Sendedatum: 17.03.2015 20:15 Uhr  | Archiv

Sonnenfinsternis: Augen richtig schützen

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Sonnenfinsternis: Dieses Naturschauspiel sollte man nur mit geeignetem Augenschutz bewundern.

Am kommenden Freitag bietet sich uns ein astronomisches Schauspiel der ganz besonderen Art: Die Sonne verschwindet hinter dem Neumond. In Norddeutschland gibt es eine partielle Sonnenfinsternis. Wer sich diese nicht entgehen lassen möchte, muss sich um einen geeigneten Schutz für die Augen kümmern. Schon ein kurzer Blick zur Sonne mit bloßem Auge reicht aus, um die Netzhaut zu schädigen. Im schlimmsten Fall riskiert man bleibende Schäden oder sogar die Erblindung.

Fotorezeptoren des Auges können geschädigt werden

Da Netzhautschäden keine Schmerzen verursachen, sendet der Körper kein schützendes Warnsignal aus. So können Netzhautschädigungen auch erst nach einem Tag auffallen. Durch den ungeschützten Blick in die Sonne wird eine photochemische Reaktion im Auge ausgelöst: Das ungefilterte Licht trifft auf die Netzhaut. Dort werden toxische Reaktionsprodukte gebildet. Diese greifen das Pigmentepithel an und schädigen die Fotorezeptoren. Die Folgen sind eine deutliche Sehverschlechterung, Blendungserscheinungen und Verschwommensehen.

Um die Sonnenfinsternis beobachten zu können, braucht man eine Spezialbrille vom Optiker. Solche zertifizierten Folienbrillen lassen maximal 0.001 Prozent des Sonnenlichts durch.

Tipps für den Kauf einer Schutzbrille

  • die Schutzbrille sollte gemäß den gültigen EU-Normen als "sicher für den direkten Blick in die Sonne" gekennzeichnet und mit dem CE-Symbol versehen sein.
  • Benutzungs- und Warnhinweise müssen vorhanden sein.
  • Bei Folienbrillen darf die Folie keine Kratzer, Löcher, Risse am Übergang zwischen Filterfolie und Pappe oder sonstige Beschädigungen aufweisen. Beschädigte Brillen dürfen keinesfalls verwendet werden.
  • Eine gute Schutzbrille verfügt außerdem über extrabreite Bügel und liegt gut am Gesicht an, um den Einfall von Streustrahlung ins Auge zu reduzieren.

(Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz)

Hochgefährlich ist die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras. Diese optischen Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich. Auch Schutzmittel wie rußgeschwärzte Gläser, schwarze Filmstreifen, CDs oder ähnliches sind ungeeignet und gefährden die Sehkraft.

Genaue Informationen zur bevorstehenden Sonnenfinsternis in Mitteleuropa gibt es auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite.

Interviewpartner im Beitrag

Prof. Dr. Johann Roider
Augenarzt
Direktor der Klinik für Ophthalmologie (Augenheilkunde)
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Arnold-Heller-Straße 3
24105 Kiel
Tel. (0431) 597 23 66
Fax (0431) 597 24 28
Internet: www.uksh.de/Augenheilkunde_Kiel/index.html

Anneliese Riehl
Augenärztin, Chirurgin
Augenklinik Bellevue
Lindenallee 21-23
24105 Kiel
Tel.(0431) 30 10 80
Fax (0431) 301 08 40
Internet: www.augenklinik-bellevue.de/

Claudia Leuschner
Dipl.-Augenoptikerin/Optometristin (FH)
Optik Weser GmbH
Spitalerstraße 9
20095 Hamburg
Tel. (040) 32 70 07
Internet: www.optik-weser.de

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Visite | 17.03.2015 | 20:15 Uhr