Stand: 15.02.2017 16:12 Uhr

Verstopfung erkennen und behandeln

Der Darm ist träge, seine Entleerung meist schwierig und schmerzhaft: Etwa jeder Fünfte leidet zumindest gelegentlich unter Verstopfung, überwiegend Frauen und Menschen in höherem Alter. Von Verstopfung (oder medizinisch Obstipation) spricht man, wenn der Stuhlgang vier Tage ausbleibt, zur Darmentleerung starkes Pressen erforderlich ist und dauerhaft ein Gefühl der unvollständigen Entleerung besteht. Passiert das über mehr als drei Monate regelmäßig, dann liegt eine chronische Form der Verstopfung vor. In schweren Fällen bleibt der Stuhlgang bis zu zwei Wochen aus.

Anne Fleck hält einen leeren Schweinedarm in den Händen, der in einer Schüssel Wasser liegt - Patientin schaut zu. © NDR

Verstopfung überwinden mit Bewegung und Ballaststoffen

Die Ernährungs-Docs -

Schon seit 20 Jahren plagt sich Yvonne S. mit Unwohlsein und Verstopfung, und das trotz gesunder Ernährung - denkt sie. Die Docs zeigen ihr, was auf dem Speiseplan noch fehlt.

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Ursache

Die häufigste Form der Verstopfung (kologene Obstipation oder auch Slow-transit-Obstipation) ist dadurch gekennzeichnet, dass der Darm sich nur wenig bewegt und sein Inhalt nur langsam vorwärts geschoben wird. Der Stuhl dickt dadurch immer weiter ein, wird hart. Stoffwechselstörungen wie bei Diabetes mellitus oder Schilddrüsenunterfunktion und krankhafte Veränderungen des Darms, etwa vermehrte Einlagerung von Kollagen in die Darmwand, können dieser Darmbewegungsstörung zugrunde liegen, ebenso Nerven- und Bindegewebserkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten (etwa Psychopharmaka, Betablocker, Schlaf- und Beruhigungsmittel, aluminiumhaltige Säurebinder, Eisenpräparate, Diuretika etc.). Wer häufig Abführmittel einsetzt, dessen Darm kann abstumpfen gegen nervale Reize. Begünstigend auf die Darmträgheit wirken außerdem ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Flüssigkeitszufuhr und mangelnde Bewegung.

So entsteht eine Verstopfung

Es gibt weitere Formen der Verstopfung mit anderen Ursachen: Die anorektale Obstipation beispielsweise ist auf Veränderungen oder Störungen im Bereich des Enddarms und des Afters zurückzuführen - etwa eine Verengung des Darmausgangs, Aussackung des Enddarms oder eine gestörte Koordination der inneren und äußeren Schließmuskeln. Häufig ist auch gar keine Ursache zu finden: Mediziner sprechen dann von idiopathischer Obstipation. Viele Menschen leiden zu Beginn der Reise zwei, drei Tage an Verstopfung, das ist jedoch nicht als chronisch anzusehen, auch wenn es bei jeder Reise passiert. Grund ist hier meist nur eine vorübergehende Anpassungsstörung an einen ungewohnten Tagesablauf und fremde Nahrungsmittel oder Gewürze. Auch nach einer Fastenkur oder Durchfällen kann es einige Tage dauern, ehe es wieder zu einer normalen Stuhlentleerung kommt.

Symptome

Viele Betroffene leiden zuerst unter Völlegefühl und allgemeinem Unwohlsein, Frösteln, Blähbauch. Der Stuhlgang ist schwierig, oft schmerzhaft. Meist werden nur durch starkes Pressen kleine und harte Kotportionen ("Schafsköttel", "Kaninchenknödel") ausgeschieden. Bei sehr seltenem Stuhlgang können Magenschmerzen und Übelkeit dazukommen. Gefürchtete Komplikationen sind Hämorrhoiden und Inkontinenz. Auch besteht die Möglichkeit, dass durch den chronischen Druck die Darmwand kleine Löcher bekommt und sich dort Ausstülpungen bilden, die sich entzünden können (Divertikulitis). Zu den möglichen Folgen einer chronischen Verstopfung zählen außerdem:

  • Analfissuren
  • Rektumprolaps
  • Bildung von verhärteten Kotballen (Skybala), Koprostase (Endstadium hochgradiger Verstopfung)

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 26.06.2017 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

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