Stand: 24.01.2017 10:17 Uhr

Welche Milch ist gesund?

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Milch in Maßen ist gesund.

Milch besteht aus Wasser, Milchzucker (Laktose), Eiweiß und Fett. Sie enthält wertvolle Vitamine und Mineralstoffe wie Calcium, Eisen und Magnesium. Doch bei den Inhaltsstoffen gibt es Unterschiede, zum Beispiel zwischen Vollmilch und fettarmer Milch, frischer und besonders lange haltbarer Milch. Bezeichnungen wie Alpenmilch, Landmilch und Weidemilch sagen dagegen nur wenig über die Qualität aus.

Ganze viele Milschflaschen nebeneinander aufgereiht.

Welche Milch ist gesund?

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Vollmilch oder fettarme Milch, frische oder haltbare Milch, mit oder ohne Laktose: Welche Milch ist besonders gesund? Und wie viel Milch sollte man trinken?

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Macht Milch krank?

Die Studienlage zu den gesundheitlichen Auswirkungen von Milch ist uneinheitlich, sagt Ernährungsberaterin Karin Riemann-Lorenz von der Verbraucherzentrale Hamburg:

  • Es gibt keine Belege dafür, dass Milch - wie häufig vermutet - Knochenschwund (Osteoporose) begünstigt oder verhindert.
  • Es gibt Hinweise darauf, dass ein Milchverzehr von mehr als einem Liter pro Tag das Risiko für Prostatakrebs erhöhen kann.
  • Für Erkrankungen wie Diabetes (Typ 2) und Dickdarmkrebs deuten Studien auf eine schützende Wirkung von Milch hin.

Höchstens ein Glas Milch pro Tag

Ernährungsberaterin Riemann-Lorenz empfiehlt, höchstens ein großes Glas Milch (rund 300 Milliliter) pro Tag zu trinken. Viele Menschen können mit zunehmendem Alter Milchzucker nicht mehr so gut verdauen - sie sollten weniger Milch trinken. Empfehlenswert ist frische Milch mit 1,5 Prozent Fett. Sie enthält so viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett, ist aber kalorienärmer.

Pasteurisieren tötet Keime

Bevor Milch im Laden verkauft werden darf, wird sie in der Meierei verarbeitet. Dazu wird sie zunächst pasteurisiert, also für wenige Sekunden auf 75 Grad erhitzt. Dadurch werden die meisten Keime abgetötet, ohne dass sich der Nährwert, der Geschmack und die Konsistenz der Milch wesentlich verändert. Pasteurisierte Lebensmittel sind nicht hundertprozentig keimfrei. Sie müssen gekühlt gelagert werden und sind nur relativ kurz haltbar.

Haltbare Milch leichter verdaulich

Haltbare Milch (H-Milch) gibt es seit Ende der 60er-Jahre. Durch das Ultrahocherhitzen bei 130 bis 150 Grad werden alle Mikroorganismen und Enzyme in der Milch abgetötet. Die Milch ist so für mehrere Monate haltbar, ohne dass sie gekühlt gelagert werden muss. Dabei werden allerdings auch alle hitzeempfindlichen Vitamine zerstört. H-Milch ist leichter verdaulich und hat im Vergleich zu der sämigen Konsistenz der Frischmilch eine eher wässrige Konsistenz.

Länger frische Milch weniger vollmundig

Seit einigen Jahren ist neben frischer Milch aus dem Kühlregal und haltbarer Milch (H-Milch) auch "länger frische Milch" erhältlich, sogenannte ESL-Milch (extended shelf life). Sie hält zwar einige Tage länger als frische Milch, schmeckt aber nicht so vollmundig. Bereits beim Pasteurisieren wird ESL-Milch auf Temperaturen von mehr als 120 Grad erhitzt.

Laktosefreie Milch schmeckt süßer

Menschen mit einer Laktoseintoleranz bekommen von Milch Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall. Für sie ist laktosefreie Milch geeignet. Zur Herstellung wird Laktose durch den Zusatz des Enzyms Laktase in die Einfachzucker Glukose und Galaktose aufgespalten. Diese haben eine höhere Süßkraft als Laktose, daher schmeckt laktosefreie Milch süßer. Wer Milchzucker verträgt, muss nicht zu laktosefreier Milch greifen: Sie ist teurer als herkömmliche Milch.

Biomilch nicht automatisch gesünder

Bezeichnungen wie "Alpenmilch" und "Landmilch" sind reines Marketing. Fast jede Milch ist Landmilch, da die wenigsten Kühe in der Stadt gemolken werden. Für "Weidemilch" dürfen die Kühe sich mindestens 120 Tage auf Weiden sattfressen. Biomilch unterliegt strengen Vorgaben zur Tierhaltung. Deshalb ist sie teurer, aber nicht automatisch gesünder als konventionelle Milch. Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich nur wenig. Biomilch kann mehr Omega-3-Fettsäuren enthalten, weil die Tiere mehr Gras und Heu fressen.

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Interviewpartner

Interviewpartnerin im Beitrag:
Oec. troph. Karin Riemann-Lorenz
Abteilung Lebensmittel und Ernährung
Verbraucherzentrale Hamburg
Tel. (040) 248 32 240
Internet: www.vzhh.de

Wilhelm Schnoor, Milchbauer
Meierei Horst eG
Dr. Tatjana Tegel
Vorstandsmitglied der Meierei Horst eG
Bahnhofstr. 42 - 44, 25358 Horst (Holstein)
Tel. (04126) 1213, Fax. 04126 - 2529
Internet: meierei-horst-eg.de
E-Mail: info@meierei-horst-eg.de

 

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