Stand: 10.02.2015 11:47 Uhr

Was hilft gegen Schnarchen?

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Schnarchen stellt so manche Partnerschaft auf die Probe. Dabei ist das Schnarchen keineswegs nur ein Problem der Männer.

Auch wenn Schnarchen in den meisten Fällen ungefährlich ist, kann es extrem laut und lästig sein. Anders als das gefährliche Schlafapnoe-Syndrom mit nächtlichen Atemaussetzern, schadet das "soziale Schnarchen" zwar nicht der Gesundheit, belastet aber die Beziehung und die Leistungsfähigkeit der Partner im Alltag. Rund 60 bis 80 Prozent der Männer über 50 schnarchen und viele Frauen stehen ihnen in nichts nach.

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Schnarchen - was tun?

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Meist ist Schnarchen zwar ungefährlich, aber lästig. Häufig wird Betroffenen zu einer Operation geraten, doch die erhoffte Besserung bleibt oft aus. Welche Alternativen gibt es?

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Schnarchen - was passiert eigentlich genau im Körper?

Zu den häufigsten Ursachen zählen neben Übergewicht und Alkoholgenuss Verengungen im Bereich der oberen Atemwege durch Vergrößerung oder Erschlaffung weicher Gewebepartien im Nasen- und Rachenraum. Normalerweise strömt die Luft beim Atmen ungehindert durch den Rachen in die Lunge. Doch im Schlaf nimmt die Muskelspannung im Körper ab, sodass die Schwerkraft vor allem in Rückenlage die Zunge und das Gaumensegel nach hinten in Richtung Rachenwand rutschen lässt. Zieht nun die Luft an der so entstandenen Engstelle vorbei, lässt sie die Kontaktstellen der Rachenschleimhäute hörbar vibrieren.

Gründliche Untersuchung nötig

Wichtig ist in jedem Fall eine gründliche Untersuchung um sicherzustellen, dass sich hinter dem Schnarchen nicht doch ein gefährliches Schlafapnoe-Syndrom verbirgt. Meist verbringt der Patient dafür eine Nacht im Schlaflabor, wo zahlreiche Parameter aufgezeichnet werden. Sie zeigen, ob es im Schlaf zu gefährlichen Atemaussetzern oder anderen Auffälligkeiten kommt. Inzwischen gibt es auch Geräte zur ambulanten Schlafdiagnostik, die der Patient mit nach Hause bekommt und die so eine Aufzeichnung seines Schlafes in der gewohnten Umgebung erlauben.

Experten raten von vorschneller OP ab

Besonders wichtig ist, herauszubekommen, an welcher Stelle das Schnarchgeräusch entsteht. Nur sehr selten liegt das Problem in der Nase. Wenn viel weiches Gewebe am Gaumensegel die Ursache ist, kann eine operative Straffung des Gewebes erwogen werden. Doch nicht wenige Patienten leiden nach dem Eingriff unter Schmerzen und schnarchen weiter. Experten warnen deshalb vor einer vorschnellen Operation.

Videos
04:58 min

Experteninterview zum Thema Schnarchen

10.02.2015 20:15 Uhr
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Wann wird Schnarchen gesundheitsschädlich? Priv.-Doz. Dr. Armin Steffen im Interview mit Moderatorin Vera Cordes. Video (04:58 min)

Zahnschiene: Luft kann ungehindert durch den Rachen strömen

Wer aufgrund einer im Schlaf zurückfallenden Zunge schnarcht, kann sich eine spezielle Schiene anpassen lassen, die den Unterkiefer nach vorn schiebt und so den Abstand zwischen Zunge und Gaumen vergrößert. Zunächst prüft der Zahnarzt, ob Zähne und Halteapparat in Ordnung sind und fertigt dann einen Abdruck für die Schiene an. Sie besteht aus zwei Teilen für den Ober- und den Unterkiefer, die durch ein Verbindungselement zusammengehalten werden. Dieses Element sorgt dafür, dass der Unterkiefer mitsamt Zunge und Gaumensegel sanft nach vorn gezogen wird und die Luft wieder ungehindert und leise durch den Rachen strömt. Die Kosten für die Schnarcherschiene werden in der Regel nicht von der Krankenkasse erstattet.

Ein altes, oft wirkungsvolles Hausmittel ist die sogenannte Kinnbinde: Eine unter das Kinn gelegte Binde wird über dem Kopf zusammengeknotet und hält den Unterkiefer in stabiler Position. Ähnlich funktionieren auch elastische Gurte aus der Apotheke. Nasenpflaster helfen dagegen nur bei gestörter Nasenatmung. Sie verändern die Tonlage beim Schnarchen und dämpfen die Lautstärke.                                                                                         

Links

Bundesverband Schlafapnoe und Schlafstörungen

Der Bundesverband informiert und nennt Ansprechpartner. extern

Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM)

Allgemeine Informationen, Ansprechpartner und Ratgeber. extern

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Holger Willruth
Zahnarzt
Hüxtertorallee 27
23564 Lübeck
Internet: www.willruth.de

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