Falsche Krebsdiagnose
Über die Behandlung eines Krebspatienten entscheidet der Pathologe nach der Untersuchung von Gewebeproben. Doch auch Pathologen können irren. Ist eine Zweitmeinung sinnvoll?mehr
Über diesen Besuch freut sich Ingrid Rychlik ganz besonders: Martin Moritz ist gekommen, um mit ihr eine ganz persönliche Pflegeschulung zu machen. Zweimal war er deshalb schon bei ihr zu Hause.
Ihr Ehemann Achim kann sich nach einem Hüftbruch kaum noch bewegen. Der 76-Jährige ist pflegebedürftig und auf die Hilfe seiner Frau angewiesen. Wie die meisten pflegenden Angehörigen wollte die 71-Jährige aber keinen professionellen Pflegedienst für die Betreuung engagieren: "Solange wir das schaffen, bewahren wir uns da noch unser bisschen Freiheit und unsere Gemeinsamkeit."

Viele Menschen werden von Familienangehörigen zu Hause gepflegt. Aber: Nur die wenigsten von ihnen haben Vorkenntnisse. Deshalb bieten Pflegekassen kostenlose Schulungen an.
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Die meisten Menschen werden von Familienangehörigen gepflegt.
Viele Menschen werden in Deutschland zu Hause gepflegt - in fast 70 Prozent aller Fälle von Familienangehörigen. Aber: Nur die wenigsten haben Vorkenntnisse. Deshalb bieten Pflegekassen kostenlose Schulungen an, in denen man lernen kann, worauf es ankommt.
Richtige Pflege ist gar nicht so einfach, das musste auch Ingrid Rychlik feststellen. Schmerzen im Nacken waren ein Zeichen dafür, dass sie wohl irgendetwas falsch machte, wenn sie ihren Mann im Bett umdrehen wollte. Und auch Joachim Rychlik musste manchmal ganz schön leiden, wenn sie ihm zum Beispiel durch einen falschen Griff den Arm verdrehte. Durch ihre Nichte erfuhr sie von Martin Moritz und seiner Angehörigenschule. Martin Moritz ist gelernter Altenpfleger und arbeitet jetzt als Pflegeberater.
Die wenigsten Angehörigen haben Vorkenntnisse. Deshalb zeigen Pflegeberater, was sie beachten müssen.
Pflegende Angehörige geraten oft schnell an ihre Grenzen. Auch Ingrid Rychlik lässt ihren Mann nun möglichst viele Bewegungen allein machen. Inzwischen kennt sie auch den richtigen Griff für's Drehen: Der wird an der Hüfte angesetzt und nicht, wie sie dachte, unter den Armen. "Und seitdem läuft das wie eine Eins", freut sich Ingrid Rychlik.
Individuelle Schulungen werden von Pflegediensten angeboten oder auch von unabhängigen Anbietern wie der Angehörigenschule. Immer häufiger gibt es sie auch schon am Krankenbett in der Klinik. Daneben gibt es auch Gruppenkurse. Ihr Vorteil: Man kommt mit anderen pflegenden Angehörigen in Kontakt.
Martin Moritz kommt in der Regel dreimal, um pflegende Angehörige zu schulen, bei Bedarf in Absprache mit der Pflegekasse auch öfter. Bei der Kasse erfahren Angehörige auch, wer solche Kurse vor Ort anbietet. Für die Bewilligung reicht schon der Antrag auf eine Pflegestufe.