Was ist die Medizin aus dem Internet wert?

Wer im Internet nach medizinischen Informationen sucht, findet oft eine nahezu unüberschaubare Flut von mehr oder weniger hilfreichen Antworten.

Gesundheitsportale unter der Lupe

Visite - 05.02.2013 20:15 Uhr - Autor/in: Tina Roth

Immer mehr Menschen begeben sich mithilfe des Internets auf die Suche nach Antworten bei medizinischen Fragen. Visite hat drei Gesundheitsportale unter die Lupe genommen.

Doch die meisten dieser Treffer führen zu Laien-Foren mit zweifelhaften Inhalten und nicht selten zu nur scheinbar neutralen Informationsseiten eines Pharmaherstellers. Visite hat drei Informationsportale näher angesehen.

fragdenprofessor.de: Fachkompetenz und werbefrei

Bei fragdenprofessor.de beantworten Fachärzte Fragen zu einer Auswahl von Krankheitsbildern. Zu jedem Hauptthema gibt es vorgegebene Fragen, die man jeweils einzeln anklicken kann. Rund eine Minute dauert jede Video-Antwort des jeweiligen Spezialisten. Die Antworten sind leicht verständlich und decken alle wichtigen Inhalte ab. Neben der hohen Fachkompetenz der auftretenden Experten ist die Seite komplett werbefrei, da alle Ärzte ehrenamtlich mitarbeiten. Allerdings werden bisher nur wenige Themen besprochen und es gibt keine Suchfunktion. Die Macher der Seite reagieren auf die Anfragen der User. Gibt es zu einem Thema besonders viele Fragen, wird eine Video-Antwort eingestellt.

DrEd.com: Kostenpflichtiger Video-Chat

Auf dieser kostenpflichtigen Seite können Patienten per Videochat Ärzten Fragen stellen und sogar Rezepte bestellen. Da eine Behandlung über das Internet in Deutschland verboten ist, bietet DrEd.com seine Dienste von England aus an. Eine Behandlung kostet bis zu 45 Euro, die in manchen Fällen im Nachhinein von den Krankenkassen erstattet werden. Schwerpunkt von dred.com sind Geschlechtskrankheiten. Die Betreiber des Angebots gehen davon aus, dass sich viele Patienten aus Scham scheuen, damit einen Arzt aufzusuchen. Betroffene sollen Fotos  von ihren Hautausschlägen im Genitalbereich machen und über das Internet schicken - ein umstrittenes Verfahren, da die Aussagekraft eines von Laien gemachten Fotos sehr begrenzt ist.

washabich.de: Arztbriefe werden ehrenamtlich übersetzt

Medizinstudenten im letzten Semester übersetzen bei washabich.de ehrenamtlich Arztbriefe, die Patienten ohne Hilfe nicht verstehen. Die Übersetzung der Fachausdrücke in eine verständliche Sprache kann sehr hilfreich sein. Allerdings werden die daraus resultierenden Fragen damit nicht beantwortet und die Wartezeiten auf die Übersetzung sind aufgrund der großen Nachfrage mittlerweile recht lang.

Es gibt andere Übesetzungsdienste wie zum Beispiel Die Arztbrief-Übersetzer, die man aber bezahlen muss.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Georg Kotter
Allgemeinmediziner                                
Vizelinstraße 8c
22529 Hamburg
Tel. (040) 56 44 72

Dieses Thema im Programm:

Visite | 05.02.2013 | 20:15 Uhr

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