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Ein Hüftgelenk

Nach Gelenkersatz schnell wieder fit

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22.04.2014 | 20:15 Uhr

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Hausstaub – unterschätzte Belastung

Von einer Hausstaub-Allergie haben wohl die meisten Menschen schon einmal gehört. Die Betroffenen reagieren heftig auf Ausscheidungen von Milben in Betten und Wollmäusen. Doch auch für Nicht-Allergiker birgt Staub eine ungeahnte Gesundheitsbelastung.

Staub ist wie ein Miniatur-Spiegel unseres Alltags: Baumwollfasern aus der Kleidung, Hautschuppen von Mensch und Tier, Pollen aus dem Garten oder Krümel vom Frühstückstisch. Das alles ist eigentlich nicht schlimm. Doch Experten warnen: In häuslichen Flusen sammeln sich flüchtige Schadstoffe, die als Gase etwa aus Elektrogeräten aufsteigen. Auch der Leim in Möbeln kann Giftstoffe absondern. Irgendwann sinken die Giftstoffe ab - und heften sich an den Staub. So bleiben sie in der Wohnung und werden zu einer Belastung für die Gesundheit.

Weichmacher aus Plastik (Diphthalate) - zum Beispiel aus dem Duschvorhang - können die Fortpflanzungsfähigkeit vor allem des Mannes verschlechtern. Der Staub kann auch mit Insektiziden belastet sein, die das Immunsystem beeinträchtigen und bei einigen Menschen Allergien auslösen.

Innenraumluft häufig sehr schlecht

Das Umweltbundesamt hat die Raumluft in deutschen Haushalten untersucht: Dabei fiel auf, dass in etwa der Hälfte der Haushalte die Innenraumluft schlechter war, als sie hätte sein können. In jedem 20.  Innenraum wurden die für Außenluft geltenden Grenzwerte sogar um fünf Prozent überschritten. Drinnen war die Luft teilweise also schlechter als draußen, wo es Abgase von Autos und Fabriken gibt.

Die schlechte Luft im Wohnraum kann bei einigen Menschen das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen: Sie leiden unter tränenden Augen und gereizten Atemwegen. Schlimmere gesundheitliche Folgen können Störung der Fruchtbarkeit oder negative Wirkungen auf das Immunsystem sein. Duftstoffe aus Duftkerze oder Raumspray sind im wahrsten Sinne Gift für die Atemluft. Von 2.000 bis 3.000 Duftstoffen ist nur ein Bruchteil überhaupt untersucht. Das bedeutet: Ihre Wirkung auf die Gesundheit ist noch unbekannt. Lüften ist laut Umweltbundesamt das Beste.

Stoßlüften wichtig

Dreimal täglich sollte man stoßlüften. So verbessert sich die Raumluft. Zum Staubentfernen ungeeignet sind Staubwedel und flauschige Staubtücher: Sie wedeln den Staub nur auf. Auch die meisten Staubsauger filtern feine Partikel nicht aus, sondern entfernen nur den gröberen Dreck. Wer keine feinen Staub-Partikel haben will, sollte beim Staubsaugerkauf daher auf einen sogenannten Hepa-Filter achten.

Nebelfeucht wischen - so geht's:

1. Sie nehmen zwei Tücher. Das erste Tuch wird nass gemacht und gut ausgewrungen. Dann wird das gut ausgewrungene Tuch in das trockene Tuch eingerollt und beide zusammen nochmals ausgewrungen. Dadurch erhält man zwei nebelfeuchte Tücher.

2. Einsprühen eines trockenen Tuches mit frischem Wasser aus einem Zerstäuber.

Richtiges Staubwischen gelingt am besten mit einem nebelfeuchten Mikrofasertuch. Damit sind sogar Reinigungsmittel überflüssig, klares Wasser genügt. Die Mikrofasern funktionieren wie klitzekleine Bürsten, die den Staub aufnehmen.

Um mit möglichst vielen unverstopften Bürstchen zu wischen, kann man das Tuch mehrmals falten - und erhält so mehrmals eine neue Fläche, die Staub gut aufnehmen kann. Das Tuch bei 60 Grad waschen, damit die Faserbürsten staubfrei werden.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Marike Kolossa-Gehring 
Umweltbundesamt - Abteilung II 1 Umwelthygiene
Corrensplatz 1
14195 Berlin

Marcus Gast
Umweltbundesamt Fachgebiet IV 2.2
Wörlitzer Platz 1
06844 Dessau
Tel. (0340) 21 03 31 54
Fax (0340) 21 04 31 54

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