Stand: 06.12.2016 10:17 Uhr

Tödliche Gefahr durch Pneumokokken

Pneumokokken sind die Hauptursache von bakteriell verursachten Lungenentzündungen. An den Folgen sterben in Deutschland jedes Jahr etwa 50.000 Menschen. Die Bakterien können auch andere Erkrankungen auslösen, zum Beispiel Entzündungen von Nasennebenhöhlen, Mittelohr und Hirnhaut sowie schwere allgemeine Entzündungen, auch Sepsis oder Blutvergiftung genannt.

Symptome bei einer Blutvergiftung

Übertragung per Tröpfchen-Infektion

Pneumokokken sind  Bakterien aus der Familie der Streptokokken. Sie sind weltweit verbreitet und werden durch Tröpfcheninfektion, etwa beim Husten oder Niesen, von Mensch zu Mensch übertragen. Die Bakterien finden sich im Nasen-Rachen-Raum vieler Menschen, ohne dass diese daran erkranken. Warum Pneumokokken bei manchen Menschen plötzlich Krankheiten auslösen und bei anderen nicht, ist nicht genau bekannt.

Symptome werden oft nicht erkannt

Die Symptome sind  nicht immer eindeutig. Bei einem Teil der Erkrankten kommt es zu hohem Fieber mit Schüttelfrost. Viele Lungenentzündungen, die durch Pneumokokken verursacht wurden, machen sich nur durch ein allgemeines Krankheitsgefühl und etwas Husten bemerkbar. Oft wird die Diagnose dann mit deutlicher Verzögerung gestellt. Bei schweren Verläufen sterben etwa 10 Prozent der Erkrankten, bei geschwächter Immunabwehr sogar 30 Prozent.

Behandlung mit Antibiotika schlägt oft nicht an

Pneumokokken-Erkrankungen können mit Antibiotika behandelt werden, doch Resistenzen nehmen zu. Das bedeutet: Die Medikamente wirken nur eingeschränkt oder gar nicht gegen die Krankheitserreger. Vor allem in Ländern wie Spanien, Portugal und Frankreich ist die Lage besorgniserregend.

Impfung bietet zuverlässigen Schutz

Eine Impfung verringert zuverlässig das Risiko, an einer Pneumokokken-Infektion zu erkranken oder schwere Komplikationen zu erleiden. Sie kann gemeinsam mit der Grippeimpfung erfolgen. In der Risikogruppe zwischen 65 und 79 Jahren sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts nur 31 Prozent der Menschen gegen Pneumokokken geimpft.

Risikogruppen sollten sich impfen lassen

Empfohlen wird die Impfung allen Erwachsenen ab einem Alter von 60 Jahren und Personen mit Diabetes, chronischen Herz- oder Lungen-Erkrankungen, Leber- oder Nierenkrankheiten und Erkrankungen des Nervensystems. Auch Personen, denen die Milz entfernt wurde oder die an Krankheiten der Milz oder des Knochenmarks leiden, sollten sich impfen lassen.

Zwei Impfstoffe mit unterschiedlicher Wirkung

Der Polysaccharid-Impfstoff für Erwachsene schützt vor 23 der wichtigsten Pneumokokken-Typen. Der Impfstoff enthält Zuckermoleküle aus den jeweiligen  Bakterienhüllen. Seit einiger Zeit ist auch ein sogenannter Konjugat-Impfstoff gegen 13 häufige Pneumokokken-Typen zugelassen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt für alle Personen ab 60 Jahren die Impfung mit dem Pneumokokken-Polysaccharid-Impfstoff. Nur spezielle Risikogruppen sollten zusätzlich den Konjugat-Impfstoff erhalten.

Impfung wird meist gut vertragen

Die Impfung wird meist gut vertragen. In den ersten drei Tagen nach der Impfung können Allgemeinsymptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Abgeschlagenheit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Durch die Anregung der körpereigenen Abwehr kommt es häufig zu einer vorübergehenden Rötung oder schmerzhaften Schwellung der Einstichstelle. Schwere Nebenwirkungen sind selten.

Dieses Thema im Programm:

Visite | 06.12.2016 | 20:15 Uhr

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