Stand: 16.01.2017 17:26 Uhr

Was sind Bakterien und wie wirken Antibiotika?

Bakterien sind winzig kleine Lebewesen. Sie bevölkern den gesamten Planeten - in und auf Pflanzen und Tieren sowie im Boden und im Wasser. Sogar in extrem giftigen Schwefelquellen sowie kilometertief unter Erde haben Forscher Bakterien gefunden.

Die Welt der Bakterien

Billionen Bakterien im Menschen

Natürlich ist auch der Mensch dicht besiedelt. Nach aktuellen Schätzungen leben in und auf einem Menschen einige Dutzend Billionen Bakterien, die meisten von ihnen im Dickdarm. Was sie dort genau tun, ist aber noch weitgehend unbekannt. Die Welt der Bakterien birgt viele Geheimnisse.

Schätzungen zufolge sind wohl 95 bis 99 Prozent aller auf der Erde vorkommenden Arten noch nicht wissenschaftlich beschrieben. Erst Ende der 1990er-Jahre wurde das bislang größte Bakterium entdeckt. Dabei ist es wirklich riesig im Vergleich zu vielen anderen dieser Kleinstlebewesen. Es hat etwa den Durchmesser einer Bleistiftmine und kann deshalb sogar mit bloßem Auge gesehen werden. Allerdings lebt es offenbar ausschließlich auf dem Meeresboden vor der Küste Namibias.

Bakterien können verschiedene Krankheiten auslösen

Unklar ist auch noch, welche Bakterien tatsächlich krank machen können. Bei einigen ist erwiesen, dass sie es tun: Etwa bei Legionellen; sie können die sogenannte Legionärskrankheit auslösen, eine lebensgefährliche Lungenentzündung. Andere Erreger können Entzündungen oder Krankheiten wie Typhus, Tuberkulose, Keuchhusten und Cholera verursachen.

Eine Menge Bakterien wie zum Beispiel E.coli leben jedoch ewig im oder auf dem Menschen, ohne Probleme zu verursachen. Solange das Immunsystem gut funktioniert und sich die Erreger nicht allzu sehr ausbreiten können, passiert nichts. Aber beispielsweise Patienten, die wegen einer anderen Erkrankung behandelt oder operiert werden müssen, können Probleme bekommen. Deshalb sind viele Erreger so gefährlich, wenn sie in einem Krankenhaus auftauchen.

Wenn Erreger eine Erkrankung auslösen, sprechen Ärzte von einer "Infektion". Im Gegensatz dazu bedeutet eine "Besiedlung", dass zwar Bakterien zu finden sind, die einen krank machen können, aber keine Krankheit ausgebrochen ist.  

Antibiotika können helfen

Bei Infektionen können sehr oft Antibiotika helfen. Die Medikamente hindern Bakterien daran, sich zu vermehren, oder sie töten sie sogar. Das Problem ist: Immer mehr Bakterien haben Abwehreigenschaften entwickelt - sogenannte Resistenzen. Die Medikamente können ihnen dann nichts mehr anhaben. Das heißt also: Nicht der einzelne Mensch ist "resistent" gegen Antibiotika, sondern die Bakterien in seinem Körper. Und diese Erreger sind beweglich. Sie können zu anderen Menschen gelangen und sich dort ausbreiten.  

Deshalb ist es auch so wichtig, Antibiotika möglichst sparsam einzusetzen. Denn jede Behandlung kann dazu führen, dass Bakterien einen Abwehrmechanismus entwickeln und sich dann ausbreiten. Bei einer Erkältung oder Bronchitis beispielsweise sind Antibiotika fast nie sinnvoll. Denn meist sind dafür andere Erreger verantwortlich, nämlich Viren. Und diese unterscheiden sich grundlegend von Bakterien. Antibiotika wirken bei ihnen überhaupt nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Redezeit | 14.06.2016 | 21:05 Uhr

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