Stand: 15.09.2014 16:17 Uhr  | Archiv

Wie gefährlich ist Aluminium im Deo?

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Deos mit Aluminiumsalzen stehen im Verdacht, an der Entstehung von Krebs beteiligt zu sein.

In vielen Deos ist Aluminium in Form von Aluminiumsalz zu finden. Es häufen sich die Vorwürfe, das Metall könnte ein Faktor bei der Entstehung von Brustkrebs sein. Gibt es wirklich einen Zusammenhang? Wissenschaftler wie Philippa Darbre von der Universität in Reading (England) halten das für möglich. Aluminiumsalze ziehen die Schweißporen zusammen und verschließen sie dadurch. Einige Studien geben Hinweise darauf, dass die Aluminiumsalze dabei in den Körper eindringen könnten - vor allem, wenn die Haut frisch rasiert ist.

Im Test: Deos ohne Aluminiumsalze

Tumore in der Nähe der Achselhöhle

Seitdem Deos benutzt würden, gebe es auffallend viele Tumore in der Nähe der Achselhöhle, sagt Philippa Darbre: "Wenn man die Brust in vier Bereiche teilt, stellt man fest, dass fast 56 Prozent der Brustkrebsfälle in der Region beginnen, die der Auftragung am nächsten liegt." Der Verband der Kosmetikindustrie hält die Anwendung von Aluminium für unbedenklich, auch auf frisch rasierter Haut.

Nachweis von Aluminium im Brustgewebe

Doch die Wissenschaftlerin konnte nachweisen, dass Aluminium sich in dieser Körperregion vermehrt finden lässt, zum Beispiel im Brustgewebe, in der Brustflüssigkeit und im Sekret von Brustwarzen. Philippa Darbre befürchtet außerdem, dass Aluminium Tumorzellen zur Bildung von Metastasten anregen könnte.

Experten ändern Risikoeinschätzung

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat die Risikoeinschätzung von Aluminium im Frühjahr 2014 geändert: Bereits bei einmaliger täglicher Anwendung aluminiumhaltiger Antitranspirantien könne die wöchentlich tolerierbare Aufnahmemenge von Aluminium ausgeschöpft werden. Zusätzlich werde Aluminium über andere Kosmetika und Lebensmittel aufgenommen.

Mehr unabhängige Forschung nötig

Trotz aller Indizien: Es gibt keinen Beweis dafür, dass Aluminium krebserregend ist. Dafür fehlen aussagekräftige Studien. Experten wie der Wissenschaftsjournalist Bert Ehgartner fordern mehr unabhängige Forschung. Er kritisiert die finanzielle Abhängigkeit renommierter Forschungsinstitute von der Aluminiumindustrie: "Es gibt ein berühmtes Institut in New York, von dem man weiß, dass das ganze Institut samt Vorstand auf der Lohnliste der Aluminiumindustrie gestanden hat."

Weitere Informationen

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Markt | 15.09.2014 | 20:15 Uhr