Stand: 28.12.2015 12:49 Uhr

Wechseljahresbeschwerden behandeln

Die Menopause ist für Frauen eine Zeit der äußerlichen wie inneren Veränderungen. Meist um das 50. Lebensjahr endet der weibliche Zyklus. Die für die Fruchtbarkeit zuständigen Östrogene versiegen. Da diese Hormone im Stoffwechsel noch weitere Prozesse mit beeinflussen, können in den Wechseljahren diverse Beschwerden auftreten. Schlafstörungen etwa, Schweißausbrüche und Hitzewallungen, unter denen zwei Drittel aller Frauen leiden.

Bei den Ernährungs-Docs
13:54

Wechseljahre: besser schlafen, gesünder essen

Erika B. steckt in den Wechseljahren, leidet unter extremer Schlaflosigkeit und nimmt stetig zu. Wie kann sie als Vegetarierin ihren Nährstoffbedarf decken und die Beschwerden loswerden? Video (13:54 min)

Beschwerden mit Pflanzenhormonen lindern

Hintergrund
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Was in den Wechseljahren hormonell passiert

Wenn der Vorrat an Eizellen aufgebraucht ist, bleibt der Eisprung häufiger aus. Dadurch entsteht ein Mangel an Gelbkörperhormonen, und der Östrogenspiegel sackt ab. Bildergalerie

Asiatinnen kämpfen weit weniger mit Wechseljahresbeschwerden: Sie konsumieren traditionell viele Sojaprodukte - und die Sojapflanze enthält reichlich Isoflavone. Das sind sogenannte Phytohormone: sekundäre Pflanzenstoffe, die im Körper die Wirkung des Östrogens quasi nachahmen. Auch in bei uns heimischen Gewächsen findet man ähnliche Substanzen, nämlich die Lignane: zum Beispiel in Leinsamen, Hülsenfrüchten, Getreide, Beeren oder Kernobst. Granatäpfeln und traditionellen Heilpflanzen wie Salbei oder Traubensilberkerze wird ebenfalls eine positive Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden zugeschrieben.

Im Gegensatz zur in Verruf geratenen Hormonersatztherapie können Pflanzenhormone dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zufolge keinen Schaden anrichten - wenn sie nicht als Pillen, sondern in natürlicher Form mit der Nahrung aufgenommen werden. Wer nicht gerade Soja-Allergiker ist, kann also gern zugreifen bei Tofu, Sojasprossen, Sojasoße und Co. - Linsen, Bohnen, Erbsen und Leinsamen liefern nebenbei auch noch gesunde Ballaststoffe.

Warum Übergewicht gerade jetzt gefährlich ist

Mehr pflanzliche, eiweiß- und ballaststoffreiche Nahrung, so lautet generell die Zauberformel ab den Wechseljahren. Eine 50-jährige Frau braucht rund 400 Kalorien täglich weniger als eine 25-jährige. Denn mit zunehmendem Alter schwindet die Muskelmasse - dafür wachsen die Fettspeicher, insbesondere am Bauch. Das Bauchfettgewebe setzt aber entzündungsfördernde Botenstoffe frei: ein wichtiger Risikofaktor für Gefäßerkrankungen, Altersdiabetes, Darm-, Nieren-, Bauchspeicheldrüsen-, Brust- und Gebärmutterkrebs. Das Herzinfarktrisiko steigt ohnehin dadurch, dass die positive Östrogen-Wirkung auf den Blutdruck und den Cholesterin-Haushalt wegfällt: Nach der Menopause sinkt die Konzentration des schützenden HDL-Cholesterins im Blut, das LDL-Cholesterin steigt an - auch bei schlanken Frauen.

Warum Schlafstörungen dick machen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen

Sparen Sie deshalb Kalorien an der richtigen Stelle. "Leere" Kohlenhydrate aus Weißmehlprodukten und Süßem sollten zur Ausnahme werden. Vollwertprodukte und die aromenreiche Mittelmeerküche dagegen versorgen den Körper mit zahlreichen unverzichtbaren Nährstoffen. Omega-3-Fettsäuren schützen Herz und Arterien - Fettfisch wie Lachs, Hering und Makrele gehört daher mehrmals wöchentlich auf den Speiseplan. Dazu gesunde Öle: Walnuss-, Oliven-, Weizenkeimöl. Leinöl punktet dabei gleich doppelt: durch seinen hohen Omega-3-Gehalt und seine wertvollen Pflanzenhormone.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 10.07.2017 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

Ernährung bei Wechseljahresbeschwerden

Kalzium für die Knochen und Kalorienbewusstsein sind wichtig, wenn Frauen in die Menopause kommen. Phytoöstrogene und weniger Kaffee können gegen Hitzewallungen helfen. mehr

Passende Rezepte

Lecker, schnell zubereitet und gesund: Diese Gerichte sind günstig bei Beschwerden in den Wechseljahren. mehr

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