Programmtipp
Zwei Ärzte im Operationssaal © picture-alliance/ dpa Fotograf: Stephan Görlich

Überflüssige Operationen: Wenn Ärzte das Bild operieren

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29.04.2014 | 20:15 Uhr

Rückenschmerzen, Knieschmerzen & Co.: Vor einer Operation sollte auf jeden Fall geklärt werden, ob das, was man im Röntgenbild sieht, für die Beschwerden verantwortlich ist.mehr

 

Schaufensterkrankheit: Welcher Arzt hilft wann?

Sprechstunde beim Arzt  Detailansicht des Bildes Die Facharztbezeichnungen sind angelehnt an die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen. Die Liste kann zur ersten Orientierung dienen. Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Facharztbezeichnungen sind angelehnt an die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Niedersachsen mit dem Stand vom 1. Februar 2009. 

Die Weiterbildungsordnungen zum Erlangen verschiedener Facharztqualifikationen und damit die Einteilungen nach Fachgebieten, Zusätzen und Schwerpunkten können in den verschiedenen  Bundesländern abweichen.

Im Notfall

Bei Anzeichen von einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall nicht zögern, sondern den Notarzt rufen. Hier zählt jede Minute.   

112 (Notarzt, Rettungsdienst, Feuerwehr)

19222 (Rettungsdienst, Krankentransport)

Im Alltag

Hausarzt
Der Hausarzt ist der erste Ansprechpartner möglichst nah am Wohnort. Er sollte ihre individuelle Krankengeschichte, ihre Lebensumstände und Lebensgewohnheiten gut kennen. Einzelne Untersuchungsergebnisse von Fachärzten und Klinken trägt er zusammen und sollte in der Zusammenschau daraus ableiten, welche Medikamente und andere Behandlungen er vorschlägt. Viele Hausärzte sind Allgemeinmediziner oder Internisten.

Facharzt für Allgemeinmedizin (Allgemeinmediziner)
Dieser Mediziner hat meist große Erfahrung in der langfristigen und ganzheitlichen Betreuung seiner Patienten.

Der Facharzt für Innere Medizin (Internist)
Der Facharzt für Innere Medizin bringt durch seine Facharztausbildung spezielles Wissen mit, dass für die Behandlung von Arteriosklerose-Patienten wichtig ist. Er kennt sich insbesondere mit allen Erkrankungen der inneren Organe, also auch mit den Gefäßen und dem Herzen, aus und versteht sich insbesondere auf die Behandlung mit Medikamenten.

Angiologe (Gefäßspezialist)
Der Angiologe ist Facharzt für Innere Medizin und zusätzlich Facharzt für Gefäßleiden, dass heißt, er hat noch weiterführende Kenntnisse in der Behandlung von verkalkten Arterien. Er kümmert sich um Patienten mit der "Schaufensterkrankheit" - medizinisch AVK (arterielle Verschlusskrankheit) genannt. Den Durchblutungsstörungen im Becken und in den Beinen kommt er meist mit dem Gefäßultraschall (Gefäßdoppler) auf die Spur.

Nephrologe (Nierenspezialist)
Der Nephrologe ist Facharzt für Innere Medizin und zusätzlich Facharzt für Nierenheilkunde. Er hat noch weiterführende Kenntnisse in der Behandlung von Nieren und Hochdruckkrankheiten. Er hilft weiter, wenn die Verkalkung der Nierenarterien zu Nierenschäden geführt hat, bei der Dialyse (Blutwäsche) und kümmert sich um spezielle Probleme mit dem Bluthochdruck.

Kardiologe (Herzmediziner)
Der Kardiologe ist Facharzt für Innere Medizin und zusätzlich Facharzt für Kardiologie, dass heißt, er hat noch weiterführende Kenntnisse in der Behandlung von Herzerkrankungen und betreut Patienten mit Verkalkungen der Herzkrankgefäße, also mit der koronaren Herzkrankheit, Patienten mit Brustenge (Angina Pectoris), Herzinfarkt und seinen Folgen (Rhythmusstörungen und Herzschwäche). Viele Kardiologen bieten spezielle Untersuchungsverfahren an - wie EKG-Untersuchung bei sportlicher Belastung (Fahrradergometrie) und Herzultraschall (Herzecho) an. Ein interventionell arbeitender Kardiologe führt zusätzlich in einem Katheterlabor auch Herzkatheteruntersuchungen durch.  

