Stand: 08.03.2017 15:57 Uhr

Tee - Genuss oder sogar Medizin?

von Simona Dürnberg

In Deutschland wird mehr Tee getrunken als je zuvor. Spitzenreiter sind die Ostfriesen: Bis zu 300 Liter trinken die Bewohner Ostfrieslands pro Jahr und Kopf. Damit schlagen sie sogar die Teetrinkernation Großbritannien. Tee ist nicht nur beliebt, er genießt auch den Ruf, besonders gesund zu sein. Zu Recht?

Wieso trinken wir Tee?

Dass wir heute überhaupt in den Genuss von Tee kommen, haben wir Shennong zu verdanken: Der chinesische Kaiser entdeckte vor 5.000 Jahren eher zufällig, wie geschmackvoll die Teepflanze "Camellia sinesis", eine Pflanzenart aus der Gattung der Kamelien, sein kann. Sie wächst in Japan, China und Indien. Zum Aufguss eignen sich alle Teile der Pflanze: Knospen, Blüten, Stängel - und die Blätter. Aus diesen wird grüner oder schwarzer Tee hergestellt.

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Grünem Tee wird nachgesagt, dass er auch dabei helfen könne, den Blutdruck und Cholesterinspiegel zu senken.
Wann hilft welcher Tee?

In den Blättern der Teepflanze sind sogenannte Flavonoide enthalten - Pflanzenstoffe, die sich positiv auf unsere Gesundheit auswirken sollen, und vor allem im grünen Tee in hoher Konzentration vorhanden sind. Der Grund: Bei der Produktion werden die Blätter für den grünen Tee nur getrocknet, beim schwarzen Tee kommen sie mit Sauerstoff in Kontakt - so bleibt zwar die dunkle Farbe erhalten, die Flavonoide schwinden aber größtenteils. Studien deuten darauf hin, dass grüner Tee Entzündungen lindert und gegen bakterielle Entzündungen helfen kann. Das Bundesforschungsministerium plant aktuell, die positiven Auswirkungen des grünen Tees bei Patienten mit Multipler Sklerose zu testen.

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Die Inhaltsstoffe der Ingwerknolle mindern Übelkeit und Brechreiz.

Neben den klassischen Teeblättern, aus denen der grüne und schwarze Tee gewonnen wird, besitzen auch Blüten, Gewürze und Kräuter ein gesundheitsförderndes Potenzial: Kamillenblüten helfen nicht nur bei Magen-Darm-Beschwerden, sie können Schwangere mit Schlafproblemen dabei unterstützen, mehr Ruhe zu finden. Ingwertee kann nicht nur den Magen beruhigen, sondern auch die Übelkeit vertreiben. Fenchel und Thymian wirken bei Husten schleimlösend.

Lose oder aus dem Beutel - was ist besser?

Anders als viele glauben, befinden sich in Teebeuteln die gleichen Blätter wie in lose angebotenen Tees - sie werden für die Beutel nur stärker zerkleinert. Allerdings ist bei den klassischen Teebeuteln ein feiner Papiergeschmack zu bemerken.

Tee statt Schnaps!

Ein junger Mensch sitzt an einem Tisch mit gefüllten Schnapsgläsern und greift nach einem Glas. © Picture-Alliance/GODONG Fotograf: Pascal Deloche / GODONG

Fördert Schnaps die Verdauung?

NDR 2 - plietsch. -

Ein Schnaps kurbelt die Verdauung an, heißt es immer wieder. Doch das ist leider ein Mythos. Plietsch erklärt, warum. Und verrät, was wirklich gegen das Völlegefühl hilft.

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Um das Völlegefühl zu vertreiben, greifen viele Menschen nach fettigem Essen zum Verdauungsschnaps. Doch bei der Verdauung hilft der "Kurze" nicht - im Gegenteil: Je mehr Alkohol wir trinken, desto langsamer verläuft unsere Verdauung. Das Wohlbefinden nach dem Schnaps entsteht, weil sich die Muskulatur des Magens vorübergehend entspannt, wenn wir Alkohol trinken. Statt Schnaps sollten wir besser zum Kräutertee greifen, der hilft wirklich.

Unterschiedliche Wirkung bei schwarzem Tee beachten

Ob Beutel oder loser Tee - bei schwarzem Tee hängt die Wirkung stark davon ab, wie lange die Teeblätter im Wasser verweilen. Nach etwa drei Minuten hat der Tee einen anregenden Effekt, bei längerer Ziehzeit wirkt schwarzer Tee beruhigend.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 10.03.2017 | 16:20 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Tee-Genuss-oder-sogar-Medizin,tee320.html

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