Stand: 04.08.2015 10:16 Uhr

Was hilft bei Nackenschmerzen?

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Fehlhaltungen und Bewegungsmangel führen oft zu Beschwerden im Schulter-Nackenbereich.

Der Nacken ist eine der empfindlichsten Regionen des Körpers. Fehlhaltungen am Arbeitsplatz oder zu Hause und vor allem Bewegungsmangel führen oft zu Beschwerden im Schulter-Nackenbereich. Sie können zum Dauerproblem werden und viele Betroffene finden sich damit ab. Dabei belasten die quälenden Schmerzen den Alltag extrem.

Kribbeln und Taubheitsgefühle

Zunächst helfen Krankengymnastik und Massagen, die Schmerzen zu beseitigen. Doch nicht selten kehren sie mit der Zeit immer heftiger zurück. Mehr und mehr begleitet von Kribbeln und Taubheitsgefühlen, die in die Arme ausstrahlen. Spätestens wenn Lähmungserscheinungen auftreten, sollten Betroffene unbedingt einen Arzt aufsuchen.

digitales Bild einer Nackenwirbelsäule

Was tun bei Nacken-Verspannungen?

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Wie reagiere ich bei Nackenschmerzen richtig, wann sollte auf jeden Fall ein Facharzt die Diagnose stellen und welche Therapie hilft dauerhaft gegen Nacken-Verspannungen?

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Häufig Fehlhaltung verantwortlich für Beschwerden

Mögliche Ursachen für die Beschwerden können zum Beispiel Fehlhaltungen, Muskelschwäche, Bandscheibenvorfälle, ein Beckenschiefstand oder eine Enge im Wirbelkanal sein. Auch eine Kieferfehlstellung kann für hartnäckige Beschwerden verantwortlich sein. Unbemerktes Zähneknirschen kann zur Abnutzung der Kiefergelenke führen und damit zu Fehlbelastungen im Bereich des Kauapparates. Dessen Muskulatur ist mit der Muskulatur des Nackens verbunden und kann dort schmerzhafte Verspannungen verursachen.

Durch falsche Haltung verspannen sich Muskeln

Wird durch eine schiefe Haltung der Kopf nicht mehr vom Körper getragen, sondern nur noch vom Hals, führt diese Belastung auf Dauer zu chronischen Schmerzen. Schuld sind oft falsches Sitzen und zu wenig Bewegung. Um die entstandenen Blockierungen in den Wirbelgelenken auszugleichen, spannt sich die Muskulatur an. Sie wird dicker und drückt auf die Nerven. Durch die daraus bedingten Schmerzen verspannen sich die Muskeln weiter und drücken noch mehr auf die Nerven.

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Experten empfehlen die sogenannte heiße Rolle. Die Wärme lockert die verspannte Muskulatur.

Um diesen Teufelskreis zu unterbrechen, hat sich unter anderem Osteopathie bewährt. Dabei versucht der Therapeut, die verhärtete Muskulatur zu lösen. Er streckt zu engstehende Wirbel - nicht nur in der Nackenregion, er bearbeitet den ganzen Körper. In den meisten Fällen können mit Osteopathie, Krankengymnastik, Wärme und Massagen auch Beschwerden wie Kribbeln in den Armen gelindert werden.

Muskelaufbau entscheidend

Massagen wirken entspannend, beheben aber nicht die Ursachen der Beschwerden. Sie eignen sich allerdings gut als auflockernde Vorbereitung für ein muskelkräftigendes Training. Der Physiotherapeut bringt den Patienten in rund sechs Sitzungen spezielle Übungen bei. Wichtig dabei ist, dass diese auch zu Hause regelmäßig weitergeführt werden. Eine Kombination aus muskelkräftigendem Training und muskelentspannenden Wärmeanwendungen kann die Schmerzen dauerhaft beseitigen.

In seltenen Fällen OP nötig

Weitere Informationen
04:54 min

Interview: Nackenschmerzen

04.08.2015 20:15 Uhr
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Wie kann man Nackenschmerzen, die durch Fehlhaltungen entstanden sind, entgegenwirken? Dr. Oliver Brinker im Interview mit Moderatorin Vera Cordes. Video (04:54 min)

Liegt jedoch eine deutliche Verengung des Wirbelkanals vor, die das Rückenmark bedrängt, kann das zu weiteren Symptomen wie Gleichgewichtsstörungen, Gangunsicherheiten und Nervenschäden mit fehlenden Reflexen führen. Dann bleibt unter Umständen nur eine Operation, um auf Dauer eine Querschnittlähmung zu verhindern. Bei dem Eingriff wird der verengte Rückenmarkkanal erweitert, um die Nerven zu entlasten.

Doch die Operation ist nicht ungefährlich: Es können Nervenverletzungen, weitere Bandscheibenprobleme an benachbarten Bandscheiben und damit neue Schmerzen auftreten. Deshalb sollte der Eingriff nur durchgeführt werden, wenn der Nutzen höher ist als das Risiko - wenn also eine Querschnittlähmung oder dauerhafte Nervenschäden drohen. Nach einer erfolgreichen Therapie ist es wichtig, die Muskulatur durch kontinuierliche Fitnessübungen zu trainieren und auf die richtige Körperhaltung zu achten, damit die Nackenbeschwerden nicht zurückkehren.

Interviewpartner:

Im Studio:
Dr. Oliver Brinker,
Facharzt für Orthopädie und Allgemeinmedizin, Schwerpunkt Osteopathie
Praxis Felsenburg
Kopperpahler Allee 39
24119 Krohnshagen
Tel. (0431) 670 75 97

Im Beitrag:
Prof. Dr. Uwe Kehler
Chefarzt Abteilung für Neurochirurgie
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1
22763 Hamburg
Tel. (040) 18 18-81 16 70
Fax (040) 18 18-81 49 11

Dieses Thema im Programm:

Visite | 04.08.2015 | 20:15 Uhr