Programmtipp
Zwei Ärzte im Operationssaal © picture-alliance/ dpa Fotograf: Stephan Görlich

Überflüssige Operationen: Wenn Ärzte das Bild operieren

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29.04.2014 | 20:15 Uhr

Rückenschmerzen, Knieschmerzen & Co.: Vor einer Operation sollte auf jeden Fall geklärt werden, ob das, was man im Röntgenbild sieht, für die Beschwerden verantwortlich ist.mehr

 

Patientenverfügung: Worauf es ankommt

von Thilo Eckoldt

Ob jung oder alt: Jeder kann durch Unfall oder Krankheit das Bewusstsein verlieren und plötzlich nicht mehr in der Lage sein, über die eigene Behandlung zu entscheiden. Für viele Menschen ist das eine beängstigende Situation. Sie befürchten, der "Apparatemedizin" hilflos ausgeliefert zu sein. Häufig wissen sie nicht, wie sich beispielsweise durchsetzen lässt, nicht weiter künstlich ernährt zu werden, wenn es keine Aussicht auf Besserung gibt. Für solche und ähnliche Fälle gibt es die Patientenverfügung.

In der Patientenverfügung beschreibt der potenziell Betroffene mögliche Situationen und die gewünschte oder eben gerade nicht gewünschte Behandlung. Er legt damit fest, ob er in bestimmte Untersuchungen oder ärztliche Eingriffe einwilligt. Doch was gehört in eine solche Verfügung?

Keine formellen Vorgaben

Die Patientenverfügung ist zwar nicht an eine bestimmte Form gebunden. Trotzdem gilt es, ein paar wichtige Punkte zu berücksichtigen. Es reicht beispielsweise nicht aus, allgemeine Begrifflichkeiten wie "keine Apparatemedizin" aufzuschreiben. Die Ausführungen sollten etwas konkreter sein. Um für den Arzt die eigenen Wünsche nachvollziehbarer zu machen, kann der Patient auch zusätzlich ein paar Zeilen zu seiner persönlichen Motivation notieren. Andererseits sollte der Patient auch nicht seitenweise detailliert Krankheit für Krankheit beschreiben. Denn: Ist der Grund für die Bewusstlosigkeit später ausgerechnet eine Krankheit, die in dem Katalog nicht aufgeführt wird, fühlen sich die behandelnden Ärzte möglicherweise daran nicht mehr gebunden. Es kommt also darauf an, konkret zu sein, ohne sich in kleinsten Details zu verlieren.

Persönlich beraten lassen

Wer einen ersten Eindruck bekommen will, wie eine Patientenverfügung aussehen kann, für den stehen im Internet zahlreiche Vordrucke zum Download bereit. Eine solche Vorlage ersetzt aber keine ausführliche Beratung. Die sollte in jedem Fall in Anspruch genommen werden. Mögliche Anlaufstellen für solche Gespräche sind Verbraucherzentralen. Daneben gibt es noch viele weitere Institutionen, wie die Kirche, Wohlfahrtsverbände oder Hospize, zu denen Patienten mit ihren Fragen gehen können. Die Beratung ist in der Regel kostenlos.

Was ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist eine vorsorgliche Erklärung des Willens. Wenn der Patient nicht mehr in der Lage ist, seine Zustimmung oder Ablehnung zu einer Behandlung zu geben, wird sie wirksam. Für Ärzte ist eine solche Verfügung unmittelbar verbindlich – zumindest dann, wenn sie konkret genug formuliert ist.

Gang zum Notar kann sinnvoll sein

Grundsätzlich muss eine Patientenverfügung nicht notariell beglaubigt sein. Im Einzelfall ist der Gang zum Notar aber durchaus sinnvoll. Für welche Personen das in Frage kommt, lässt sich ebenfalls in einem persönlichen Beratungsgespräch klären. Wer sich schließlich für einen Notar entscheidet, muss für die Beglaubigung einer reinen Patientenverfügung mit Kosten von rund 30 Euro rechnen. Wer noch umfassender für seine Zukunft vorsorgen will, der kann die Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung verbinden. Wie teuer eine notariell beglaubigte Vorsorgevollmacht ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die Obergrenze liegt jedoch bei 460 Euro. Aber auch diese muss nicht zwangsläufig von einem Notar beglaubigt werden.

Person des Vertrauens benennen

Ob notariell beglaubigt oder nicht: In jedem Fall sollte man in der Patientenverfügung eine Person des Vertrauens bevollmächtigen. Diese Person hat die Aufgabe, Medizinern im Ernstfall die Wünsche des Patienten zu verdeutlichen und darauf zu achten, dass sie auch berücksichtig werden. Ohne entsprechende Vollmacht bekommen Vertrauenspersonen von Ärzten keine Auskünfte über Gesundheitszustand und Behandlung. Vorher sollte der Patient aber unbedingt mit der auserwählten Person besprechen, warum er bestimmte Aspekte überhaupt in die Verfügung aufnehmen will.

Hausarzt ansprechen

Ein Arzt mit seiner Patientin bei einem Beratungsgespräch. © picture alliance / dpa Themendienst Fotograf: Monique Wüstenhagen Detailansicht des Bildes Der Hausarzt kann bei einer Patientenverfügung ebenfalls eine wichtige Hilfe sein. Ein weiterer wichtiger Ansprechpartner vor der Unterzeichnung ist der Hausarzt. Er kann erklären, welche medizinischen Folgen bestimmte Wünsche und Entscheidungen haben. Außerdem hilft er dabei, dass die Verfügung auf die persönlichen medizinischen Probleme und Erkrankungen des Patienten abgestimmt ist.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 19.11.2012 | 20:15 Uhr