Stand: 26.10.2016 13:00 Uhr

Zuckerersatzstoffe - eine gute Idee?

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Gesundes Frühstück? Viele Müslisorten stecken voller Zucker.

Zucker befindet sich oftmals dort, wo die wenigsten ihn vermuten: Sechs Stück Würfelzucker enthält beispielsweise eine handelsübliche Tiefkühl-Salami-Pizza, ganze 39 Stück ein sogenanntes Fitness-Müsli und neun Stück eine Packung Kartoffelsalat aus dem Kühlregal. 

Statistisch gesehen verzehrt jeder Deutsche mehr als 34 Kilogramm Zucker pro Jahr. Doch zu viel Zucker macht krank: Eine Folge kann Diabetes sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb eine Höchstmenge von neun Kilogramm Zucker im Jahr. Kein Wunder, dass der Markt der Zuckerersatzstoffe boomt: Stevia und Co. versprechen Süße ohne schlechtes Gewissen. Zurecht?

Grünes Licht für Stevia, Aspartam und Co.

Nachdem die Lebensmittelbehörde EFSA die Unbedenklichkeit bescheinigte, erteilte die EU-Kommission Ende 2011 grünes Licht für den Süßstoff Stevia. Seitdem ist der Stoff in den Supermärkten erhältlich, pur oder als Zutat in Produkten wie Joghurt oder Tee. Stevia hat einige Vorteile: Der Ersatzstoff ist bis zu 400 Mal süßer als Zucker, enthält keine Kalorien und eignet sich deshalb als Zucker-Ersatzmittel bei der Gewichtsreduktion. Kariesbakterien können nichts mit dem Stoff anfangen - die Gesundheit der Zähne ist also nicht in Gefahr. Nachteile des Ersatzstoffes: Stevia kann leicht bitter schmecken und ist nicht hitzebeständig. Die meisten Stevia-Produkte sind außerdem nicht für den Biohandel zulässig, da sie aus isolierten Steviolglycosiden, den süß schmeckenden chemischen Verbindungen der Pflanze, bestehen und keine Naturprodukte sind.

Die WHO empfiehlt, die Stevia-Tagesdosis von vier Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht nicht zu überschreiten. Beim Ersatzstoff Aspartam liegt die empfohlene Menge bei 40 Milligramm, für Sucralose gilt ein Maximalwert von 15 Milligramm pro Kilogramm.

Kein Beleg für Krebsrisiko

Vor allem in Verbindung mit dem Ersatzstoff Aspartam kursieren immer wieder Warnungen vor gesundheitlichen Gefahren: Es wird auf Tierversuche hingewiesen, die belegen sollen, dass der Süßstoff bei hoher Dosis Krebs auslösen könne. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) weist jedoch auf Mängel der Versuche hin und teilt mit, dass es wissenschaftlich keine hinreichenden Beweise für ein Krebsrisiko gebe.

Weitere Zuckeralternativen?

Noch relativ neu im Supermarktregal: der Kokosblütenzucker. Mit einem Kilopreis von 20 bis 40 Euro gehört er zu den kostspieligen Zuckeralternativen. Nicht ohne Grund: Asiatische Kleinbauern produzieren den Süßstoff aus Kokospalmenblüten in aufwendiger Handarbeit. Der mild schmeckende Zuckerersatz eignet sich am besten für Desserts, Kuchen und Getränke. Allerdings mehren sich die Stimmen, dass Kokosblütenzucker nicht gesünder als herkömmlicher Zucker sei.

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