Falsche Krebsdiagnose
Über die Behandlung eines Krebspatienten entscheidet der Pathologe nach der Untersuchung von Gewebeproben. Doch auch Pathologen können irren. Ist eine Zweitmeinung sinnvoll?mehr
Pro Jahr erleiden in Deutschland etwa 250.000 Menschen einen Leistenbruch. Zu 90 Prozent trifft es Männer - das liegt an ihrer Anatomie. Bei ihnen ist das Bindegewebe rund um den Leistenkanal besonders schwach, weil hier der Samenstrang verläuft, durch den im Embryonalstadium die Hoden aus der Bauchhöhle in den Hodensack gewandert sind.
Vor allem Männer leiden unter den plötzlich einsetzenden Schmerzen durch einen Leistenbruch. Erfolgreich behandeln lässt sich dieser nur durch eine Operation.
Bei einem Bruch reißt das Gewebe und bricht auf, es bildet sich eine Beule. Meist zeigt sie sich im Bereich der Leiste oder am Hoden. Sie kann klein oder groß sein und sich im Laufe der Zeit oder bei Belastung weiter vergrößern. Lebensgefährlich kann ein Leistenbruch werden, wenn Darm in die Bruchlücke rutscht und dort eingeklemmt wird. Dann muss umgehend operiert werden, damit die Darmschlingen nicht absterben.
Bei der Operation verschließen die Chirurgen den Bruch in der Regel mit einem Kunststoffnetz. Es handelt sich um einen Routineeingriff und er wird heute meist minimal-invasiv mit einem Endoskop durchgeführt. Es gilt aber immer abzuklären, ob unter bestimmten Bedingungen - zum Beispiel, wenn der Patient Blutverdünner nimmt - eine offene Operation nicht günstiger ist. Dabei legt der Chirurg den Leistenbruch durch einen Schnitt in der Leistenregion frei, öffnet den Bruchsack und schiebt den Inhalt zurück an seinen Platz in der Bauchhöhle. Dann verschließt er die Bruchstelle mit einem Netz und näht dieses fest. Diese Operation ist auch in regionaler Betäubung möglich, der Patient kann nach rund drei Tagen die Klinik verlassen.
Beim minimal-invasiven Eingriff schiebt der Chirurg über drei kleine Schnitte seine Instrumente und eine Kamera unter die Bauchdecke. Um dem Operateur eine Übersicht im Bauchraum zu ermöglichen, muss der Bauch mit CO2-Gas gefüllt und aufgebläht werden. Deshalb lässt sich die endoskopische Technik nur unter Vollnarkose durchführen.
Die Bruchstelle wird mit einem Kunststoffnetz verschlossen.
Mit seinen Instrumenten zieht der Operateur den Darm und die anderen Bruchinhalte zurück an ihren Platz und verschließt die Bruchlücke auch hier mit einem Kunststoffnetz. Es wird durch ihre spezielle Oberfläche und den natürlichen Druck im Bauchraum in Position gehalten, eine Naht oder Einkleben ist so manchmal nicht notwendig. Auf diese Weise soll das Risiko von Narbenbildung und Nervenschädigung gesenkt werden. Doch auch wenn der Eingriff recht harmlos erscheint, bedeutet er eine große Belastung und nicht selten kommt es später zu Komplikationen und chronischen Leistenschmerzen.
Etwa jeder zehnte Patient hat nach einer Leistenbruchoperation Probleme wie Nervenirritationen, Entzündungen oder gar einen neuen Leistenbruch. Oft wird ein weiterer Eingriff nötig, zum Beispiel um einen irritierten Nerven zu entlasten. Besonders gefährdet sind Patienten, die vor der Operation Schmerzen hatten - sie leiden oft auch hinterher unter Schmerzen. Auch ein Leistenbruch, der noch keine Beschwerden bereitet, sollte immer operiert werden.
Leistenbrüche verschwinden nicht wieder von selbst, sondern vergrößern sich mit der Zeit und die Operation wird dann immer schwieriger. Ein Bruchband ist keine Dauerlösung und wird von Experten nicht empfohlen. Grundsätzlich sollten Schwellungen in der Leistengegend immer vom Arzt abgeklärt werden, denn dahinter kann sich auch etwas anderes verbergen wie zum Beispiel ein vergrößerter Lymphknoten.
Im Studio:
Prof. Dr. Stephan M. Freys
Chefarzt Chirurgische Klinik
Diako Ev. Diakonie-Krankenhaus Bremen gemeinnützige GmbH
Gröpelinger Heerstraße 406-408
28239 Bremen
Tel. (0421) 61 02-11 01
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Im Beitrag:
Dr. Wolfgang Reinpold
Chirurg
Chefarzt Chirugie und Ärztlicher Direktor
Hernienzentrum Wilhelmsburg im Wilhelmsburger Krankenhaus Groß-Sand
Groß-Sand 3
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