Stand: 17.06.2014 20:15 Uhr  | Archiv

Welches Wasser ist gesund?

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Trinkwasser wird ausschließlich aus Grundwasser gewonnen und mehrmals täglich überprüft.

Jede Zelle unseres Körpers braucht Wasser – darum sollen wir wenigstens zwei Liter pro Tag trinken. Doch welches Wasser ist das gesündeste? Stilles Mineralwasser, mit Kohlensäure oder doch nur Leitungswasser? Visite macht den Test: Stilles Wasser vom Discounter (Edeka, Gut & Günstig), ein Markenprodukt (Evian), ein Mineralwasser mit wenig Kohlensäure (Gerolsteiner Stille Quelle medium) sowie Hamburger Leitungswasser stellen sich der Geschmacks- und Gesundheitsprobe.

Als natriumarm gelten alle Wasser, die weniger als 200 Milligramm Natrium pro Liter (mg/l) enthalten. Das Discounterwasser hat fünf mg/l, das Marken-Wasser sieben mg/l und das Wasser mit Kohlensäure 126 mg/l. Natriumarm ernähren sollen sich vor allem Menschen mit Bluthochdruck. Sportler hingegen verlieren beim Sport viel Salz und können mit natriumreichen Wasser nachlegen. Doch nur geringfügig, denn den wesentlichen Anteil nehmen wir über unsere Nahrung auf.

Kalzium stärkt die Knochen und ist wichtig für Nerven und Zellen. Der Tagesbedarf beträgt ein Gramm. Das Wasser vom Discounter hat 56 mg/l, das Marken-Wasser 81 mg/l, das Wasser mit Kohlensäure sogar 346 mg/l und das Leitungswasser zwischen 30 und 112 mg/l.

Der Tagesbedarf liegt bei 350 Milligramm. Das Discounter-Wasser hat nur fünf mg/l, das Marken-Wasser 25 mg/l, das Wasser mit Kohlensäure 92 mg/l und das Leitungswasser zwischen zwei und 12 mg/l.

Das Fazit: Leitungswasser liegt vorne

Um den Bedarf an allen Mineralstoffen pro Tag allein mit Mineralwasser zu decken, müssten wir 100 Liter trinken. Ein Teil der Mineralstoffe jedoch lässt sich mit Wasser aufnehmen - dazu muss man nicht einkaufen gehen, denn Leitungswasser eignet sich hervorragend. Es enthält je nach Region wenigstens genauso viele Mineralstoffe, teils sogar mehr als viele stille Mineralwässer. Und es ist das am besten kontrollierte Lebensmittel.

Keimfreiheit bis zu Hausanschluss

Trinkwasser wird ausschließlich aus Grundwasser gewonnen und mehrmals täglich überprüft. Bevor es in die Leitungen geht, werden ihm Eisen, Mangan und Kalk entzogen. Die Wasserwerke versprechen Keimfreiheit bis zu Hausanschluss. Trinkwasser wird sehr kalt und mit hohem Druck in die Leitungen gegeben. Keime haben so schlechte Voraussetzungen, sich zu vermehren.

Kritisch wird es erst ab dem Hausanschluss: Alte Leitungen oder ein verdreckter Wasserhahn können Keime ins Wasser bringen. Experten empfehlen deshalb nach dem Urlaub das Wasser erst einmal eine Minute lang laufen zu lassen.

Wasserfilter kann schnell verkeimen

Aus Angst vor Keimen filtern viele Menschen ihr Wasser. Ein Wasserfilter kann zwar Reste von Medikamenten oder Chemie rausfiltern, entzieht aber dem Wasser auch die Mineralstoffe. Zudem kann ein Filter schnell verkeimen - schon wenn man ihn bei Zimmertemperatur in der Küche stehen lässt. Aber auch Mineralwässer können mit Keimen belastet sein: Kohlensäure sorgt dafür, dass sich Keime schlechter vermehren. Trotzdem kann jedes Mineralwasser, wo immer es mit Mensch oder Tier in Berührung kommt, verkeimen - zum Beispiel durch die Abfüllanlage, falsche Lagerung im Handel oder durch das Trinken aus der Flasche.

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Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Werner Solbach
Direktor
Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Internet: www.uk-sh.de

Oec. troph. Karin Riemann-Lorenz
Ernährungsberaterin
Verbraucherzentrale Hamburg
Tel. (040) 24 83 22 40
Fax (040) 24 83 22 90
Internet: www.vzhh.de

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Visite | 17.06.2014 | 20:15 Uhr

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