Hypertensiologe DHL ® (Hochdruckspezialist)

Die Deutsche Hochdruckliga vergibt diese Zusatzqualifikation an Ärzte, die sich im Rahmen einer Fortbildung mit der Behandlung von Bluthochdruckpatienten speziell auseinandergesetzt haben. Bei der Bezeichnung "Hypertensiologin DHL® / Hypertensiologe DHL®" handelt es sich nicht um eine nach den Berufsordnungen grundsätzlich führungsfähige Bezeichnung für Ärzte, sondern um eine nach dem entsprechenden ärztlichen Berufsrecht einzuordnende Bezeichnung (z.B. nach der Musterberufsordnung der deutschen Ärzte als "Tätigkeitsschwerpunkt" beziehungsweise nach den Berufsordnungen der Landesärztekammern).

Diabetologe und Endokrinologe (Spezialist für Zuckerkrankheit und Hormone)
Der Diabetologe oder Endokrinologe ist Facharzt für Innere Medizin und zusätzlich Facharzt für Diabetologie und Endokrinologe, dass heißt, er ist Spezialist für Zuckerkrankheit und Erkrankungen des Hormonstoffwechsels. Er kümmert sich um die Einstellung von Diabetes-Patienten mit Ernährungsberatung, Tabletten und Insulin-Spritzen. Außerdem hilft der Mediziner Patienten, deren Bluthochdruck durch hormonelle Störungen bedingt ist (zum Beispiel beim Conn-Syndrom, Cushing-Syndrom, Phäochromozytom, Schilddrüsenüberfunktion).  

Radiologie (Röntgenarzt)
Der Facharzt für Radiologie bietet verschiedene Möglichkeiten an, Herz und Gefäße überall im Körper durch verschiedene bildgebende Verfahren sichtbar zu machen. Im klassischem Röntgenbild des Brustkorbs (Röntgen-Thorax) können Hinweise auf eine Herzschwäche abgelesen werden. Die Darstellung von Gefäßen gelingt meist am besten durch Gabe von Kontrastmittel, das dem Patienten kurz vor oder während der Untersuchung gespritzt wird. Immer mehr moderne Verfahren der Tomographie, der Untersuchung "in der Röhre", ermöglichen heute eine aussagekräftige Darstellung von Gefäßen aller Körperregionen (zum Beispiel von, Nierenarterien, Becken- und Beinarterien). Bei der Darstellung der Herzkranzgefäße ist wichtig, dass das Gerät die Signale des schlagenden, sich bewegenden Herzens gut verarbeiten kann. Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT oder Kernspin) arbeitet ohne Strahlenbelastung nur durch starke Magnetkräfte. Die Computer-Tomographie (CT) arbeitet mit klassischen Röntgenstrahlen, die Stahlenbelastung bei neueren Geräten ist im Vergleich zu älteren deutlich gesunken. Ein interventionell arbeitender Radiologe behandelt die Adern auch mit Hilfe von Kathetereingriffen (Aufdehnung mit dem Ballon, Einsetzten von Stents). 

Neuroradiologe (Röntgenarzt für das Nervensystem)
Der Neuroradiologe ist Facharzt für Radiologie und hat eine Zusatzausbildung in Neuroradiologie (Schwerpunkt), das heißt, er hat besondere Kenntnisse zur Untersuchung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Damit ist er auch auf die Untersuchung von Hals- und Kopfarterien spezialisiert und Experte für die Darstellung der Durchblutung im Gehirn, zum Beispiel für Patienten mit TIA oder Schlaganfall. Aber auch Patienten, bei denen eine Durchblutungsstörung des Rückenmarks vermutet wird, bekommen hier Spezial-Untersuchungen. Dafür benutzt der Neuroradiologe alle Möglichkeiten der Bildgebung, insbesondere CT und MRT. Ein interventionell arbeitender Neuroradiologe behandelt die sensiblen Adern im Gehirn auch mit Hilfe von Kathetereingriffen (Aufdehnung mit dem Ballon, Einsetzten von Stents).  

