Programmtipp
Ein Hüftgelenk

Nach Gelenkersatz schnell wieder fit

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22.04.2014 | 20:15 Uhr

Wenn eine Arthrose weit fortgeschritten ist, kann ein künstliches Gelenk neue Beweglichkeit ohne Schmerzen ermöglichen. Außerdem: Vorsicht bei Wasser in den Beinen.mehr

 

Augengrippe breitet sich aus

Von einer Stunde zur nächsten beginnt ein Auge zu tränen und zu schmerzen. Es kann jucken und ist lichtempfindlich, sodass man die Augen am liebsten geschlossen lassen möchte.

Die hoch ansteckende Augengrippe, die sich derzeit in Norddeutschland ausbreitet, beginnt wie auf Knopfdruck. Die dafür verantwortlichen Adenoviren sind die häufigsten Erreger einer Bindehautentzündung (viralen Konjunktivitis). Sie werden direkt von Mensch zu Mensch durch Kontakt- und Tröpfcheninfektion und indirekt über infizierte Gegenstände übertragen.

Trübung der Hornhaut kann Spätfolge sein

Fünf bis zwölf Tage nach der Ansteckung treten die ersten Symptome wie Rötung und Schwellung der Bindehaut, Lidschwellung, Fremdkörpergefühl, Juckreiz und Tränenfluss auf. Im weiteren Verlauf kann auch die Hornhaut betroffen sein, als Spätfolgen können Trübungen der Hornhaut, sogenannte Nummuli, auftreten, die das Sehvermögen langfristig beeinträchtigen.

Solange das Virus in Körperflüssigkeiten nachweisbar ist - in der Regel während der ersten zwei Wochen der Erkrankung - ist eine Infektion möglich.

Gegen die Adenoviren gibt es keine Medikamente. Sie schwächen die Abwehrkräfte des Körpers. Augenärzte empfehlen deshalb die vorsorgliche Anwendung von Antibiotikatropfen. Warum die Adenoviren derzeit aktiver sind als in den Jahren zuvor, wissen die Mediziner noch nicht.

Keim ist schwer zu bekämpfen

Der infektiöse Keim ist sehr schwer zu bekämpfen, er ist ein echter Überlebenskünstler. Weder Trockenheit, noch Feuchtigkeit oder einfache Desinfektionsmittel können ihm schaden. Bei Zimmertemperatur bleibt der Erreger auf Gegenständen unter Umständen über Wochen infektiös. Wer einmal mit ihm in Berührung gekommen ist, ist bereits infiziert - so verbreitet er sich in kürzester Zeit von Mensch zu Mensch.

Erkrankte Personen sollten deshalb zuhause bleiben, sorgfältige Händehygiene betreiben sowie enge Kontakte zu Mitmenschen meiden. Hygieneartikel wie Handtücher und Waschlappen, sollten nur von jeweils einer Person benutzt werden. Spezielle Desinfektionsmittel aus der Apotheke töten den Erreger ab. Nach 14 Tagen ist die Ansteckungsgefahr in der Regel vorüber.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Clemens Flamm
Augenarzt
Tibarg 19
22459 Hamburg
Tel. (040) 58 30 71

Dr. Peter Zielinski
Augenarzt
Augenärztliche Gemeinschaftspraxis Ostholstein
Lienaustraße 2
23730 Neustadt in Holstein
Tel. (04561) 45 45
Fax (04561) 12 64

Priv.-Doz. Dr. Albert Heim
Virologe
Nationales Konsiliarlaboratorium für Adenoviren
Institut für Virologie
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
Tel. (0511) 532 67 36
Fax (0511) 532 87 36

Autor des Fernsehbeitrags:
Volker Ide

Dieses Thema im Programm:

Visite | 04.12.2012 | 20:15 Uhr

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