Stand: 20.01.2015 12:37 Uhr  | Archiv

Welche Seife ist die richtige?

Seife wird aus pflanzlichen oder tierischen Fetten hergestellt. Als Rohstoffe dafür dienen vor allem Kokosfett, Oliven- oder Palmenöl. Doch nicht jede Seife besteht aus kostbaren Ölen. Viele Fertigseifen enthalten das tierische Talg Sodium tallowate, billige Fettreste aus der Schlachterei. Da diese sehr unangenehm riechen, sind die Seifen oft stark parfümiert.

So entsteht Seife

Seife ist das Produkt aus der Zerlegung von Fetten im Rahmen der sogenannten Verseifung. Dazu wird Fett mit einer Lauge, zum Beispiel Natron- oder Kalilauge (früher Pottasche oder Soda) gekocht. Die Konsistenz der Seife ist abhängig von der Kettenlänge der freigesetzten Fettsäuren und der Form der zugegebenen Lauge. Langkettige Fettsäuren wie Stearin- oder Palminsäure führen zu einer festeren Konsistenz. Während sich bei der Zugabe von Natriumchlorid eine festere Seife (Kernseife) bildet, entsteht durch die Zugabe von Kalilauge und Kaliumsalzen eine schmierige Konsistenz (Schmierseife).

Flüssigseife auf dem Vormarsch

Heutzutage wird die klassische Seife zunehmend von modernen Flüssigseifen verdrängt. Dabei sind Flüssigseifen keine Seifen im herkömmlichen Sinne. Sie bestehen nicht aus verseiften Fetten, sondern aus synthetisch erzeugten Detergenzien.  Sie werden daher als Syndets bezeichnet. Es handelt sich dabei meistens um Tenside.

Flüssigseifen gelten im Allgemeinen als hygienischer und besser hautverträglich. Aber: Bereits einfaches Waschen mit Wasser trocknet die Haut aus. Und sowohl Seifen als auch Syndets entfernen zusätzlich wertvolles Hautfett.  Auch die Zugaben von rückfettenden Substanzen kann das nicht verhindern, da die zusätzlichen Fette ebenfalls mit dem Waschwasser abgespült werden. Daher gilt es, sich nach jedem Händewaschen die Hände einzucremen.

Für gesunde Haut ist echte Seife kein Problem

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Wichtig für ein gutes Hautgefühl ist der pH-Wert der Seife.

Syndets sind den echten Seifen allein in Bezug auf die Erhaltung des Säureschutzmantels der Haut überlegen. Ihr pH-Wert ist dem der Haut angeglichen. Während Seifen einen stark basischen pH-Wert von neun bis zehn haben, liegt der pH-Wert der Syndets bei etwa 5. Nach dem Gebrauch von echter Seife steigt der pH der Haut zunächst an. Es dauert etwa zwei bis vier Stunden bis die Haut wieder ihren normalen pH-Wert erreicht. Forscher gehen davon aus, dass die pH-Wert-Erhöhung dazu führt, dass die Haut stärker aufquillt und sich mehr Krankheitserreger auf der Haut ansiedeln können.

Fazit ist: Für gesunde Haut ist echte Seife kein Problem. Personen mit empfindlicher oder kranker Haut und "Vielwäscher", die sich mehr als zehn Mal täglich die Hände waschen, sollten eher Flüssigseifen verwenden.

Weitere Informationen

Welche Flüssigseife ist am besten?

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Interviewpartner im Beitrag:

Sabine Hustedt
Kräuterpädagogin
Kräuterschule Altona
Eggersallee 24
22763 Hamburg
Tel. (040) 57 22 81 66
E-Mail: nachricht@kraeuterschule-altona.de
Internet: www.kraeuterschule-altona.de

Prof. Dr. Gabriele Perger
Professorin für Arbeitswissenschaften
Fakultät Life Science, Department Gesundheitswissenschaften
Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg
Ulmenliet 20
21033 Hamburg
Tel: (040) 428 75 6202
E-Mail: gabriele.perger@haw-hamburg.de

 

 

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Visite | 20.01.2015 | 20:15 Uhr

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