Stand: 26.09.2016 15:44 Uhr

Was tun bei Achillessehnen-Beschwerden?

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Beschwerden der Achillessehne kommen oft schleichend.

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im Körper. Sie überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur auf den Fuß und fängt mit jedem Schritt ein Mehrfaches des Körpergewichts auf. Eine besondere Reißfestigkeit und Dicke ermöglichen extreme Belastungen - vor allem das kraftvolle Senken des Fußes, das Laufen und das Springen.

Ursache für Beschwerden meist Über- und Fehlbelastungen

Beschwerden der Achillessehne kommen oft schleichend. Sind sie erst einmal da, können sie allerdings sehr hartnäckig und langwierig sein. Sie entstehen meist durch Über- und Fehlbelastungen - häufig durch zu viel Sport. Ein schlechter Trainingszustand, zu kurze Regenerationsphasen, extreme Belastungen sowie ungeeignete Schuhe können die Reizung der Achillessehne begünstigen.

Sehne kann reißen

Schuld kann auch eine einseitige Belastung nach einer Verletzung oder Fehlstellung sein. Wird die Sehne gereizt, lagern sich Flüssigkeit und Entzündungseiweiße ein. Die Sehne schwillt an. Die Folge: Die Sehne kann nicht richtig gleiten, das schmerzt und schränkt die Beweglichkeit ein. Wird die Entzündung chronisch, besteht die Gefahr, dass die Sehne reißt.

Die typischen Beschwerden der Achillessehnenreizung sind diffuse, dumpfe oder stechende Schmerzen. Sie treten vor allem morgens nach dem Aufstehen im Bereich der Sehne auf - meist direkt am Ansatz der Sehne am Fersenbein. Bei fortgeschrittenen Reizzuständen ist die Beweglichkeit des Sprunggelenks eingeschränkt.

Diagnostik aus Anamnese, Untersuchung und Ultraschall

Die Diagnostik einer Achillessehnenreizung besteht zunächst aus einer Anamnese. Der Arzt fragt unter anderem, wie sich die Schmerzen anfühlen. Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung wird überprüft, ob zum Beispiel Fehlstellungen der Hüfte oder fehlerhafte Bewegungsabläufe für die Beschwerden verantwortlich sind. Anhand des Ablaufmusters der Schuhsohlen lassen sich Fehlbelastungen gut diagnostizieren. Eine Ultraschalluntersuchung stellt zudem die Flüssigkeitseinlagerungen in der Sehne zuverlässig dar.

Therapie: gelenkschonender Sport, Einlagen oder Bandagen

Bei der Therapie der Beschwerden hat sich eine Kombination verschiedener Maßnahmen bewährt. Der Betroffene sollte möglichst aktiv bleiben, aber gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Aqua-Jogging vorziehen und auf Ausdauerläufe, Tennis oder Fußball vorübergehend verzichten. Auch weich gepolsterte Einlagen und Fersenerhöhungen können helfen. Sie nehmen den Zug von der Achillessehne und entlasten sie dadurch. Zudem stützen Bandagen die Sehne und haben einen massierenden Effekt. Die Kosten für Sohlen und Bandagen werden von den Krankenkassen übernommen.

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