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Zwei Ärzte im Operationssaal © picture-alliance/ dpa Fotograf: Stephan Görlich

Überflüssige Operationen: Wenn Ärzte das Bild operieren

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29.04.2014 | 20:15 Uhr

Rückenschmerzen, Knieschmerzen & Co.: Vor einer Operation sollte auf jeden Fall geklärt werden, ob das, was man im Röntgenbild sieht, für die Beschwerden verantwortlich ist.mehr

 

Sturz-Prophylaxe: Mehr Sicherheit im Alltag

Mann mit Krücken auf einer Treppe © picture-alliance / KPA/Hochheimer Detailansicht des Bildes Ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal im Jahr. Für Kinder ist Hinfallen ganz normal - sie stehen meist einfach wieder auf. Im fortgeschrittenen Alter ist das ganz anders: Jeder Sturz kann schwerwiegende Folgen haben und das Leben verändern. Ein Drittel der über 65-Jährigen stürzt mindestens einmal im Jahr, bei den 80- bis 90-Jährigen ist es sogar jeder Zweite. Die Folgen sind gravierend: Tausende Knochenbrüche, vor allem an Hüften, Handgelenken und Wirbelsäule.

Ein Grund ist die im Alter nachlassende Knochenqualität. Die Knochen werden im Laufe des Lebens poröser. Schon ein kleiner Stoß genügt und ein Knochen bricht. Die anschließende Bettlägerigkeit erhöht die Gefahr zusätzlich, die Folge sind eine Schädigung der Gelenke und geschwächte Muskeln und Knochen. Das lange Liegen kann sogar zu Thrombosen und gefährlichen Lungenembolien führen. Bewegungseinschränkung, Angst und erneute Stürze bilden einen Teufelskreis.

Kraft und Koordination lassen im Alter nach

Der wichtigste Risikofaktor ist das fortschreitende Alter: Kraft und Koordination lassen nach, Schwerhörigkeit und vor allem eine Sehschwäche erschweren die Orientierung. Einige Medikamente, vor allem Schmerz- und Beruhigungsmittel, beeinträchtigen zudem den Gleichgewichtssinn. Äußere Sturzursachen kommen hinzu: Werden Stolperfallen im Haushalt wie lose Teppiche, fehlende Handläufe, Elektro- und Telefonkabel sowie schlechte Beleuchtung erkannt und beseitigt, senkt das bei älteren Menschen mit Sehschwäche die Sturzgefahr erheblich.

Wohnung altersgerecht einrichten

Wie groß die persönliche Gefahr ist, können einfache Tests klären. So ist das Risiko bei Personen, die für eine Strecke von zehn Metern länger als zehn Sekunden benötigen, deutlich erhöht. Auch wer weniger als fünf Sekunden auf einem Bein stehen und nicht innerhalb von 15 Sekunden fünf Mal aufstehen und sich wieder setzen kann, gehört zur Risikogruppe und sollte sich bemühen, Stürze aktiv zu vermeiden.

Spezielle Kurse von Sportvereinen und Krankenkassen

Zur den möglichen Vorbeugungsmaßnahmen gehören Balance- und Krafttraining, Koordinationstraining mit asiatischen Bewegungsübungen wie Thai Chi oder Qigong, optimale Sehhilfen, Behandlung einer eventuellen Blasenschwäche, die zu nächtlichen Toilettengängen drängt, sowie das Tragen von Hüftprotektoren, rutschfesten Schuhen und Socken. Eine Beratung mit Wohnungsbesichtigung durch Fachleute kann Stolperfallen entlarven und Tipps zu deren Beseitigung geben. Viele Sportvereine Senioreneinrichtungen und  Krankenkassen bieten zudem spezielle Kurse zur Sturzprävention an.

Ist es bereits zu einem schweren Sturz gekommen, fehlt vielen Betroffenen der Mut, sich wieder allein zu bewegen und zu versorgen. Sie fürchten, nach einem erneuten Sturz nicht wieder aufstehen zu können. Doch das lässt sich mit professioneller Anleitung in nahezu jedem Lebensalter trainieren. Dabei kommt es nicht nur auf die körperliche Kraft, sondern vor allem auf den Willen und das Wissen an, wie man schnell wieder auf die Beine kommt und welche Hilfsmittel dafür benötigt werden. Gleichzeitig sollte das Gehen auf unterschiedlichen Untergründen trainiert werden - auch das gibt Sicherheit im Alltag und fördert das Selbstvertrauen.  

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Radio-Visite | 06.03.2013 | 09:20 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: http://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/bewegungsapparat/sturz100.html
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