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Ein Hüftgelenk

Nach Gelenkersatz schnell wieder fit

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22.04.2014 | 20:15 Uhr

Wenn eine Arthrose weit fortgeschritten ist, kann ein künstliches Gelenk neue Beweglichkeit ohne Schmerzen ermöglichen. Außerdem: Vorsicht bei Wasser in den Beinen.mehr

 

Was tun bei einer Mittelohrentzündung?

Ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) untersucht eine Patientin.  Fotograf: Frank Leonhardt Detailansicht des Bildes Gerade bei Kindern können Erkältungen auf das Ohr übergreifen, eine Mittelohrentzündung ist die Folge. Im Herbst und Winter häufen sich Erkältungen. Besonders kleine Kinder haben eine noch nicht vollständig ausgebildete Immunabwehr, daher bekommen sie besonders häufig einen Schnupfen. Gerade bei Kindern können Erkältungen auf das Ohr übergreifen, eine Mittelohrentzündung ist die Folge. Sie ist bei Kindern die häufigste Ursache für fiebrige Beschwerden.

Heftiger Ohrschmerz

"Das wichtigste Symptom ist der heftige Ohrschmerz. Wenn Kinder schon sprechen, können sie das sagen. Bei kleineren Kindern kann sich das in Unruhe oder Gereiztheit äußern, sodass ein Kinderarzt bei einer fiebrigen Erkrankung oder einem unruhigen Säugling immer auch in die Ohren guckt", erklärt Oberarzt Dr. Matthias Wißkirchen vom Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße in Köln. Der Blick in den Gehörgang offenbart schnell, ob sich der Verdacht bestätigt. "Man sieht ein gerötetes Trommelfell, und hinter dem Trommelfell einen sogenannten Erguss, das heißt eine entzündliche Flüssigkeitsausschwitzung. Vielleicht ist die Flüssigkeit sogar gelblich, dann handelt es sich um Eiter. Außerdem wölbt sich das Trommelfell vor. Der Druck, der durch die Flüssigkeit entsteht, führt zu den heftigen Schmerzen", sagt Wißkirchen.

Wie entsteht eine Mittelohrentzündung?

Die Ursache für die Erkrankung ist fast immer gleich: Bei einer Erkältung oder Halsentzündung besiedeln Viren und Bakterien die Schleimhäute des Nasen- und Rachenraumes. Von dort können die Erreger ins Mittelohr aufsteigen. Rachen und Mittelohr sind über einen feinen Kanal miteinander verbunden. Diese sogenannte Eustachische Röhre ist wichtig, um den Druck zwischen Mittelohr und Umgebung auszugleichen.

Im Falle einer Erkältung ist sie aber auch Eintrittspforte für Infektionserreger. Das ist besonders bei Kindern der Fall, denn bei ihnen ist die Eustachische Röhre noch sehr eng. Einmal eingedrungenes, mit Bakterien angereichertes Sekret aus dem Rachenraum, kann schlecht aus dem Ohr abfließen. Fast jedes kleine Kind leidet daher mindestens einmal an einer Mittelohrentzündung.

Nicht immer muss das Kind sofort zum Arzt: "Wenn das Kind kein hohes Fieber hat und der Ohrenschmerz das einzige Symptom ist, kann man versuchen, die Beschwerden zunächst mit einem Schmerzmittel zu Hause zu behandeln - zum Beispiel mit Paracetamol oder Ibuprofen. Das sind die beiden klassischen Substanzen, die eingesetzt werden. Eine Mittelohrentzündung ist selten ein Notfall. Wenn allerdings Flüssigkeit oder Eiter aus dem Ohr läuft, sollte man einen Arzt aufsuchen", erklärt Wißkirchen. "Es kann sein, dass der Druck im Mittelohr so stark wird, dass das Trommelfell platzt."

Auch Erwachsene betroffen

Vor allem eine lang anhaltende und heftige Erkältung kann auch bei Erwachsenen zu einer Mittelohrentzündung führen. "Die wichtigste Säule sind Nasentropfen, um den Nasen- und Rachenraum freizuhalten und den Abfluss des Sekrets aus dem Mittelohr zu garantieren. Je nach Krankheitsdauer sollte man die Gabe von Antibiotika erwägen", sagt Dr. Katja Römer, Fachärztin für Allgemeinmedizin und Infektiologie aus Köln.

Einsatz von Antibiotika

80 Prozent aller Mittelohrentzündungen heilen ohne Medikamente aus. Trotzdem verschreiben Ärzte in vielen Fällen Antibiotika, nicht selten sogar gegen ihre eigene Überzeugung, sagt Wißkirchen. "Man muss, um das Bild zu vervollständigen, aus unserer Sicht aber auch erwähnen, dass viele Eltern vehement nach einem Antibiotikum schreien." Manchmal allerdings sind Antibiotika ein Muss, denn die Infektion kann auf benachbarte Knochen übergreifen. Im Extremfall können Erreger sogar bis zum Gehirn vordringen.

Wie kann man vorbeugen?

Im begrenzten Rahmen kann man einer Mittelohrentzündung vorbeugen. Eine Impfung gegen Pneumokokken reduziert die Anfälligkeit für Mittelohrentzündungen. Und noch eine Maßnahme hilft nachweislich: Zigarettenrauch meiden. Ansonsten sollten Kinder wie Erwachsene gerade im Winter alles das tun, was auch allgemein gegen Infekte schützt: viel Bewegung und viel frische Luft. Außerdem stärkt vitaminreiche, frische Nahrung das Immunsystem.

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Radio-Visite | 23.01.2013 | 09:20 Uhr

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