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Junge Frau beim Abtasten ihrer Brust. © imago/blickwinkel

Falsche Krebsdiagnose

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18.06.2013 | 20:15 Uhr

Über die Behandlung eines Krebspatienten entscheidet der Pathologe nach der Untersuchung von Gewebeproben. Doch auch Pathologen können irren. Ist eine Zweitmeinung sinnvoll?mehr

 

Hochwasser: Gefahr durch Keime

Das Elbe-Hochwasser macht Norddeutschland zu schaffen. Die Helfer entlang der Flüsse haben alle Hände voll zu tun, um Menschen und Tiere vor den Fluten zu schützen. Doch auch sie selber brauchen Schutz. Krankheitskeime, wie E.coli-Bakterien und Salmonellen können sich zu Tausenden im Hochwasser tummeln.

Gefährliche Keime im Hochwasser

Visite - 11.06.2013 20:15 Uhr - Autor/in: Volker Ide

Das Rekordhochwasser erreicht nun auch Norddeutschland. Die Helfer entlang der Flüsse haben alle Hände voll zu tun. Doch auch sie selber brauchen Schutz: vor Keimen und Bakterien.

Giftlast bleibt auch nach dem Hochwasser

Wenn Klärbecken oder Abwasserkanäle überschwemmt werden, gelangen Fäkalien und Schmutz in die Umwelt. Zurzeit laufen die Untersuchungen des Elbwasser auf Hochtouren. Insgesamt gibt es hunderte Messpunkte entlang der Elbe. Im Labor werden die Proben dann auf Bakterien und giftige Stoffe untersucht. Viele Chemikalien kommen aus Privathaushalten oder Industrieanlagen. Sie gelangen mit den Fluten in die Umwelt und sogar ins Grundwasser. Das Problem: Auch nach dem Hochwasser bleibt die Giftlast und kann gefährlich werden, zum Beispiel beim Baden am Elbstrand.

Schimmel im Anmarsch

Zurzeit sind aber vor allem die Betroffenen in ihren überfluteten Häusern gefährdet. Wenn Keller oder Wohnungen voll Wasser stehen, befinden sich Keime im Anmarsch. Schlamm oder Fäkalien haben sich in den Räumen der Wohnungen der Gebäude abgelagert. Sie befinden sich auf Wänden und Böden, in der Raumluft und auch in der Dämmschicht unterhalb des Estrichs. Schimmelpilze und Bakterien können sich hier explosionsartig vermehren.

Grundwasser bedroht

Aber auch das Grundwasser und Trinkwasser sind bedroht. Hier können Fäkalkeime wie E.coli Bakterien oder Salmonellen schnell zur Gefahr werden. Diese Fäkalkeime kommen im Darm vieler Tiere vor und gelangen etwa beim Überfluten von Kuh- oder Schafweiden in Flussnähe auch in den Bereich von Trinkwasseranlagen. Besonders problematisch wird es, wenn ganze Kläranlagen überflutet werden und sich die braune, giftige Brühe über das Land verteilt.

Hepatitis-A-Gefahr

Eine weitere Gefahr bringt der Virus Hepatitis A mit sich. Vor allem die Katastrophenhelfer sind gefährdet, sich durch verseuchtes Wasser in den Hochwassergebieten damit zu infizieren. Zurzeit wird eine Hepatitis-A-Impfung für die Hochwasser-Helfer vor Ort durchgeführt. Experten raten auch Menschen, die ihren Hausrat aus dem Wasser fischen, sich impfen zu lassen.

Interviewpartner:

Dr. Udo Rohweder
Dipl.-Chemiker
Institut für Hygiene und Umwelt - Stadt Hamburg
Marckmannstraße 129a
20539 Hamburg

Dr. Stefan Schmiedel
Oberarzt
Leiter Bereich Klinische Infektiologie, Tropenmedizin
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg

Prof. Dr. Andreas Plettenberg
Infektiologe
Ifi – Institut für interdisziplinäre Medizin
c/o Asklepios Klinik St. Georg
Lohmühlenstraße 5, 20099 Hamburg
Tel. (040) 284 076 00

Dr. Marion Wunderlich
Gesundheitsamt
Stadt und Landkreis Lüneburg
Gaalwall 4
21335 Lüneburg
Telefon (04131) 26-15 00

Dieses Thema im Programm:

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/infektion_immunsystem/hochwasser2415.html
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