Falsche Krebsdiagnose
Über die Behandlung eines Krebspatienten entscheidet der Pathologe nach der Untersuchung von Gewebeproben. Doch auch Pathologen können irren. Ist eine Zweitmeinung sinnvoll?mehr
Nicht alle Patienten sind mit der Beratung durch ihren Hausarzt oder Apotheker zufrieden. Sie erkundigen sich zusätzlich bei Verwandten und Bekannten, schlagen in Gesundheitslexika nach, besuchen spezielle Seiten im Internet oder kontaktieren Beratungsstellen. Ein Dschungel von medizinischen Helfern und Angeboten, durch den es schwer ist, eine Schneise des Verständnisses und Überblicks zu schlagen. Doch das ist notwendig, um nicht vor der Informationsflut zu kapitulieren und ein informierter Patient zu sein.
Die Unabhängige Patientenberatung bietet zum Beispiel Orientierung im Medizin-Dschungel. In bundesweit 22 Orten, zum Beispiel Kiel, Hannover, Hamburg oder Bremen, bietet die Patientenberatung Hilfe an: wenn die Kasse oder ein Arzt Leistungen verweigern, bei Beschwerden durch eine angeblich falsche Behandlung oder auch, wenn es um das Verfassen einer Patientenverfügung geht. Die Beratung ist unabhängig, kostenfrei und kompetent.
Weitere Informationen bieten viele Selbsthilfegruppen, in denen Betroffene mit ihrem Rat zur Seite stehen. Ob Krebs, Epilepsie, Diabetes, Sucht, Ängste, Überschuldung oder das Leben mit psychisch kranken Angehörigen, zu beinahe jedem Problem und beinahe jeder Erkrankung gibt es mittlerweile Selbsthilfegruppen - in Deutschland sollen es heute circa 70.000 bis 100.000 sein. Mehr als zwei Drittel davon beschäftigen sich mit Gesundheitsthemen.
In einer Selbsthilfegruppe finden Betroffene Gemeinschaft mit Menschen, die das eigene Problem kennen und teilen, man kann sich austauschen, von der mitunter größeren Erfahrung anderer profitieren und auch ganz praktische Tipps und Hilfen bekommen und geben. Teilnehmer von Selbsthilfegruppen im Gesundheitsbereich sind besser informiert über ihre Erkrankung, sie wissen besser Bescheid über mögliche Therapien, sie sind zuversichtlicher, durch eigene Verhaltensweisen auf ihre Erkrankung einwirken zu können als Menschen mit demselben Problem, die keine Selbsthilfegruppe besuchen und demzufolge motivierter, etwas für sich zu tun.
Bei Menschen mit psychischen Problemen gehen die Symptome, etwa die Depressionen, zurück und die Kontaktfähigkeit erhöht sich. Mit der Gruppe im Rücken kann man auch die eigenen Belange besser vertreten. Weil die Teilnahme in Selbsthilfegruppen sich positiv auf das Befinden auswirkt, werden Gruppen zu Gesundheitsthemen von Krankenkassen finanziell und praktisch unterstützt. Einige Selbsthilfegruppen werden auch von Pharmaunternehmen unterstützt.
Negative Effekte sind eher selten der Fall. Natürlich sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man in einer Selbsthilfegruppe auch auf Menschen treffen kann, die von der eigenen Erkrankung oder dem eigenen Problem schlimmer betroffen sind als man selbst. Wer in eine Selbsthilfegruppe geht, riskiert mit allen möglichen Auswirkungen der Krankheit konfrontiert zu werden und erlebt - etwa in einer Krebsgruppe - womöglich auch mit, dass Gruppenmitglieder sterben. Andererseits hat man aber auch den Gruppenrückhalt, der einem die Verarbeitung solcher Erfahrungen erleichtert, und es gibt meistens auch viele Mut machende Eindrücke.
In jeder Großstadt und in jedem Landkreis gibt es Selbsthilfekontaktstellen, die über Gruppen in der Nähe informieren und beraten. Wenn es zu dem eigenen Problem noch keine Gruppe gibt, wird man gegebenenfalls bei der Gründung einer neuen Gruppe unterstützt.