutlich an. Im Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) beschäftigen sich die Forscher seit Jahren mit dem Noro-Virus. Zählten sie 2001 noch 2.800 Fälle, waren es 2006 schon 28.000 und 2012 112.000. Noro-Viren treten in den Wintermonaten besonders häufig auf, weil sie Feuchtigkeit und Temperaturen unter 20 Grad bevorzugen.
Und die RKI-Forscher wiesen sogar schon eine neue Noro-Virus-Variante in Deutschland nach: Der "Sydney 2012"-Virus unterscheidet sich nur minimal von seinen Vorgängern - aber genug, damit auch Menschen, die in der schon einmal mit einem Virus in Kontakt kamen, ein weiteres Mal daran erkranken können. In den kommenden Wochen könnte er sich hierzulande rasant ausbreiten.
Besonders gefährdet sind Kinder und ältere Menschen, bei ihnen kann die Magen-Darm-Infektion sogar tödlich verlaufen, denn durch Durchfall und Erbrechen verlieren sie viel Flüssigkeit und laufen Gefahr auszutrocknen. In dieser Phase ist es wichtig, Flüssigkeit und Blutsalze zu ersetzen, notfalls mit Infusionen.
In vielen Fällen können Patienten eine Erkrankung aber zu Hause auskurieren. Experten warnen allerdings davor, sie auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn Blut im Stuhl zu sehen ist oder Fieber und starke Schmerzen hinzu kommen, sollten Betroffene zum Arzt gehen. Auch wenn nach zwei bis drei Tagen immer noch keine spürbare Besserung eintritt, sollte man einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Hier werden Noro-Patienten in separaten Räumen untergebracht, um andere Patienten und das Personal schützen. Zudem gibt es spezielle Schutzkleidung, die eine Ansteckung verhindern soll.
Neben ausreichend Flüssigkeit, Salz und einer fettarmen Ernährung können auch Medikamente bei der Behandlung eingesetzt werden. Sie können Erbrechen und Krämpfe lindern. Von Anti-Durchfallmitteln raten Experten allerdings ab, denn die führen nur dazu, dass die Keime länger im Körper bleiben.
Übertragen werden Noro-Viren über Kontakt- oder Schmierinfektion - beim Händeschütteln, über Türklinken oder auf der Toilette.
Klaus Schäfer
Facharzt für Allgemeinmedizin, Sportmedizin , Physikalische Therapie
1. Vorsitzender des Hausärzteverbandes Hamburg e.V.
Fibigerstraße 259
22419 Hamburg
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Prof. Dr. Andreas de Weerth
Chefarzt
Klinik für Innere Medizin
Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg gGmbH
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Dr. Ann-Kathrin Meyer
Chefärztin
Abteilung für Geriatrie
Asklepios Klinik Wandsbek
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Dr. Marina Höhne
Leiterin Konsiliarlabor für Noroviren
FG15 Molekulare Epidemiologie viraler Erreger
Robert Koch-Institut
Nordufer 2
13353 Berlin