Stand: 18.11.2014 13:39 Uhr  | Archiv

Verspannungen mit Faszienrolle und Co. lösen

Muskuläre Verspannungen belasten viele Menschen. Betroffen sind dabei oft die Nacken- und Schultermuskulatur. Die Beschwerden sind in der Regel Folge einseitiger Belastungen, Fehlhaltungen und muskulärer Überanstrengung. Um Schmerzen zu vermeiden, kommt es dabei zu Schonhaltungen, die die Beschwerden jedoch verstärken.

Was hilft gegen Verspannungen?

Eine große Rolle bei der Entstehung von Verspannungen wird dem Bindegewebe, den sogenannten Faszien, zugesprochen. Faszien umhüllen und stützen als Netzwerk alle Muskeln und Organe. Sie schützen die Muskeln vor Verletzungen und unterstützen den Körper bei der Fortbewegung. Sie umschließen jedes Organ im Körper und verbinden die Organe untereinander. Sie bilden eine elastische Hülle und sorgen wie ein Gleitfilm dafür, dass sich Muskelstränge und Organe gegeneinander verschieben können. Zudem enthalten sie Lymphflüssigkeit und dienen Nervensträngen und Blutgefäßen als Leitstruktur. Sind die Faszien gesund, liegen sie in geordneter, entspannter Struktur, halten unseren Körper innerlich zusammen und übertragen die Kraft der Muskeln.

Faszien können sich verhärten

Durch Fehl- oder Überbelastung aber auch durch Bewegungsmangel können sie sich verdrehen und schließlich verkleben oder verhärten. Die Folge sind  Schmerzen und Unbeweglichkeit. Besonders schmerzhaft ist es, wenn sich Faszien so sehr versteifen und verdicken, dass sie Nerven einengen. Überbelastung, Verletzungen und Ruhigstellung können zu einer unstrukturierten Verflechtung der Faszien und somit zu den Verdickungen und Verhärtungen führen. Auch chemische Reize durch Botenstoffe des Gehirns können das Gewebe verhärten, sodass sich bei andauerndem Stress die Spannung in den Bindegewebsfasern erhöht und Verspannungen ausgelöst werden.

Bindegewebe empfänglich für Drücken, Ziehen oder Kneten

Um das Netz der Faszien zu entspannen und das Gewebe wieder elastisch zu machen, helfen gezielte Bewegungstherapien und Massagen. Das Bindegewebe ist ausgesprochen empfänglich für Drücken (Akupressur), Ziehen und Kneten. Auch Dehnungsübungen und leichte Sprungübungen können dabei helfen, dass das Bindegewebe elastisch bleibt.

Interviewpartner im Beitrag:

Dr. Sabine Bleuel
Fachärztin für Orthopädie
Praxis Orthopädie und Chirurgie Elbchaussee
Schwerpunkt Faszientherapie (FDM)
Elbchaussee 567
22587 Hamburg
Tel. (040)  86 23 21

Dörte Schönfeld
Heilpraktikerin
Praxis für Schmerztherapie
Lerchenfeld 3
22081 Hamburg
Tel. (040) 41 11 91 60
Internet: www.akupunkturinhamburg.de, www.stop-den-schmerz.de

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Visite | 18.11.2014 | 20:15 Uhr