Stand: 05.08.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Was tun bei Achillessehnen-Beschwerden?

Manuelle Therapie schmerzhaft - aber wirkungsvoll

Neben schmerzstillenden Medikamenten können lokale Kälteanwendungen helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Eisabreibungen wirken lindernd und regen die Durchblutung an. Außerdem kann eine Manuelle Therapie Verspannungen und Reizungen durch spezielle Handgriffe und Massagetechniken (Friktionstherapie) lösen. Die Therapie ist zwar schmerzhaft, aber sehr wirkungsvoll.

Neue Methode: Stoßwellentherapie

Die Schallwellen dringen tief ins Gewebe ein und sollen den Selbstheilungsprozess des Körpers unterstützen.

Eine neue Methode in der Behandlung von Achillessehnenreizungen ist zudem die Stoßwellentherapie. Stoßwellen sind hochenergetische Druckwellen, die Schallwellen ähnlich sind. Sie sollen unter anderem das Knochenwachstum sowie die Bildung neuer Blutgefäße anregen. Außerdem sollen die Schallwellen die Ausschüttung von Wachstumsfaktoren und anderen biologisch aktiven Eiweißen fördern und dadurch Selbstheilungsprozesse des Körpers aktivieren und unterstützen. Geschädigtes Sehnengewebe soll dadurch "repariert" und eine lokale Entzündung geheilt werden.

Der Therapieerfolg setzt nicht sofort und nicht bei jedem Betroffenen ein. Erst nach einigen Monaten und wiederholten Anwendungen kann mit einer Besserung der Beschwerden gerechnet werden. Dann liegt die Erfolgsrate bei 70 Prozent, so Mediziner. Da die Wirkung der Stoßwellentherapie nicht eindeutig wissenschaftlich belegt ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Therapie nicht.

Nachhaltige Erfolge durch exzentrisches Krafttraining

Nachhaltige Erfolge lassen sich auch durch sogenannte exzentrische Übungen erzielen: Dazu stellt man sich mit den Zehen auf eine Stufe oder einen Absatz und geht für etwa zwei Sekunden in den Zehenstand. Danach die Ferse senken und in die maximale Dehnung gehen. Diese Position wiederum etwa zwei Sekunden halten. Dabei wird die Wadenmuskulatur gedehnt und die Achillessehne entlastet.

Die Übung muss täglich, morgens und abends, mit je dreimal 15 Wiederholungen pro Bein bei leicht gebeugtem Kniegelenk durchgeführt werden. Bei regelmäßigem Training kann nach etwa zwölf Wochen mit einer Schmerzreduktion von 40 bis 50 Prozent gerechnet werden.

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Interviewpartner

Im Studio:
Dr. Sabine Bleuel
Fachärztin für Orthopädie mit Schwerpunkt Faszientherapie (FDM)
Praxis für Orthopädie und Chirurgie Elbchaussee
Elbchaussee 567
22587 Hamburg
Tel. (040) 86 23 21
E-Mail: Sabine.Bleuel@ifdmo.com

Im Beitrag:
Dr. Carl Christian Büll
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Rheumatologie, Hand- und Fußchirurgie, Sportmedizin, Physikalische Therapie, spezielle orthopädische Chirurgie
Geschäftsführer des MedBaltic
Eckernförder Str. 219
24119 Kiel-Kronshagen
Tel: (0431) 259 58 121
Internet: http://www.medbaltic.de

Uwe Otto
Physiotherapeut
ProPhysis Fleetinsel
Herrengraben 1
20459 Hamburg
Tel. (040) 55 92 92 20
Fax: (040) 70 38 38 68
E-Mail: info@prophysis-fleetinsel.de

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Visite | 05.08.2014 | 20:15 Uhr

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