Stand: 17.11.2015 12:00 Uhr  | Archiv

Was hilft gegen Augenringe und Tränensäcke?

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Augenringe und Tränensäcke sind harmlos.

Viele Menschen kennen das: Beim morgendlichen Blick in den Spiegel entdeckt man geschwollene Augenlider und dunkle Augenringe. Stress und zu wenig Schlaf sind die Hauptursachen für die dunklen Schatten unter den Augen. Zudem gibt es eine genetische Veranlagung dafür. Die Haut unter den Augen ist die dünnste am ganzen Körper. Mit zunehmendem Alter wird sie noch dünner, weil das Fettgewebe abnimmt. Die Augenringe werden dadurch noch stärker sichtbar. Hier gibt es besonders viele Lymph- und Blutgefäße, die durch die feine Haut durchschimmern. Durch Flüssigkeits- oder Schlafmangel wird das Blut zähflüssiger und dunkler, die Gefäße treten dadurch noch deutlicher hervor. Und auch der Tränenkanal schimmert im Alter stärker durch die Haut und lässt Augenschatten entstehen.

Kurzfristige Abhilfe durch Cremes

Augenpflegeprodukte versprechen Abhilfe. Sie enthalten Hyaluronsäure, das CoEnzym Q10 und Retinol. Tatsächlich sind Augenpflegeprodukte im Vergleich zu normalen Gesichtscremes weniger ölhaltig und dadurch auch weniger reizend. Hyaluronsäure bindet körpereigenes Wasser und soll deshalb einen aufpolsternden Effekt im Gewebe haben. Allerdings bleibt die dunkle Farbe. Als Creme ist dieser Effekt allerdings nur minimal und kurzfristig. Wird der Wirkstoff dagegen direkt unter die Haut gespritzt, hält der Effekt länger an. Das sollte allerdings unbedingt von einem Fachmann gemacht, denn der Eingriff birgt Risiken: Es kann zu Entzündungen, Schwellungen und Blutergüssen kommen.

Schlaf und trinken wichtig

Koffein soll die Durchblutung anregen. Retinol soll verhindern, dass hauteigenes Kollagen abgebaut wird und das CoEnzym Q10 soll die Zellerneuerung unterstützen. Zweifelhaft bleibt allerdings, ob die Substanzen tatsächlich tief genug in die Haut eindringen, um ihre Wirkungen zu entfalten. Wichtig für die fettarme Augenpartie ist viel Feuchtigkeit. Es gibt diverse Hausmittel, die Abhilfe bei Augenringen versprechen: Mindestens zwei Liter am Tag trinken und eine ausreichende Portion Schlaf - so werden die Zellen ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt und die Barriere der Haut gefestigt. Gekühlte Löffel oder Teebeutel für 15 Minuten unter die Augen gelegt, lassen die Augenringe abschwellen.

Tränensäcke sind harmlose Fettpölsterchen

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Kompressen helfen gegen geschwollene Augen.

Tränensäcke sind mehr oder weniger stark ausgeprägte Schwellungen der Unterlider. Auch sie sind kein Anlass zur Besorgnis, sondern eine normale Alterserscheinung. Sie werden durch Fetteinlagerungen und Erschlaffung der Haut und des darunterliegenden Binde- und Muskelgewebes unterhalb der Augen verursacht. Mit zunehmendem Alter werden die Fettpölsterchen deutlicher sichtbar. Gegen geschwollene Augen hilft eine Kühlung mit Kompressen mit grünem Tee oder Kamille sowie gekühlte Gurkenscheiben oder eisgekühlten Teelöffeln.

Tränensäcke können auch operativ entfernt werden. Wie bei jedem operativen Eingriff kann es hierbei zu Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Infektionen und Narbenbildung kommen. Wenn das Lid nach der Operation nicht mehr richtig schließt, kann es zur Austrocknung der Hornhaut und dadurch zu einer Hornhauttrübung mit einer Verschlechterung des Sehvermögens kommen.

Fazit: Die besten Mittel gegen Augenringe und Tränensäcke sind Schlaf und ausreichend trinken.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Melanie Hartmann
Fachärztin für Dermatologie, dermatologische Kosmetologie
DermoCosmetic Center Hamburg
Poststraße 2
20345 Hamburg
Tel. (040) 328 07 88 30
Fax: (040) 530 56 69 10
E-Mail: hartmann@dermocosmetic-center-hamburg.de

Dr. Eva-Maria Meigel
Fachärztin für Dermatologie und Venerologie
Hautarztzentrum
Rödingsmarkt 1
20459 Hamburg
Tel. (040) 36 70 74
E-Mail: info@hautarzt-zentrum.de
Internet: www.hautarzt-zentrum.de

Dr. Ute Siemann-Harms
Leitung und Oberärztin der Poliklinik
Ästhetische Dermatologie
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 48 63

Dieses Thema im Programm:

Visite | 17.11.2015 | 20:15 Uhr

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