Programmtipp
Ein Hüftgelenk

Nach Gelenkersatz schnell wieder fit

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22.04.2014 | 20:15 Uhr

Wenn eine Arthrose weit fortgeschritten ist, kann ein künstliches Gelenk neue Beweglichkeit ohne Schmerzen ermöglichen. Außerdem: Vorsicht bei Wasser in den Beinen.mehr

 

Was ist die Medizin aus dem Internet wert?

Ergebnis eines Medizin-Tests im Internet auf dem Handy. © NDR Detailansicht des Bildes Die Angebote im Internet ersetzen den Arztbesuch nicht. Wer im Internet nach medizinischen Informationen sucht, findet oft eine nahezu unüberschaubare Flut von mehr oder weniger hilfreichen Antworten. Experten sind sich einig: Die Angebote im Internet ersetzen den Arztbesuch und eine vernünftige Untersuchung sowie fundierte Diagnostik und Diagnosen nicht. Dennoch kann es sinnvoll sein, Informationen aus dem Internet einzuholen.

Wie gut sind Medizin-Infos im Netz?

Visite - 22.10.2013 20:15 Uhr - Autor/in: Madlen Zeller

Das Internet gibt reichlich Antworten auf alle nur denkbaren medizinischen Fragen. Aber hilft einem das wirklich weiter?

Die Seite weisse-liste.de informiert zum Beispiel über Krankenhäuser, Pflegeheime und Ärzte. Sie hat gute Bewertungskriterien und veröffentlich die Bewertungen nur, wenn mehrere Meinungen dazu eingegangen sind.

fragdenprofessor.de: Fachkompetenz und werbefrei

Bei fragdenprofessor.de beantworten Fachärzte Fragen zu einer Auswahl von Krankheitsbildern. Zu jedem Hauptthema gibt es vorgegebene Fragen, die man jeweils einzeln anklicken kann. Rund eine Minute dauert jede Video-Antwort des jeweiligen Spezialisten. Die Antworten sind leicht verständlich und decken alle wichtigen Inhalte ab. Neben der hohen Fachkompetenz der auftretenden Experten ist die Seite komplett werbefrei, da alle Ärzte ehrenamtlich mitarbeiten. Allerdings werden bisher nur wenige Themen besprochen und es gibt keine Suchfunktion. Die Macher der Seite reagieren auf die Anfragen der User. Gibt es zu einem Thema besonders viele Fragen, wird eine Video-Antwort eingestellt.

Mehr Erkrankungen erläutert die Seite enpevita.de, auch hier sind die Texte  von ausgewiesenen Experten  für den Laien verständlich geschrieben.

DrEd.com: Kostenpflichtiger Video-Chat

Auf dieser kostenpflichtigen Seite können Patienten per Videochat Ärzten Fragen stellen und sogar Rezepte bestellen. Da eine Behandlung über das Internet in Deutschland verboten ist, bietet DrEd.com seine Dienste von England aus an. Eine Behandlung kostet bis zu 45 Euro, die in manchen Fällen im Nachhinein von den Krankenkassen erstattet werden. Schwerpunkt von dred.com sind Geschlechtskrankheiten. Die Betreiber des Angebots gehen davon aus, dass sich viele Patienten aus Scham scheuen, damit einen Arzt aufzusuchen. Betroffene sollen Fotos  von ihren Hautausschlägen im Genitalbereich machen und über das Internet schicken - ein umstrittenes Verfahren, da die Aussagekraft eines von Laien gemachten Fotos sehr begrenzt ist.

washabich.de: Arztbriefe werden ehrenamtlich übersetzt

Medizinstudenten im letzten Semester übersetzen bei washabich.de ehrenamtlich Arztbriefe, die Patienten ohne Hilfe nicht verstehen. Die Übersetzung der Fachausdrücke in eine verständliche Sprache kann sehr hilfreich sein. Allerdings werden die daraus resultierenden Fragen damit nicht beantwortet und die Wartezeiten auf die Übersetzung sind aufgrund der großen Nachfrage mittlerweile recht lang.

Es gibt andere Übersetzungsdienste wie zum Beispiel Die Arztbrief-Übersetzer, die man aber bezahlen muss.

Weitere Informationsquelle: Fachgesellschaften

Auch die Webseiten der Fachgesellschaften und Selbsthilfegruppen verschiedener Erkrankungen liefern fundierte und hilfreiche Informationen zu Diagnosen und Therapieverfahren.

Persönliche Gesundheitsdaten nicht veröffentlichen

Grundsätzlich gilt, das Informationsangebot aus dem Internet kritisch zu überprüfen und zu hinterfragen. Von der Veröffentlichung eigener Gesundheitsdaten im Internet raten Experten dringend ab. Online-Krankenakten haben das Risiko, dass sie ausgespäht werden können und Versicherungen oder der Arbeitgeber so auf legalem oder gar illegalem Weg an vertrauliche Informationen gelangen können.

Interviewpartner in den Beiträgen:

Christoph Kranich
Leiter der Fachabteilung Gesundheit und Patientenschutz
Verbraucherzentrale Hamburg
Kirchenallee 22
20099 Hamburg
Patiententelefon: (040) 24 83 22 30

Joachim Kurzbach
Facharzt für Innere Medizin/Hausarzt
Rahlstedter Bahnhofstraße 25
22143 Hamburg
Tel. (040) 677 66 67

Dr. Melanie Hartmann
Fachärztin für Dermatologie
Poststraße 2
20354 Hamburg

Dr. Eike Mathiesse
Facharzt für Augenheilkunde
Augenärzte am Rathaus, Zentrum für Augenheilkunde
Am Rathausmarkt 19
20095 Hamburg
Tel. (040) 37 34 98
E-Mail: praxis(at)augenaerzteamrathaus.de

Dr. Georg Kotter
Allgemeinmediziner                                
Vizelinstraße 8c
22529 Hamburg
Tel. (040) 56 44 72

Dieses Thema im Programm:

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So erkennt man Informationsqualität. Patienten-Information.de informiert.

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Vertrauenswürdige Gesundheitsinformationen. Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung informieren.

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