Stand: 26.09.2017 21:54 Uhr

Chat-Protokoll zum Thema Prostatakrebs

Unbekannt: nach einer OP stieg der PSA-Wert an und ich wurde 30 Mal bestrahlt. Es hat sich eine Wasseransammlung gebildet. Diese verursacht sehr starke Schmerzen. Tilidin und Morphin lindern die Schmerzen nicht. Was kann ich noch machen?

Hermann: Wenn die Schmerzen tatsächlich durch die Wasseransammlung verursacht werden, muss urologischerseits über eine operative Intervention nachgedacht werden.

Unbekannt: Nach meinen Informationen wächst der Prostatakrebs langsam. Ich kenne die Aussage eines Arztes: "Sie werden mit dem Krebs sterben, aber nicht an dem Krebs." Ab welchem Alter ist eine OP nicht mehr sinnvoll?

Hermann: Krebs ist nicht gleich Krebs: Es gibt sehr langsam wachsenden, aber leider auch sehr aggressiven Krebs in der Prostata. Die Entscheidung, ob eine Operation sinnvoll ist, hängt sowohl von der Aggressivität des Krebses als auch von der Lebenserwartung des Patienten ab. Die Lebenserwartung wiederum bemisst sich am Alter und an anderen Erkrankungen. Deshalb kann durchaus bei einem ansonsten gesunden Patienten im 78. Lebensjahr, der an einem aggressiven Krebs erkrankt ist, eine Operation sinnvoll sein, um ein aus dem Ruder laufendes Krankheitsgeschehen im Bereich des kleinen Beckens zu vermeiden.

Konrad: Bei der aggressivsten Art von Prostatakrebs mit Total-OP und Bestrahlung - wie hoch ist die Lebenserwartung?

Hermann: Leider fehlen noch Angaben zur Ausdehnung der Krebserkrankung. Bitte solche generellen Fragen auch direkt dem betreuenden Urologen stellen, da das persönliche Gespräch dabei entscheidend ist.

Unbekannt: Ich bin ein 71 Jahre alter berufstätiger Seefahrer. Mein PSA-Wert schwankt bei Prostatavergrößerung von 1,31 bis 1,57. Vor acht Jahren Biopsie (Kiel) und MRT in Alta Klinik, ohne Befund. Mein Urologe misst seit vier Jahren eine 6-8 mm Zyste. Gibt es so was und wie soll ich damit umgehen?

Hermann: Ich würde weiter den PSA regelmäßig kontrollieren und den Urologen die Prostata abtasten lassen. Aktuell scheint keine Gefahr zu bestehen.

Raika: Es soll eine neue Therapie durch Verödung des Prostatagewebes geben. Was ist davon zu halten, wie sind die Erfolgsaussichten und welche Nebenwirkungen gibt es?

Hermann: In der S3-Leitlinie wird diese Therapie noch als experimentell eingestuft.

Unbekannt: Gibt es sinnvolle Ernährungshinweise vor und nach einer Prostatektomie? Die Da-Vinci-OP soll in circa zwei Monaten stattfinden.

Hermann: Solche Hinweise sind mir nicht bekannt.

Vendi: Stimmt es eigentlich, dass, wenn Männer nicht regelmäßig Sex haben beziehungsweise sich selbst befriedigen, sie ein höheres Risiko für Prostatakrebs haben? Wenn ja, warum?

Hermann: Nein, das Gegenteil ist der Fall: Männer, die über viele Monate über 20 Mal im Monat einen Samenerguss hatten, reduzieren das Risiko, an einem Prostatakrebs zu erkranken, um ein Drittel. Weiterhin ist bekannt, dass Männer, die über 20 Sexualpartnerinnen in ihrem Leben hatten, ein geringeres Prostatakrebsrisiko haben. Aus diesen Daten ist jedoch keine Begründung für ein promiskuitives Liebesleben abzuleiten, da andererseits Geschlechtserkrankungen das Risiko, später an Prostatakrebs zu erkranken, erhöhen können.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 26.09.2017 | 20:15 Uhr

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