Was tun bei Magenschmerzen?
Es gibt Menschen, denen schlägt einfach alles auf den Magen. Was steckt dahinter und wie kann Betroffenen geholfen werden? Außerdem: Operation Leben aus der Wirbelsäulenchirurgie.mehr
Der blutige Aderlass zählt zu den ältesten medizinischen Behandlungsformen. Bereits seit der Antike und bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war er ein weit verbreitetes Heilverfahren. Die Anwendung beruhte dabei auf der Annahme, dass schlechtes Blut, das sich im Körper staut und verderben könne, entfernt wird. Zudem wurden Krankheiten auf ein Ungleichgewicht zwischen den vier Säften (Blut, gelbe Galle, schwarze Galle und Schleim) zurückgeführt.
Wer Blut spendet, hilft anderen Menschen und nach neuesten Erkenntnissen womöglich sogar sich selbst. Denn der Aderlass senkt nach einer Studie den Bluthochdruck.
In der heutigen Zeit hat der Stellenwert der Aderlässe erheblich nachgelassen und er ist weitestgehend aus dem medizinischen Alltag verschwunden. Allerdings könnte er nun bei der Behandlung von schwer einstellbarem Bluthochdruck eine Renaissance zu erleben. So scheinen Patienten, bei denen sich ein hartnäckiger Bluthochdruck mithilfe von Medikamenten nicht zufriedenstellend behandeln lässt, von regelmäßigen Aderlässen zu profitieren.
In einer kleineren Studie konnten Mediziner der Charité nachweisen, dass der Blutdruck der Patienten nach mehreren Aderlässen im Laufe eines Jahres um durchschnittlich 16 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) gesunken ist. Die Experten führen den Effekt zum einen darauf zurück, dass dem geschlossenen Gefäßsystem Volumen entzogen wird und sich dadurch der darin herrschende Druck verringert - vergleichbar mit einem prall gefüllten Fahrradschlauch oder Autoreifen aus dem Luft abgelassen wird.
Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass mit dem Blut auch überschüssige Hormone ausgeleitet werden, die sonst einen Einfluss auf den Blutdruck haben. Zudem scheint Ferritin eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Bluthochdruck zu spielen. Es handelt sich dabei um eine Eiweißverbindung, die als Eisenspeicher im Blut vorkommt. Eisenbestandteile im Blut sind mitverantwortlich für die Bildung aggressiver Sauerstoffverbindungen, die zum sogenannten oxidativen Stress führen. Dieser macht krank.
Die Wissenschaftler vermuten, dass ein erhöhter Eisenspeicheranteil so möglicherweise einen blutdrucksteigernden Effekt haben könnte. Nach einem Aderlass, zum Beispiel einer Blutspende, sinkt der Ferritinspiegel im Blut nachweislich für eine gewisse Zeit, sodass ein positiver Einfluss auf den Blutdruck zu erwarten ist. Eine größere Studie soll nun die Zusammenhänge und den Effekt der Blutspende auf den Blutdruck genauer untersuchen.
Regelmäßige Blutspender berichten über positive gesundheitliche Effekte, wie eine höhere Leistungsfähigkeit, ein besseres Körpergefühl und eine erhöhte Vitalität. In der Literatur finden sich außerdem Hinweise, dass Blutspender ein geringeres Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle haben. Die konsequente Diagnose und Behandlung der Volkskrankheit Bluthochdruck ist außerordentlich wichtig, da er unbehandelt zu gravierenden, irreversiblen Organschäden führen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen
Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin
Königstraße 63
14109 Berlin
Tel. (030) 80 50 56 91
E-Mail: a.michalsen(at)immanuel.de
Prof. Dr. Walter Zidek
Direktor der Medizinischen Klinik für Nephrologie, Transplantationsmedizin, Hypertensiologie und internistische Intensivmedizin
Charité - Universitätsmedizin Berlin
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Autor des Fernsehbeitrags:
Ulrich Neumann