Stand: 12.11.2015 18:23 Uhr  | Archiv

Wie gesund ist Milch?

"Die Milch macht's" oder "Milch macht müde Männer munter" - so lauteten die Werbeslogans lange Zeit. Milch galt als gesunder Bestandteil unserer Ernährung, doch das gute Image hat sich mittlerweile ins Gegenteil verkehrt: Milch soll das Risiko für Übergewicht erhöhen und sogar Krankheiten verursachen. Stimmt das wirklich?

Milch enthält gesunde Inhaltsstoffe

Ungeachtet der Vorurteile enthält Milch viele Inhaltsstoffe wie Eiweiß, Vitamine und Spurenelemente. Besonders das Eiweiß kann unser Körper gut verarbeiten. Aber auch das Fett in der Milch hat eine hohe Qualität und kann vom Körper leicht in Energie umgewandelt werden. Vorausgesetzt, es hat eine hohe Qualität wie etwa in Vollfettmilch. Das Erstaunliche: Laut verschiedenen Studien haben Menschen, die Vollfettmilch trinken, ein geringeres Risiko, dick zu werden als diejenigen, die fettarme Milch trinken. Woran das liegt, ist allerdings noch unklar.

Ist Milch eine gesunde Kalziumquelle?

Bekannt ist Milch vor allem als Kalziumlieferant für den Knochenaufbau. Tatsächlich: Allein in einem Glas Milch stecken 250 Milligramm Kalzium. Eine schwedische Studie will jetzt aber herausgefunden haben, dass sich das Risiko von Knochenbrüchen erhöht, wenn man täglich mehr als drei Gläser Milch trinkt. Schuld daran sei die im Milchzucker enthaltene Galaktose. Und nicht nur das. Zu viel Milchzucker führe zu chronischen Entzündungen, Immunschwäche und vorzeitigem Altern.

Bernhard Watzl vom Max Rubner-Institut hält die Studie zwar für fehlerhaft. Dennoch empfiehlt er die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Menge von 250 Milliliter und 50 Gramm Käse nicht zu überschreiten. Dann ist Milch weiterhin eine gute Kalziumquelle für unseren Körper.

Fördert Milch Herzerkrankungen?

Viele halten auch die in Milch enthaltenen gesättigten Fettsäuren für problematisch. Eine Studie an tausend Männern hat aber nachgewiesen, dass das Risiko für Herzerkrankungen mit einer erhöhten Milchzufuhr sogar sinkt. Der Grund: Zwischen den verschiedenen gesättigten Fettsäuren gibt es Unterschiede in der Wertigkeit. Während die Fettsäuren in der Milch sich positiv oder neutral auf unseren Körper auswirken, sind die in Fleisch und Wurst enthaltenen Fette eher schädlich.

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Zu viel Milch erhöht das Risiko für Prostatakrebs

In Milch ist unter anderem das Wachstumshormon IGF1 enthalten. Bei Kindern fördert es das Wachstum, doch bei Erwachsenen könnte es gefährlich werden. Studien belegen, dass Männer, die viel Milch trinken, ein doppelt so hohes Risiko für Prostatakrebs haben. Allerdings muss man(n) mehr als einen Liter pro Tag trinken, um die dafür erforderliche Menge zu erreichen. Die Ursache für das erhöhte Risiko ist umstritten. Möglicherweise trägt das Wachstumshormon gar keine Schuld, sondern die große Zufuhr anderer in der Milch enthaltenen Inhaltsstoffe.

Frauen hingegen können beruhigt Milch trinken. Zwar nehmen Frauen über die Milch zusätzliche Östrogene auf, die in größeren Mengen Brustkrebs auslösen können. Die körperfremden Hormone werden aber nach dem Milchgenuss über die Leber wieder abgebaut.

Wie viel Milch ist gesund?

Jeder Deutsche trinkt durchschnittlich etwa 50 Liter Milch pro Jahr. Hinzu kommen noch Milchprodukte wie Käse und Joghurt. Angesichts des von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlenen Maximums von 250 Millilitern pro Tag eine durchaus vertretbare Menge. Wie bei allen Lebensmitteln gilt es, beim Milchgenuss das richtige Maß zu finden. Zu viel Milch kann sich negativ auswirken, doch überschreitet man die empfohlene Menge nicht, ist die Milch immer noch ein gesunder Muntermacher mit vielen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen.

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