Stand: 22.03.2016 09:00 Uhr  | Archiv

Ständiger Stress macht das Herz krank

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Nicht nur beruflicher, auch privater Stress sind auf Dauer Gift für das Herz.

Arbeit ohne Ende, ständig Sorgen ums Geld, immer wieder Streit mit dem Partner. All diese Dinge belasten uns - und auch das Herz. Dabei ist chronischer Stress für unser Herz genauso schädlich wie Rauchen oder ein zu hoher Cholesterinspiegel. Wie Studien zeigten, ist beruflicher und privater Stress für jeden dritten Herzinfarkt verantwortlich.

Stress versetzt Körper in Alarmbereitschaft

Problematisch ist Dauerstress, denn Stress verstärkt sich, wenn man sich zwischendurch nicht hin und wieder entspannt oder mit Bewegung für Ausgleich sorgt. Immer mehr Menschen macht das krank - bis hin zum Herzinfarkt. Eigentlich soll Stress den Körper bei Gefahr in Alarmbereitschaft versetzen: Drohte früher eine Verletzung oder lief ein gefährliches Tier über den Weg, machte sich der Körper so bereit zu kämpfen oder wegzulaufen. Deshalb werden bei Angst und Anspannung die Stresshormone Adrenalin und Kortisol ausgeschüttet, um Reaktions- und Leistungsfähigkeit zu steigern: Die Gefäße weiten sich, Blutdruck und Pulsfrequenz steigen, mehr Blut fließt durch die Adern und zugleich wird die Gerinnung aktiviert, damit man im Fall einer Verletzung nicht verblutet.

Dauerstress: Gefäße verengen sich

Bei Dauerstress passiert genau das Gegenteil: Die Gefäße verengen sich, es kommt schneller zur Ablagerung von Fett und Kalk in den Gefäßwänden. Und diese Arteriosklerose ist eine Vorstufe des Herzinfarkts. Viele Betroffene sind sich ihres Stresslevels gar nicht bewusst. Umso wichtiger ist es, Alarmzeichen ernst zu nehmen: Druck und Schmerzen in der Brust, Übelkeit, Unruhe, Schmerzen in Arm oder Rücken sind typische Zeichen eines Herzinfarkts. Dann sofort den Notarzt rufen, jede Minute zählt!

Entspannung wichtig

In der Reha lernen Infarktpatienten den Stresslevel zu reduzieren, indem sie entspannen, Leistungsdruck verringern und Stress mit Bewegung abbauen. Einige Patienten müssen aber zunächst lernen, ihre Belastung überhaupt wahrzunehmen: Sie müssen erkennen, dass es nicht normal ist, dauernd unter Hochdruck zu arbeiten. Gut als Ausgleich sind zum Beispiel Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung zu erlernen.

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Lassen sich psychosomatische Herzbeschwerden von organischen unterscheiden? Gibt es positiven und negativen Stress für den Körper? Prof. Bernd Löwe hat viele Fragen beantwortet. mehr

Interviewpartner

Im Studio:
Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Bernd Löwe
Direktor Institut und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Zentrum für Innere Medizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 741 05 97 33
Fax (040) 741 05 49 75
Internet: www.uke.de/kliniken-institute/institute/institut-und-poliklinik-für-psychosomatische-medizin-und-psychotherapie/index.html

und

Direktor Psychosomatische Klinik & Psychotherapie
Schön Klinik Eilbek
Dehnhaide 120
22081 Hamburg
Tel. (040) 20 92 72 01
Internet: www.schoen-kliniken.de/ptp/kkh/eil/faz/psychosomatik/

Im Beitrag:
PD Dr. phil. Dieter Benninghoven
Leitender Psychologe Mühlenbergklinik Holsteinische Schweiz
Frahmsallee 1-7
23714 Bad Malente-Gremsmühlen
Tel. (04523) 993 10 53
Fax (04523) 993 22 22
E-Mail: dieter.benninghoven@drv-nord.de
Internet: www.muehlenbergklinik.de

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