Neurologe
Der Facharzt für Neurologie ist Spezialist für alle Erkrankungen von Gehirn und Nerven und damit Schlaganfall-Spezialist. Er ist der Experte, um drohende Durchblutungsstörungen, zum Beispiel bei vorübergehenden Sehstörungen, Schwäche oder Sprachstörungen zu erkennen und eine Verschlimmerung zu stoppen. Außerdem behandelt er die Folgen eines Schlaganfalls, das heißt, wenn es zu Lähmungen, Sprachstörungen oder Gedächtnisproblemen durch den Schlaganfall gekommen ist. Ein besonderes Augenmerk setzt er auf die frühe Reha-Behandlung nach dem Ereignis, in den Klinken stehen die sogenannten Stroke Units (Schlaganfall-Spezialstationen) meist unter der Leitung von Neurologen.

Gefäßchirurg
Der Facharzt für Gefäßchirurgie hat über die Ausbildung zum Chirurgen hinaus spezielle Kenntnisse für Gefäßoperationen erworben. Er ist Spezialist für die Operation von arteriosklerotischen Adern. Mit Hilfe von verschiedenen Eingriffen kann er zum Beispiel im Becken und an den Beinen Umgehungskreisläufe herstellen, wenn Adern komplett verschlossen sind. Dafür werden oftmals Gefäßprothesen aus Kunststoff verwendet. In sein Fachgebiet fallen auch die Operation einer erweiterten Bauchschlagader (Bauchaortenaneurysma) oder Eingriffe an der Halsschlagader, um sie vom Kalk zu befreien (Ausschälung der Carotis).

Herzchirurg
Der Facharzt für Herzchirurgie hat über die Ausbildung zum Chirurgen hinaus spezielle Kenntnisse für Herzoperationen erworben. Bei verkalkten Herzkranzgefäßen, also bei der koronaren Herzkrankheit, legt er während der Operation Umgehungsadern (Bypässe), die die verengten Abschnitte überbrücken. Dafür werden heute meistens die kräftigen Brustwand-Arterien des Patienten verwendet. Der Herzchirurg nimmt außerdem Herzklappen-Operationen vor, wenn sie in der Folge von Arteriosklerose geschädigt sind. Eine Erweiterung der Brustschlagader (ein sogenanntes thorakales Aortenaneurysma) wird meist in Abteilungen für Herz- und Thoraxchirurgie operiert.  

Spezialeinrichtungen

Gefäßzentren: Kooperation zwischen Angiologen, Radiologen und Gefäßchirurgen. Hier werden Patienten mit Arteriosklerose von Experten verschiedener Fachgebiete betreut.

Stroke unit: Schlaganfalleinheit mit einer spezielle Betreuung für akute Schlaganfälle im Notfall.

Lipidambulanz: Stoffwechselexperten beraten Patienten, wenn ihre Blutfettwerte (Lipid-Werte wie Cholesterin, LDL-Colesterin, Triglyceride) deutlich erhöht und schwer zu behandeln sind. 

Herzzentren: Hier kooperieren Kardiologen und Herzchirurgen. Herzpatienten werden von Internisten und Chirurgen gemeinsam betreut, sodass gemeinsam entschieden wird, welches die individuell beste Therapie ist. Behandelt werden zum Beispiel Patienten mit Herzenge (Angina Pectoris), Herzinfarkt, chronischer koronarer Herzkrankheit (verengten Herzkranzgefäßen), aber auch mit Herzleiden, die in Folge der Arteriosklerose entstanden sind (Herzklappenerkrankungen oder Herzschwäche).

Rehaklinken: Reh-Kliniken betreuen Patienten nach einer Herz- oder Gefäßoperation, wenn der Aufenthalt in der Akut-Klinik abgeschlossen ist (AHB, Anschluss-Heil-Behandlung).

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Informationen der Ärztekammer Schleswig-Holstein.

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Informationen der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer Niedersachsen.

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Blutdruckmessung am Fußgelenk. © NDR
 
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Schaufensterkrankheit nicht unterschätzen

Was so harmlos klingt, ist eine Durchblutungsstörung in den Beinen. mehr